Zum Saisonabschluss 2010/11 konnten sich die männliche B und die weibliche B2 noch einmal bei einem Turnier des SV Klotzsche in Dresden beweisen. Die männliche B holte sich dabei durch ein Tor kurz vor Ultimo gegen die starken Jungs von Einheit Claußnitz (bei Chemnitz) mit 14:13 den Pokal und die Mädels schafften ohne etatmäßigen Torwart einen guten 2. Platz hinter der Mannschaft von Leipzig-Mockau.
Ein Dank geht auch an den Gastgeber Dresden-Klotzsche für dieses hervorragend organisierte Turnier in fast familiären Rahmen. Wir hoffen auf Gegenbesuch beim Asternturnier.
So war's
Samstag um 9 Uhr trafen wir uns am Bahnhof-Südkreuz noch etwas verschlafen (O-Ton: an sich steh ich an solchen Tagen erst gegen Mittag auf..), aber Anna L. hatte zum Glück ihren Music Blocker mitgebracht, der im Regionalexpress nach Elsterwerdaaaa erstmals mit wechselnden I-Pods zum Einsatz kam und sich zu unserer lautstarken Stimmungskanone mit wechselndem Liedgut entwickelte. Wobei zu sagen wäre, dass dies in unserem langsam vor sich hin alternden Land ja nicht immer auf ungeteilte Gegenliebe trifft….Mit einem weiteren Regionalzug ging es dann weiter in die Sachsenmetropole und zur Jugendherberge, wobei das Fragen nach dem Weg – wer versteht schon Sächsisch – sich als erstes kleines Hindernis erwies.
Am Nachmittag – immer begleitet von unserem Music Blocker, den natürlich meist unsere Jungs schleppten (galant, galant), ging es dann bei Kaiserwetter ins Zentrum und an die Elbe. Kultureller Appetit ist hier zwar gut zu befriedigen, aber so was Banales wie Getränk und Sandwich steht nur zu Höchstpreisen zur Verfügung, so dass wechselnde Abordnungen sich immer wieder auf den Weg in einen fernen Rewe-Markt machen mussten. Das Grillen am Abend litt dann doch stark unter der ungesalzenen Wasser-Zwiebel-Marinade des Fleisches und der Pfirsich-Plärre (glaub ich), aber die Mayonnäse-Nudeln waren dann doch genug Stärkung für den folgenden Stadtbummel für den Steven lautstark das Motto ausgab: um Mitternacht ist jeder wieder hier!!!
Ein großes Lob an die Gruppe, um 5 nach 12 waren erwartungsgemäß alle wieder da, wenn auch noch nicht in der Heia. Das zog sich verständlicherweise noch hin, wobei anzumerken ist, dass man sich viel Ärger einer aufgescheuchten Jugendherbergsmutter ersparen kann, wenn man einfach leise und auf Zehenspitzen Flure und Treppen benutzt…
Fit wie Dattelaffe (auch hier bestätigen die Ausnahmen die Regel) standen wir kurz nach 7 Uhr im Frühstücksraum und sprinteten dann zur naheliegenden Tram, die uns bis auf 1 km an die Halle in Dresden-Klotzsche heranbrachte. Was ob der Distanz doch zu gewissen Unmutsäußerungen führte…
Bei den Mädchen kam jetzt die richtige Unruhe auf, denn aufgrund der kurzfristigen Verletzung von Lulu galt es nun für jedes Spiel Torhüter zu bestimmen. Kurzfristige Zusagen wechselten sich damit mit brüsken Rückziehern und Gefühlswallungen (Ich doch nicht, hab Angst vor jedem Ball etc.) ab. Die Idee Felix von den Jungs wegen seiner Haarpracht als Mädchen auszustaffieren wurde kurzfristig wieder verworfen. Wo ein Wille, da auch ein Weg. Insgesamt sechs Spielerinnen schlüpften im Turnierverlauf ins Torwarttrikot, wobei Alice sicherlich stilistisch in ihrer graziös-pompösen Art und mit demonstrativer Ballverachtung hervorstach. Auch wenn wir in dieser Besetzung zuletzt im März zusammenspielten, was man besonders im Angriff bemerkte, schafften wir es mit unserer offensiven und aggressiven Deckung die Gegner vom Tor wegzuhalten und viele Bälle zu erobern. Schade nur, dass wir bei den schnellen Gegenstößen danach zuhauf an Eigensinn oder technischen Fehlern scheiterten… Gegen Lok Leipzig (6:6) verschossen wir kurz vor Schluss einen 7m und auch gegen den späteren klaren Turniersieger TUS Leipzig-Mockau (10:11) zeigten wir ein klasse Spiel scheiterten aber immer wieder an den hervorragenden Torhüterinnen der Sachsen und versäumten es bei unentschiedenem Spielstand im Ballbesitz die letzten 15 Sekunden auszuspielen. Erfolge gegen Dresden-Mitte (9:6) und Dresden-Klotzsche (9:5) rundeten das Turnier ab und brachten uns aufgrund des besseren Torverhältnisses auf einen hervorragenden 2. Platz.
Die Jungs hatten gegen die unangenehm zu spielenden Gastgeber aus Klotzsche beim 13:11 einige Mühe und mussten nach einem klaren Sieg gegen Lok Leipzig auch gegen den VFL Meißen im Halbfinale lange Zeit einem Rückstand hinterherlaufen, ehe es noch einen standesgemäßen Sieg (17:13) gab. Das Endspiel gegen Einheit Claußnitz war nichts für schwache Nerven. Nach klarem Rückstand nutzte selbst die Manndeckung gegen den Shooter der Sachsen nichts, denn nun spielten diese unter gütlicher Mithilfe unserer Abwehr immer wieder die Außen frei, was Steven doch arg in Wallung brachte. Aufgrund einiger als provokativ angesehener Jubelarien bei Torerfolgen von Nils hatten wir nun die ganze Halle gegen uns. Aber unsere Mädchen antworteten knallhart mit dem Musikblocker, so dass es wie auf dem Spielfeld schnell pari stand. Nachdem Claußnitz 20 Sekunden vor Schluss den Ausgleich schaffte, und wir schon den letzten Zug nach Berlin entschwinden sahen, packte Nils 8 Sekunden vor Schluss den Hammer raus, nagelte das Ding in den Winkel und rettete uns die Rückfahrt. Danach war nur noch Freude der tanzenden Meute aus unseren beiden Mannschaften. Kommentar von OSF-Trainer König. „Glück gehabt, Claußnitz war besser“ und etwas verschmitzt danach, “aber nach dem Turnierverlauf wir“. Na also.
Erster auf der Abschlussfahrt. Da war viel Emotion dabei, denn für 4 Spieler der mB war es ja auch ein Abschied von der SG OSF, der sie und uns alle doch bewegte. Viel Erfolg in Euren neuen Vereinen (Eure Gründe sind nur zu verständlich und absolut nachvollziehbar!!!). Die verdienten Turniersieger hatten nun noch eine Dusche verdient und durften per Taxi zum Bahnhof, wogegen sich die Damen der Schöpfung unter der Vorgabe 11 Minuten zur Haltestelle noch einmal zur Tram aufmachen durften. “Eckhard, dass meinst Du doch nicht ernst“ war noch der pfleglichste Kommentar, den ich mir anhören musste. Es wurde eine richtige Tramjagd, mit leidenden hinter aparten Sonnenbrillen versteckten Gesichtern, leisem Stöhnen und Fluchen. Jacqui hatte hierfür aus Gründen der Ästhetik gar die Sportschuhe in smarte Pöms getauscht… Insgesamt war die Übung härter als das ganze Turnier!
Am Bahnhof wurden wir letztmalig auf eine Probe gestellt, denn der Zug konnte wegen eines Brandes auf der Strecke nicht losfahren. Aber die Größe unserer Gruppe (Unser Argument: dafür gibt es gar keine Übernachtungskapazitäten in Elsterwerdaaa) überzeugte die Schaffnerin letztendlich, den Anschlusszug so aufzuhalten, dass wir noch nach Berlin kamen, wobei Musik Blocker noch einmal zu Höchstform auflief und der Refrain „Scheiße, im Keller liegt ne Leiche… sicherlich einigen DB-Gästen immer noch im Ohr saust. Ein gechilltes (richtig geschrieben???) Wochenende. Und zudem noch halbwegs stressfrei für Steven und mich, womit man ja nicht unbedingt rechnen musste… Danke. Ihr ward Klasse!
Auf ein Neues, wann? Irgendwann ? Bald?

