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Hans Dabel – ein Grande der Trainerzunft zieht sich zurück

von Roger Witt

Am 18. März 2018 wird Hans Dabel mit seiner 1. C-Jugend sein voraussichtlich letztes Spiel als Trainer bestreiten und den Einstieg in ein handballfreies Privatleben starten.

Das Engagement von Simone und Hans Dabel, die von der SG Füchse/Spandau kamen, begann bei uns am 1. April 2010 und war wahrlich kein Aprilscherz, es war der Beginn einer neuen Ära.

Mit ihren Vorstellungen von modernem Jugendtraining gemäß der DHB-Rahmenrichtlinie und besonderen Angeboten für leistungsorientierte Jugendliche (3 x Training pro Woche, Trainingslager im Sommer) ab der C-Jugend haben Beide unserer Jugendarbeit einen Schub gegeben. Und sie kamen nicht allein! Ihre Kinder Alexia und Paul wurden aktiv miteinbezogen.

Auswärtigen Trainern  kamen Spiele in der männlichen Jugend gegen OSF gelegentlich wie der Wettlauf von Hase und Igel vor. Mit welcher Mannschaft sie auch kamen, immer war ein „Dabel-Exemplar“ da.

Hans war nach meiner Erinnerung auch niemals krank. Wenn doch, so habe ich das nie bemerkt, weil die Mitglieder des „Dabel-Clans“ sich in solchen Fällen immer gegenseitig vertreten haben.

Wo viel Engagement ist, gibt es auch Gegenwind. Als Jugendwart für die männliche Jugend der SG OSF forderte Hans auch von anderen Trainern einiges, bot aber regelmäßig auch Hilfe an. Nicht alle Vorstellungen von Hans konnten aufgrund von Kontroversen durchgesetzt werden. Wenig Freude fand er an den föderalen Strukturen einer Spielgemeinschaft, die lokale Besonderheiten akzeptierte. Dennoch kann der Einfluss von Hans auf die Jugendarbeit der SG OSF im Bereich der männlichen Jugend nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Wer Hans kennt, wird ihn nicht unbedingt als „bestrickenden Charmeur“ bezeichnen. Mit seiner direkten Ansprache kam nicht jeder klar. Nachsichtigkeit und Geduld zu üben gegenüber anderen Trainern und hoch besorgten Eltern, fiel ihm eher schwer. Aber er suchte den Kontakt und ging notwendigen Konflikten in der Regel nicht aus dem Weg.
Nahezu konfliktfrei war sein Verhältnis zu den von ihm trainierten Jungen.
Gradlinigkeit, unermüdlicher Einsatz, Leistungen fordernd, aber immer fair und hilfreich im Umgang mit den  Jungen war und ist sein Markenzeichen als Trainer.
Ich kenne keinen Trainer, der das Prinzip „alle Jungen sollen ihre Spielanteile erhalten“ so konsequent umgesetzt hat wie Hans.

Das beste Training kann die Tatsache nicht völlig kompensieren, dass in einigen Jahren mehr besonders begabte Jungen eine Mannschaft prägen als in anderen Jahren. Das schlägt sich auch im Tabellenstand der Mannschaften nieder.

Was sich dort nicht zeigt, ist eine besondere Trainerleistung von Hans, die ich bei den von Hans trainierten Mannschaften bemerkt habe.
Er hat Allen eine bestimmte  Haltung vermittelt, die die meisten auch verinnerlicht haben. „Wir sind Leistungssportler, wir kämpfen immer bis zum Schluss, auch wenn der Gegner übermächtig ist. Wir helfen uns und machen uns nicht gegenseitig nieder“.

Sein Rücktritt als Jugendwart hat bereits eine Lücke hinterlassen, die wir bisher  nicht schließen konnten. Das können wir besonders bei den Schwierigkeiten bemerken, neue Jugendtrainerinnen und –trainer zu gewinnen.

Als Trainer der männlichen C-Jugend I hat er bereits langfristig seinen Nachfolger Niels Partey aufgebaut und ihm auch Hilfe für Notfälle zugesichert.

Hans gehört auch zu der verschwindend kleinen Gruppe von Personen, die sich auch um die Infrastruktur unseres Trainingsbetriebs, wie z.B. Ordnung und Reparaturen im Geräteraum der Geisbergstr., gekümmert haben.


Wir werden Dich, Hans,  als Trainer, Kümmerer und Menschen vermissen.

Vielleicht wird es Dir als Privatmann mit gerade 60 Jahren doch mal zu langweilig.
Engagierte wie Dich werde ich immer mit offenen Armen empfangen, auch wenn man niemals in denselben Fluss steigen kann.

Mit herzlichen Grüßen und den besten Wünschen für eine Zukunft nicht völlig ohne SG OSF

Roger Witt

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