News

Jugendbundesliga muss nächste Saison ohne SG OSF klarkommen!

von Silke Lenz-Fest

Na gut, dann nicht… Die mA der SG OSF hat am vergangenen Wochenende in Schwerin die Qualifikation für die Jugendbundesliga klar verpasst. Gegen drei erfahrene Bundesligisten der vergangenen Saison und den Oberliga-Meister Schwerin verlor der sympathische Außenseiter aus der Hauptstadt alle vier Partien. Dabei waren die Leistungen in den Spielen recht unterschiedlich…

Nach der intensiven Quali-Phase Ende April, Anfang Mai mit Oster-Cup und Berliner Vorqualifikationen zur Jugendbundesliga und zur Oberliga Ostsee Spree widmete sich die mA ganz der Vorbereitung auf das überregionale Qualifikationsturnier. Das bedeutete mindestens vier Mal die Woche intensives Training mit Harz inklusive anschließendem Halle putzen. Das bedeutete aber auch, den Ausflug ins Mecklenburgische logistisch auf die Beine zu stellen. Die Wahl fiel auf das Mannschaftshotel Campo IBIS Budget Schwerin Süd, das nicht für seine weitläufige Anlage, nicht den hervorragenden Wellness-Bereich und nicht die gut ausgestatteten Freizeiträume bekannt ist, aber für den Preis und den Zweck echt zu empfehlen ist. Für die Anreise entschied man sich für einen privaten Limousinenservice (für den Preis echt zu empfehlen).

Um ausgeruht zu sein und am Samstagvormittag noch genügend Zeit für die kulturellen Schätze der Landeshauptstadt zu haben, reiste die Delegation bereits am Vorabend an. Einchecken, Zimmer beziehen, Buffet-Sweep im Pan-Asia-Restaurant, Nachtruhe. Am nächsten Morgen Frühsport, nächster Buffet-Sweep beim Frühstück, eine Spazierrunde um das Schloss und dann auf zur Halle, denn man war gleich als Erster dran.

Die Jugendbundesliga wird in der nächsten Saison pro Staffel von zwölf auf zehn Mannschaften verkleinert. Deshalb muss sich in diesem Jahr sogar der Siebtplazierte der Vorsaison neu qualifizieren. So kam in Schwerin ein illustrer Kreis zur Qualifikation zusammen: mit dem HSV Handball, dem VfL Bad Schwartau und dem LHC Cottbus waren drei erfahrene Bundesligisten vertreten; mit den Mecklenburger Stieren außerdem der Meister der OOS und der Berliner Qualifikant, die SG OSF.

Gegner im ersten Spiel war der VfL Bad Schwartau. Und – auch wenn das einen nicht wundert auf dieser großen Bühne – welch nervöser, mieser Start: Neuneinhalb Minuten brauchte die SG OSF für ihr erstes Tor. Zum Glück hatten die Marmeladen-Städter bis dahin auch nur drei erzielt und so konnte sich die mA so langsam in das Spiel reinarbeiten. Zwar wuchs der Rückstand noch auf bis zu fünf Tore an, konnte aber durch einen kleinen Zwischensprint zwischenzeitig auf zwei Tore und zur Halbzeit (nach 25 min) auf drei Tore verringert werden. In der zweiten Halbzeit knüpften die Herren dann dort an, wo sie in der ersten aufgehört hatten, erzielten nach 33 Spielminuten den Ausgleich und hielten das Spiel bis zur 38 Minute offen. Dann aber setzte sich Schwartau Tor für Tor ab und fuhr einen 17:22-Sieg ein. Gut gekämpft, das körperliche, nicht unbedingt saubere Spiel des Gegners angenommen, selber zu viel über den Rückraum, zu wenig über außen gespielt, viel Kraft gelassen, aber letztlich eine ansprechende Leistung gezeigt, auf die sich aufbauen ließ.

Ihr zweites Spiel des Tages bestritten die OSF-Mannen 90 Minuten später gegen den LHC Cottbus, der damit in das Turnier startete und noch entsprechend geistig und körperlich frisch war. Und obwohl das erste Spiel eigentlich Anlass zur Zuversicht hätte geben müssen, fehlte der mA gegen die Lausitzer die geistige Frische. Wir sprechen nicht von einer fehlenden Einstellung, denn die stimmte über das ganze Wochenende. Sondern die Wachsamkeit, Aufmerksamkeit, Konzentration, die in diesem Sport so wichtig ist. Und so fuhr Cottbus einen leider nie gefährdeten 14:23-Sieg ein. Zwei Spiele, zwei Niederlagen nach dem ersten Tag. Damit war allen – auch angesichts der Ergebnisse der anderen Spiele - klar, dass nur noch eine sehr kleine Chance auf die Qualifikation bestand, denn nur die ersten beiden von fünf Teams qualifizieren sich direkt, das dritte Team muss in eine zweite Qualifikationsrunde und das vierte und fünfte Team scheiden aus.

Zurück zum Hotel, ausgehfertig machen, die einen beim Italiener einfallen, die anderen mit den Trikots im Waschsalon, Champions League-Finale aufm Notebook schauen, weil wer das HDMI-Kabel vergessen hat, sich für Kloppo freuen und Bettruhe. 6.30 Uhr aufstehen, Frühsport und -stück, auschecken, ab zur Halle, erstes Spiel 9.30 Uhr gegen den Gastgeber Schwerin.

Es entwickelt sich zunächst ein Spiel auf Augenhöhe, aber nach der 10. Minute nutzten die Schweriner ihre Chancen weiterhin konsequent und die SG OSF ließ die eine oder andere liegen und so wuchs der Rückstand bis zur Halbzeit stetig auf 8:17 und bis zur 37. Minute sogar auf 10:22 an. Dann aber beweist die SG OSF Moral, nutzt die abfallende Konzentration der Schweriner, arbeitet sich wieder auf sechs Tore heran und gewinnt de facto die zweite Halbzeit mit plus 3. Endstand 19:25.

Letztes Spiel dann gegen die Gentleman-Handballer des Handballsportvereins Hamburg (HSV), die quasi schon als Turniersieger feststanden, zumindest aber sicher qualifiziert waren. Auch wenn dies sicherlich zu einer gewissen Entspanntheit der Hamburger beigetragen hat, spielten sie doch mit ihrer ersten Garde und es wurde ein schönes, sauberes Handballspiel, in dem die SG OSF den Gegner nie mehr als vier Tore davon eilen ließ und am Ende sehr knapp 25:26 verlor. Schade. Knapp am Punktgewinn vorbeigeschrammt, aber das beste Spiel des ganzen Turniers gezeigt.

Im Ergebnis qualifizierten sich Hamburg und Schwartau direkt für die Jugendbundesliga, Cottbus darf an Pfingsten nach München reisen, um sich über-über-regional zu qualifizieren und Schwerin spielt trotz der Spielerzugänge aus Rostock in der OOS.

Was bleibt, sind eine Menge Erfahrungen, die die mA der SG OSF an diesem Wochenende in Schwerin machen durfte. Wenn alles optimal läuft und jeder Spieler sein Bestes auf die Platte bringt, kann die Mannschaft auf diesem hohen Niveau eine Zeitlang mitspielen. Was den großen Unterschied ausmacht, ist die Konstanz der anderen Mannschaften, dieses Niveau über ein komplettes Spiel durchzuhalten. Weitere wichtige Erfahrung: Sich binnen kurzer Zeit immer wieder auf die zwei sehr unterschiedlichen Linien der beiden das gesamte Turnier bestreitenden Schiedsrichtergespanne einzustellen. Und es war interessant, unterschiedliche Mentalitäten, Handschriften und Stile der anderen Mannschaften zu beobachten. Auch wenn es Phrase ist, so ist es doch wahr: Diese Erfahrungen sind wichtig und wertvoll und werden die Entwicklung der Mannschaft unterstützen.

Bleibt, sich bei allen Beteiligten der SG OSF in der Vorbereitung und am Wochenende selbst für die Unterstützung zu bedanken. Ebenfalls bei Eltern und Freunden, die mit Pauken und Klatschpappen eine Heimspielatmosphäre in die Schweriner Vorort-Halle zauberten. Die Stimmung war klasse. Und Dank an die Jungs für ein harmonisches Wochenende, das trotz der Niederlagen großen Spaß gemacht hat.

 

Zurück