Spielbericht
3. Männer   vs.   VfL Lichtenrade II

19.11.2016

Men at work

SG OSF Berlin

3. Männer

29 - 28
VfL Lichtenrade

VfL Lichtenrade II

Was geht bei Euch, Ihr Hippies?!

Bei der dritten Mannschaft der SG OSF jedenfalls jede Menge, so viel ist klar. Vergangenes Wochenende stand den Ruchlosen auf dem heimischen Geisberg die zweite Vertretung des VFL Lichtenrade gegenüber. Es galt Revanche für die Niederlage im Pokalwettbewerb Anfang Oktober bei eben jenem Kontrahenten aus dem Berliner Süden zu nehmen. Sowohl an der nötigen Motivation als auch an der personellen Lage sollte es jedenfalls nicht mangeln. Coach Marc Ruch konnte gar auf 15 seiner Spieler zurückgreifen, was zur Folge hatte, dass zwei Plätze auf dem Protokoll zunächst frei blieben und Shorty, Justus und Georgy als Offizielle auf der Bank Platz nahmen.

Die Guten legten gleich los wie die Feuerwehr. Während der Gegner noch etwas verschlafen schien erzwang der Schöneberger Abwehrverbund mit dem Terrier im Mittelblock und durch die nötige Bissigkeit in den Zweikämpfen mehrmals den Ballbesitz. Der Angriff, unter Leitung von Ilse auf der Mitte agierend, spielte die vorhandenen Konzepte als Auftakthandlung durch, um anschließend aus dem Rückraum und den Außenpositionen erfolgreich zu treffen. Nach der Anfangsphase stand es 5:0 aus Sicht des Tabellenführers. Grund genug für ein frühes Time-Out des Lichtenrader Übungsleiters  nach nur sechs gespielten Minuten.

Fortan lösten die Gäste im eigenen Angriffsspiel mehrmals auf zwei Kreisspieler auf, was häufiger die Defensivordnung der Ruchlosen durcheinander brachte und Lira einen 3 Tore-Lauf und das Zwischenergebnis von 7:4 einbrachte. Coach Marc Ruch reagierte auf die Torflaute seiner Akteure umgehend und brachte mit der Einwechslung von Swientek Jr. neuerlichen Schwung ins Spiel. Nach knapp 20 gespielten Minuten konnte die dritte Vertretung eine komfortable Führung in Höhe von 10:4 für sich verbuchen.

Lira besann sich anscheinend an den Erfolg aus dem Pokalspiel und kämpfte beherzt weiter, stabilisiert die Abwehr und lief erfolgreich Tempogegenstöße bzw. wusste durch ein relativ hohes Tempo in der zweiten Welle Druck zu machen. So verringerte der Antagonist den Abstand zur Halbzeit auf 16:12.

Coach Marc Ruch verlor über die Angriffsbemühungen seiner Mannschaft nur wenige Worte. Stattdessen echauffierte sich der junge Trainer über das Fehlverhalten in der Defensive. Zu wenig Bewegung im Verbund, zu wenig Aggressivität in den Zweikämpfen und von Absprache bzw. Blockverhalten ganz zu schweigen. Die harsche Kritik war sicherlich nicht ganz unberechtigt, denn Lichtenrade konnte spielerisch letztlich nicht immer voll überzeugen. So erarbeitete sich der Gegner vor allem Tore im Zusammenspiel mit dem Kreis oder nach 1. vs. 1 Situationen. Abschlüsse aus dem Rückraum oder nach Spielzügen waren Mangelware, also ein recht ausrechenbares Angriffsspiel.

Um die Abwehr im zweiten Durchgang zu stabilisieren, wurde Routinier Shorty nachgetragen und im stetigen Wechsel mit Ilse ins Spiel gebracht. Nach mäßigem Beginn beider Mannschaften schien zunächst Lira die Oberhand zu gewinnen. Die Gäste kämpften beherzt weiter. Unter freundlicher Mithilfe eines zu diesem Zeitpunkt viel zu schwachen und einfallslosen Schöneberger Angriffs schmolz der Abstand auf 19:17. Erst als Ilse und J.B. sich mehrmals ein Herz fassten und wunderbar aus zweiter Reihe trafen kehrte die Sicherheit bei den Guten zurück. Begünstigt durch eine Zwei-Minuten-Zeitstrafe erspielten sich die Ruchlosen abermals eine 5-Tore-Führung (23:18 und 27:22). 10 Minuten vor dem Ende schien der Drops gelutscht. Selbstverständlich wissen die Spieler der Dritten um die genaue Spielzeit eines Handballspiels. Allerdings hatten die Akteure offensichtlich gedanklich mit der andauernden Partie abgeschlossen und machten sich mit großem Eifer und Vorfreude auf das eine oder andere Hopfensmoothie an die Planung ihres weiteren Nachmittags.

Sei es drum. Lira warf alles in die Waagschale. Durch zwei zumindest fragwürdige Hinausstellungen profitierte der Gegner knapp drei Minuten vor Ende durch ein Überzahlspiel, zudem wurde der Spielstand während des Time-Outs auf 28:25 korrigiert. Plötzlich ging den Guten gehörig die Muffe. Lichtenrade ergatterte sich zwei Mal in Folge schnell den Ball und brachte es ebenfalls auf schnelle Abschlüsse, ca. 40 Sekunden vor Schluss stand es plötzlich nur noch 28:27. Nachdem man sich in Unterzahl mehrmals in der Manndeckung der Gäste verrannt hatte und damit zumindest Zeit von der Uhr nehmen konnte, provozierten die Gäste 15 Sekunden vor Schluss den freien Wurf von Linksaußen. J.B., der einen Heber aus ähnlicher Position im letzten Spiel gegen Humboldt noch vergeigt hatte, behielt eiskalt die Nerven und ließ die Pille im Zeitlupentempo über den Goalie ins Tor segeln. Lichtenrade kam im letzten Gegenangriff zwar erneut zum Anschlusstreffer, jedoch blieb keine weitere Zeit mehr, um abermals in Ballbesitz zu kommen. Somit gewannen die Ruchlosen ihr 6. Ligaspiel in Folge.

In den letzten fünf Minuten unterliefen der dritten Vertretung unglaubliche Konzentrations- und Entscheidungsfehler, was die Stimmung nach dem Spiel trübte. Lichtenrade hätte aufgrund der kämpferischen und läuferischen Leistung ggf. einen Punkt verdient gehabt, auf anderer Seite waren es im vergangenen Aufeinandertreffen halt die Schöneberger, die nach der knappen Niederlage etwas dumm aus der Wäsche schauten. Das Glück hat man nun überstrapaziert. Phasenweise waren sicherlich gute Ansätze sowohl in der Abwehr als auch im Angriff zu erkennen. Es ist jedoch wünschenswert, dass in Zukunft durchweg eine konzentrierte Leistung abgeliefert wird, um einen Gegner auf Stadtliganiveau entsprechend deutlich in die Schranken weist. Wir arbeiten daran, versprochen Ihr Hippies.

Bereits kommendes Wochenende, Sonntag um 16:30, steht bereits das nächste Heimspiel auf dem Geisberg bevor. Wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen. Bis dahin, bleibt sexy Ihr Hippies.

 

Statistik:

Christian Cremer, Markus Swientek, Matthias Kölling (6), Jörg Brieger (5), Nico Swientek (4), Fabian Stachowiak (4), Stefan Meyer (3), Niels Partey (2), Tilman Wiesner (2), Justus Hohwieler (1), Marco Krause (1), Luka Bender (1), Constantin Goltsche, Winand Sabelberg

SG OSF Berlin III - VfL Lichtenrade II
29:28 (16:12)