Spielbericht
1. Frauen   vs.   HC 52 Angermünde

26.11.2016

Spielbericht Mal Drei

SG OSF Berlin

1. Frauen

32 - 17
HC 52 Angermünde

HC 52 Angermünde

Der geneigte Leser fragt sich zu recht seit drei (!!!) Spieltagen, wo denn die Berichtserstattung der 1. Damen bliebe. Nix, aber auch rein gar nüscht wurde über die jüngste Vergangenheit veröffentlicht. Sollen etwa nur Erfolge für die Weltöffentlichkeit dokumentiert werden? Ist das Gespielte so furchterregend, dass das Schreiben einer Darstellung reiner Zeitverschwendung gleicht? Will man im Sumpfe der Anonymität ob der bisher schlechten Ergebnisse versinken? All diese Fragen lassen sich schnell, schlicht und umgehend mit „Ja“ beantworten… Allerdings gab es endlich einen langersehnten Erfolg – optimistische Stimmen murmelten von Befreiungsschlag –, sodass sich die Redaktion nun doch aufraffen konnte, die Geschehnisse zusammenzufassen.

Zusammenfassend bleibt zu konstatieren, dass zwei Niederlagen gegen Pro Sport und den BFC Preussen, einmal daheim, einmal auswärts, die Stimmungslage deutlich drückten, bevor am vergangenen Wochenende im Heimspiel gegen Angermünde endlich mal wieder gut anzusehender Handball und ein folgerichtig deutlicher Sieg eingefahren werden konnte.

 

1. Frauen – Pro Sport 24 19:20 (9:13)

Aus der Begegnung gegen Pro Sport rechnete man sich im Voraus deutliche Chancen auf Punkte aus. Es konnte auf alle Kräfte bis auf Rückraumurgestein K. Hinz zurückgegriffen werden, sodass die Marschrute gen Sieg vorgegeben war. Dennoch nahm man die Pro-Sportlerinnen nicht auf die leichte Schulter. Die Vergangenheit hatte ein ums andere Mal gelehrt, dass die technisch gut ausgebildeten Damen aus der Mitte Berlins bis zum Schlusspfiff alles geben und auch bei einem aussichtlosen Rückstand terrierartig agieren würden. Soll heißen: man war gewarnt. Der Start verlief verhältnismäßig ordentlich. Bevor man den Faden Mitte der ersten Halbzeit verlieren sollte, konnten die Damen aus Schöneberg mit einer konzentrierten Abwehrleistung mit 4:2 vorlegen. Danach sollte jedoch das Elend beginnen: viel zu viele Fehler wurden provoziert, das Tor nicht getroffen und die eigene Courage in Frage gestellt. Tor um Tor konnte sich der Gegner langsam absetzten, sodass zur Pause ein frustrierender, aber der eigenen Leistung angemessener, Stand von 9:13 aufleuchtete.

Trainer J. Dannies fand folgerichtig deutliche Worte in der Kabine und versuchte das Kämpferherz seiner Damen zu wecken, das anschließend auch Einzug in die Partie erhielt. Zunächst konnte der Rückstand auf 11:13 verkürzt werden, jedoch fehlte neben handballerischem Vermögen an diesem Tag auch das Quäntchen – nennen wir es „Irgendwas“, da „Glück“ schlicht zu fordernd gewesen wäre –, was zum Ausgleich oder gar einer Führung gereicht hätte. Pro Sport hingegen behielt die Nerven und setzte sich erneut 14:17 ab. In den letzten 7 Minuten des Spiels wirkten die Schönebergerinnen, als ob sie nun doch noch die Gelegenheit am Schopfe packen wollten und legten einen Endspurt hin. Die Chance zum Ausgleich war nun plötzlich doch noch da, wurde aber unglücklich – wie das ganze Spiel – hergegeben. Am Ende verlor man bitter in eigener Halle mit 19:20. Der Glückwunsch geht hierbei - besser spät als nie - an die Damen von Pro Sport. Die rote Laterne ganz nah im Rücken sollte nun also die Vorbereitung auf die Mannschaft vom BFC Preussen beginnen, die nun seit Längerem nicht mehr als Lieblingsgegner bezeichnet werden kann.

Aufstellung gg. Pro Sport 24: Denise Juda (6); Susanne Rutschow (6/1); Caro Friedrich, Juliane Eisold (je 2); Anne Wiesner, Jacky Homann, Ilka Wiesner (je 1); Alina Labenski, Kathrin Höhne, Ricarda Viol, Elena Gerspach, Jasmin Vergin, Jannika Neeb (TW), Marei Schmidt (TW)

 

BFC Preussen – 1. Frauen  29:19

Neue Woche, neues Glück. Es ging in den Süden Berlins zum BFC Preussen. Die 1. Damen des BFC hatten in den vergangenen Jahren eine beeindruckende Entwicklung genommen. Nach dem Durchmarsch sämtlicher Ligen hatten sie sich in der Oberliga Ostsee-Spree als ein besonders abwehrstarkes Team etabliert, das durch kontinuierliche Leistungen und makelloser Darstellung eines bestechenden Teamspirits auffiel. Vor der laufenden Saison war jedoch nicht ganz eindeutig, wohin die zukünftigen Wege der Mannschaft gingen. Zu Gunsten der Jugendarbeit trat der Macher und Erfolgstrainer Sven Plötz zurück und auch weitere Urgesteine dieser Mannschaft verschlug es zu anderen Vereinen.  Zu allem Überfluss wurde die im Voraus bereits neu besetzte Trainerposition schnell wieder frei, das Trainerkarussel drehte sich erneut und den gespannten Massen wurde ein neuer Übungsleiter in Person eines weiteren Preussen-Urgesteins, Tobi Meyberth, präsentiert.  Zum Entsetzen aller – das ist zumindest anzunehmen – übrigen Mannschaften wurden Rücktrittsgerüchte um Michaela Hofmann dementiert, die ehemalige Spielerin einiger Ligen oberhalb der OOS lief also weiterhin für den Südberliner Club auf. So viel zum Vorgeplänkel.

Die Theorie sah folgendermaßen aus: hinten dicht, vorne schnell. Gar nicht so schwer. Theoretisch. Und auch praktisch: Die gegnerischen Damen hielten sich nämlich vorzüglich an diese Vorgabe und machten den Schönebergerinnen das Leben denkbar schwer. Um es kurz zusammenzufassen und an dieser Stelle sinnbildlich mit Andreas Brehme zu sprechen: Haste Scheiße am Fuß, haste Scheiße am Fuß. Das Spiel endete 29:19.

Ein wenig mehr lässt sich vielleicht doch noch berichten. An dieser Stelle wird wärmstens der  wirklich ausführliche Spielbericht des BFC Preussens empfohlen. Ein Dank an dieser Stelle noch an genau diese für die Genesungswünsche. Ein herzlicher Dank auch an den Physio des BFC, der sich Augenzeugenberichten zufolge gedankenschnell bei der sich im Dornröschenschlaf Befindlichen einfand.

Auf eine Statistik muss noch verzichtet werden, da der Spielbericht als verschollen gilt.

 

1. Frauen – HC 52 Angermünde 32:17 (15:7)

Deutliche Worte begleiteten das Training vor dem Spiel gegen HC 52 Angermünde. Ehrliche Auseinandersetzungen und humorlose Analysen sollten den Unterschied zu den vorherigen Niederlagen machen. Der Abstiegskampf hatten nun nach der Pleite gegen den BFC Preussen endgültig Einzug erhalten und sollte nun mit aller Kraft angenommen werden, um den Klassenerhalt diese Saison zu sichern. Die Damenmannschaft des HC Angermüde konnte sich vergangene Saison mit Ach und Krach in der Liga halten und nun, hinsichtlich der jüngsten Erfolge, auf einmal zu einer der Überraschungsmannschaften der Liga gezählt werden. Nach einem gelungenen Auswärtsauftakt beim Aufsteiger TSV Rudow folgten weitere Punkte gegen die HSG Neukölln. Gegen Spandau musste man sich zu Hause geschlagen geben, gegen Schwerin und Füchse gelang aber eine Punkteteilung. Erneut erfolgreich wurden die Spiele gegen Neubrandenburg und Hermsdorf bestritten. Die Schönebergerinnen taten also gut darin, gewarnt zu sein. Konzentriert arbeitete man die Woche über an der Variabilität des Spiels und auch die bisherige Abschlussschwäche wurde in Dauerschleife thematisiert. Nicht nochmal sollte eine Heimniederlage hingenommen werden, wurden doch die Punkte bitternötig auf der Habenseite gebraucht. Bis auf die  leider noch immer verletze Rückraumgarantin K. Hinz konnte erfreulicher Weise aus den Vollen geschöpft werden.

Zum Spielgeschehen: Die vorherigen Spiele leerten uns, öfter Tempowechsel einzubauen. Billige Rechnung: sichert man den Ball länger, hat der Gegner weniger Zeit Tore zu werfen. Spielt man weniger hektisch, entstehen weniger technische Fehler. Nichts Überraschendes, aber man muss ja nicht in jeder Spielzeit das Rad neu erfinden. Und das Wichtigste an der Erkenntnis: sie hilft! Klare Auftakthandlungen wurden gespielt, die Torwürfe besonnen vorbereitet und das Tempo der Angriffe häufig variiert. J. Eisold und C. Friedrich trafen sicher aus dem Rückraum, D. Juda versorgte S. Rutschow am Kreis mit sogenannten Zuckerpässen und auch J. Vergin zeigte auf linken Außenbahn ihre ganze Klasse. Im Tor hielt J. Neeb den Kasten nicht nur sauber, sondern hygienisch rein – eine, insbesondere in Durchgang Eins herausragende Leistung. Mehrere hundertprozentige Torchancen wurden vereitelt und ließen die Damen vom HC Angermünde (bestimmt) verzweifeln, zudem stand die Abwehr wesentlich stabiler als noch in den Spielen zuvor. Trainer J. Dannies wechselte munter durch, was den Spielfluss nur kurzzeitig unterbrach. Mit einem bequemen Stand von 15:7 ging es in die Kabine zum Pausentee.

Voll des Lobes, vergaß der Trainer an der Stelle nicht die mahnenden Worte, dass man nun auf keinen Fall nachlassen solle. Wie bereits häufig geschehen, können komfortable Führungen leichtfertig verspielt werden, was die Situation der First Ladies deutlich verschlechtert hätte. Glücklicher Weise wurde an die erste Halbzeit weitestgehend angeknüpft. Mitte der zweiten Halbzeit erlangte das Spiel noch ein wenig Brisanz, da die Schiedsrichter partiell mit Zeitstrafen auf das Spiel Einfluss nahmen. Jedoch wurde auch die doppelte Unterzahl weitestgehend unbeschadet gemeistert und ein hoher Sieg in eigner Halle war zum Greifen nahe. Mit Abpfiff konnten die Schönebergerinnen die Partie mit 32:17 für sich entscheiden und wichtige, langersehnte Punkte einsacken. An dieser Stelle großen Dank an die Schlachtenbummler.

Aufstellung gegen HC 52 Angermünde: Susanne Rutschow (9/1); Elena Gerspach (5); Ilka Wiesner (5/1); Juliane Eisold, Caro Friedrich (je 3); Anne Wiesner, Jasmin Vergin (je 2); Jacky Homann, Kathrin Höhne, Denise Juda (je 1); Alina Labenski, Ricarda Viol, Marei Schmidt (TW), Jannika Neeb (TW)

SG OSF Berlin - HC 52 Angermünde
32:17 (15:7)