Spielbericht
3. Männer   vs.   BTV 1850 III

27.11.2016

Fasten, Digger, Fasten!

SG OSF Berlin

3. Männer

33 - 20
BTV 1850

BTV 1850 III

Ein herzliches Moin an Euch Hippies da draußen!

Zum Beginn der Adventszeit möchte sich die Redaktion auf gewisse christliche Traditionsformen rückbesinnen. Wusstet Ihr, dass jetzt Fastenzeit ist?! True Story. Wir wollten selber nicht so richtig daran glauben. Aber nach ein paar Klicks auf ein wohlbekanntes Online-Lexika-Kirchendingens samt weniger geläufiger Floskeln wie Philippus, Ost- und Westkirche oder Apostel Matthäus (spielte der nicht mal bei Bayern?) verzichtet die dritte Mannschaft der SG OSF seit dem 15. November morgens auf ihre Haferflocken im Müsli. Alternativ wird der Apfel ohne das „Kraftfutter“ verspeist, was wiederum zu bestimmten Langzeitfolgen führt.

Als eine Konsequenz dieses Verzichts auf wichtige Proteine könnte die dargebotene Leistung der Ruchlosen am vergangenen Sonntag bezeichnet werden. Es gastierte die dritte Mannschaft des Berliner Turner Vereins von 1850 aus Kreuzberg. Der Gegner rangiert mit 4 Punkten aus sechs Spielen im Tabellenkeller und trat mit einer nicht wirklich jungen Truppe an. Das Durchschnittsalter der 10 Akteure betrug fast 40 Jahre, dahingegen wirkten die Ruchlosen um Niels Partey(-verbot zur Fastenzeit) geradezu blutjung. Coach Marc Ruch forderte einen entsprechend klaren und deutlichen Sieg und versuchte die nötige Spannung in die Mannschaft zu bringen.

 Mit einem hungrigen Loch im Magen machten sich die Ruchlosen ans Werk und taten sich in der gesamten ersten Halbzeit verdammt schwer. Routinier Shorty wechselte aus der Abwehr heraus mit dem zuletzt gut spielenden Ilse. Swientek Jr. ersetzte den kurzfristig ausfallenden J.B. Auf den Außenbahnen und am Kreis erspähte man die üblichen Pappenheimer.

BTV spielte in der Anfangsphase erfolgreiche Angriffe in zweierlei Hinsicht: Zum einen trafen sie mehrmals nach Anspielen an ihren stämmigen Kreisläufer. Des Weiteren ließen sich die Gäste bei ihren Angriffsbemühungen sehr viel Zeit und hielten die Guten damit bestens von ihrem Vorhaben ab, jede Menge Tore zu ballern. Bis zum 5:5 gestaltete sich das Spiel ausgeglichen und Lehrkörper Cremer war zu jenem Zeitpunkt der einzige Akteur auf Seiten der Ruchlosen mit Normalform. Durch einen 7-Tore-Lauf nach ca. 15 Minuten wurde das Ergebnis auf 12:5 hochgeschraubt. Dennoch vermochte die Dritte es  in der Folge nicht die Führung weiter auszubauen oder zumindest den Abstand zu verwalten. Viele technische Fehler in der Offensive und ein Abwehrverhalten, welches an Arbeitsverweigerung erinnert, nutzen die Kreuzberger zur aktiven Ergebniskorrektur. Mit 16:12 wurde die erste Halbzeit beendet.

In der Kabine bekamen die Ruchlosen von ihrem Übungsleiter einiges mit. Augenzeugen berichtete sogar, dass nicht wenige der Schützlinge mit Tränen in den Augen und etwas desorientiert in die Halle zurückkehrten. In seiner zünftigen Ansprache verlor der Trainer kaum ein Wort über das eigene Angriffsspiel, redete sich aber bei den Gedanken an die gezeigte „Defensivleistung“ in Rage und bekam einen knallroten Kopf. Hinter vorgehaltener Hand sprach man gar davon, dass für die kommenden Trainingseinheiten das Fußballspielen zur Erwärmung vom Plan genommen wurde. Erfreulicherweise kann die  Redaktion hier dementieren.

Die zweite Halbzeit zeigte zunächst ein unverändertes Bild. BTV spielte lange Angriffe, erzwang nun jedoch nicht mehr so häufig aussichtsreiche Torabschlüsse. Im Schöneberger Angriff drehte Papa Geckle auf und netzte mehrmalig aus dem Rückraum. Zudem konnten nun häufiger durch Ballgewinne Tempogegenstöße gelaufen werden. Über die Zwischenstände 22:14 und 26:16 schraubten die Guten nun langsam das Ergebnis in die erwartete Richtung.

Mit zunehmender Spielzeit waren dann einige Antagonisten der Meinung, fehlende Fitness mit etwaiger Erfahrung ausgleichen zu müssen und vermeintlich härter geführte Zweikämpfe mit Kampfschreien und anschließenden Kommentaren zu versehen. Mag es Frust oder schier fehlende Spielintelligenz gewesen sein: Das Auftreten gegen Ende bekam etwas etwas bizarr Peinliches. Dennoch ließen sich einige der Ruchlosen davon provozieren und taten es ihren Gegenspielern ähnlich. Durch Revanchefouls kam unnötigerweise Härte ins Spiel und der bis dahin unauffällige Schiedsrichter musste die Gemüter wieder beruhigen.

Selbstverständlich waren die zwei Punkte bereits längst auf der Habenseite der Schöneberger verbucht und das Spiel endete mit 33:20. Die Vorgabe unter 20 Gegentore zu bleiben wurde nicht eingehalten. Nur 8 Gegentreffer im zweiten Durchgang sind ein gewisses Trostpflaster. Des Weiteren verwarfen die Guten laut Spielprotokoll fünf 7-Meter. Dies und eine relativ hohe Anzahl an technischen Fehler im Aufbauspiel zeugen von einer gewissen Unkonzentriertheit, die auf fehlende Motivation und mangelnde Einstellung zurückzuführen ist. Vielleicht hat das Ganze aber auch mit dem o.g. Umstand einer ungewöhnlichen Nahrungsaufnahme zu tun. Verdammte Fastenzeit.

Nach zwei eher schwächeren Auftritten gegen Lichtenrade und nun BTV sind die Ruchlosen gut beraten, wenn sie im kommenden Auswärtsspiel bei Polizei SV II (Fritz-Lesch-Straße) am Sonntag um 15 Uhr sich wieder zusammennehmen und konzentrierter an die Sache gehen. Die Gesetzeshüter (Pressezensur) haben sich nach misslungenem Start mittlerweile ans obere Tabellendrittel heran gekämpft und sind anspruchsvollerer Gegner.

Genießt das WE. Tschüss, Ihr Hippies!

 

Statistik:

Christian Cremer, Markus Swientek, Benjamin Geckle (7/2), Winand Sabelberg (6 ), Matthias Kölling (5/3), Nico Swientek (4), Fabian Stachowiak (3), Luka Bender (3), Marco Krause (2), Tilman Wiesner (2), Niels Partey (1), Constantin Goltsche, Justus Hohwieler

SG OSF Berlin III - BTV 1850 III
33:20 (16:12)