Spielbericht
Polizei SV II   vs.   3. Männer

04.12.2016

Kein Schutz für die Polizei

Polizei SV

Polizei SV II

23 - 29
SG OSF Berlin

3. Männer

Cheerio, Ihr Hippies,

um den obligatorischen kulturellen Beitragsteil wie immer vorweg zu nehmen, wirft die Redaktion die kleine Frage auf, wer von Euch Unverbesserlichen Georg Kreisler kennt?! In der heutigen Zeit würde Comedian vielleicht am ehesten als Umschreibung auf die Person passen. Eben jener Kreisler verstand es die Leute zu unterhalten und tat dies oftmals mit humorvollen Texten bei gleichzeitigem Spiel auf dem Klavier. Eines seiner Werke ist zugleich ein Aufruf an die Gesellschaft zum Schutz einer bestimmten Personengruppe. Es hat den Titel „Schützen wir die Polizei!“

In Anbetracht dessen stand die dritte Mannschaft der SG OSF am vergangenen Wochenende einem Dilemma entgegen. Denn niemand mehr als die Ruchlosen würden sich im Zeichen der Brüder- und Schwesterlichkeit solidarisch Schulter an Schulter den beamteten Staatsdienern anschließen.

Andererseits war die Option auf zwei weitere Pluspinkte ganz sexy und zu verlockend, um die Gesetzeshüter in irgendeiner Weise zu schonen. So benahm sich die Dritte lieber wie die diebische Elster und gewann auch ihr achtes Ligaspiel in Folge. Aber der Reihe nach.

Felle kehrte nach längerer Verletzungspause zurück und griff endlich wieder aktiv ins Spielgeschehen ein. Zusammen mit One-Hand und CoGo bestand somit ein Luxusproblem um 3 nominelle Rechtsaußen, wohingegen der Rückraum personell etwas dünn besetzt war. Zudem weilte Goalie Swientek Sr. geburtstagsbedingt bei seiner besseren Hälfte. Diese Umstände sollen jedoch keineswegs den nervösen Start der Schöneberger begründen. Nach der Anfangsphase führten die engagierten Polizisten 3:5 und setzten sich zumeist in 1 vs. 1 Situationen erfolgreich durch. Zwar konnte die Defensive der Guten gleich mehrere Ballgewinne für sich beanspruchen, jedoch verfehlten die mehrmals versuchten Harpunenpässe die Adressaten.

Als der ohnehin schon kurze Geduldsfaden von Übungsleiter Ruch zu reißen drohte, stellte dieser personell seine Abwehrreihe kurzerhand um. Fortan trat der Mittelblock um Papa Geckle und J.B. wesentlich sicherer auf. Im weiteren Spielverlauf schafften es die Gäste aus einer besser funktionierenden Abwehr heraus das Geschehen zu bestimmen und sowohl J.B. als auch Ilse aus dem Rückraum sowie Winand vom Kreis zeigten sich treffsicher. Über die Zwischenstände  10:7 und 13:9 ging es mit 14:11 für die Guten in die Pause.

Verglichen mit dem vorangegangenen Spieltag gestaltete sich der Austausch zwischen Trainer und Mannschaft geradezu harmonisch. Der mitspielende Gegner, der phasenweise gar aufs Tempo drückte, zwang die Ruchlosen zu einer konzentrierten und spielerisch funktionierenden Leistung. Ilse gestaltete die Angriffe wie üblich und bei wenigen technischen Fehlern wurden die Abschlussmöglichkeiten erfolgreich herausgespielt. Nach aufgeregtem Beginn stabilisierte sich die Abwehr im Laufe des Spiels, man nahm die Zweikämpfe gut und frühzeitig an und konnte ebenfalls die Anspiele an den Kreis weitestgehend verhindern. Sollte kein Einbruch erfolgen, durften die Ruchlosen mit einem weiteren Erfolg rechnen.

Nach Wiederaufnahme des Spiels verflachte die Partie auf beiden Seiten zunächst. Die Polizisten zollten ihrem großen Engagement mehr und mehr Tribut und es schlichen sich hie und da Konzentrationsfehler im Aufbauspiel der Ordnungshüter ein. Der Schöneberger Angriff hingegen legte eine kreative Pause ein und erzwang zumeist Treffer durch 1 vs. 1 Situationen. Der Abstand konnte jedoch erst stabil  und dann  gar ausgebaut werden.

Nach wie vor stellte sich die Dritte herzlich dämlich bei Tempogegenstößen an. Dies blieb an jenem Nachmittag jedoch die einzig wirklich gravierende Baustelle und ohne große Auswirkungen auf das Ergebnis. Weitere Treffer konnten durch die vorhandenen Spielkonzepte oder nach erfolgreichem Anspiel an den Kreis erzielt werden. Beim Stand von 27:18 für die Guten acht Minuten vor Ende wurde die Abwehrformation versuchsweise umgestellt. Die aufgestellten Akteure schafften es jedoch nicht, die Spannung bis zum Abpfiff vollends hochzuhalten – sehr zum Ärger aller Beteiligten, da die 30 Tore abermals nicht geknackt und die obligatorische Kiste somit nicht fällig wurde. Sei es drum. 29:23 gewannen die Ruchlosen gegen Polizei SV II.

Zum Schluss möchten wir noch einmal darauf hinweisen, wie geil es sich in einer Halle spielen lässt, in der diverse Nachwuchsmannschaften eines Bundesligavereins trainieren. Der zu bespielende Untergrund der Füchse Town ist wohl der Beste, den Berlins Amateurhandball zu bieten hat und dazu noch Kleber ohne Ende. Die Akteure aus Schöneberg wollten nach Abpfiff die Halle gar nicht so richtig verlassen.

Die Ruchlosen entschieden sich gegen das Kreisler’sche Motto und befanden, dass Polizisten sich im Grunde ganz gut selber schützen können. Dazu bedarf es nicht zwangsläufig der Unterstützung durch Außenstehende und die Schöneberger freuen sich über zwei weitere Punkte auf der Habenseite. Nach Absolvieren des ersten Saisondrittels grüßt man von der Tabellenspitze, mit einem durchschnittlichen Ergebnis von 30 zu 23 Toren. Allerdings gibt es nach wie vor Steigerungspotential, welches im weiteren Verlauf der Saison abgerufen werden sollte, wenn man in ferner Zukunft größere Aufgaben bewältigen möchte.

Erwähnung soll noch CoGo finden, der ohne eine einzige Einsatzminute das Kunststück vollbrachte zwei Tore zu werfen. Wie er das schaffte bleibt auf ewig das Geheimnis des Kampfgerichts. Ansonsten gilt dem spontan einspringenden Schiedsrichter der Heimmannschaft großer Dank, allerdings hatte dieser bei einem überaus fairen Spiel auch eine recht leichte Aufgabe.

Nächstes Spiel ist zum Sonntagsbrunch im Prenzlauer Berg bei Rotze. Wenn Ihr Bock auf Datteln im Speckmantel und Rührei satt habt, dann kommt vorbei. 12:15 Uhr in der Werner-Selenbinder-Sporthalle, gleich neben dem Velodrom.

Geil, nur noch drei Wochen, dann sind Weihnachtsferien. Das schaffen wir! Tschüss, Ihr Hippies.

 

Statistik:

Christian Cremer, Jörg Brieger (7), Tilman Wiesner (5), Fabian Stachowiak (4), Matthias Kölling (3), Nico Swientek (3) Benni Geckle (2), Winand Sabelberg (2), Niels Partey (1), Luka Bender (1), Felix Kloss (1), Constantin Goltsche (2!?)

Polizei SV II - SG OSF Berlin III
23:29 (11:14)