Spielbericht
1. Männer   vs.   Ludwigsfelder HC

12.12.2015

SG OSF bleibt zu Hause ungeschlagen

SG OSF Berlin

1. Männer

30 - 25
Ludwigsfelder HC

Ludwigsfelder HC

Auch der Ludwigsfelder HC konnte die SG im Nachholspiel nicht besiegen und unterlag am Mittwochabend mit 30:25 im Sachsendamm. Dem vorausgegangen war allerdings ein hartes Stück Kampf.

Spiele unter der Woche sind immer eine Sache. Meistens ist die Spannung vom Wochenende entweder über die komplette Spieldauer nicht wirklich auf dem Level, auf dem sie sonst ist, oder man fängt sich immerhin früh genug, um das Spiel doch noch zu seinen Gunsten zu entscheiden zu können. Die Männermannschaft der SG OSF entschied sich glücklicherweise für die erste Variante und hatte zum Glück nur in der ersten Hälfte enorme Probleme mit dem Gast aus Ludwigsfelde. Aber der Reihe nach.

Es entwickelte sich von Beginn an eine sehr ausgeglichene erste Hälfte, wobei sich bereits früh abzeichnete, dass die SG OSF gegen die aggressive und gut stehende Deckung der Gäste gute Vorbereitungen brauchen würde, um auch in Abschlusspositionen zu kommen.

Während sich die Tore bei den Berlinern von Beginn an auf mehrere Schultern verteilten, konzentrierte sich Ludwigsfelde darauf, den Ball zum Rechtsaußen zu befördern, der sich schnell als Synchronsprecher der prähistorischen Lebewesen aus Jurassic Park zu erkennen gab; eine andere Erklärung gab es jedenfalls für die markerschütternden Schreie bei Kontakt oder auch keinem Kontakt nicht.

Wie dem auch sei, Treffer oder 7-Meter sprangen dabei heraus, wobei die Entscheidungen der Unparteiischen nicht immer zur Freude der Berliner ausfielen. Im Gegensatz zu den Gästen wurden die Entscheidungen aber weitestgehend so hingenommen und nicht kommentiert (besser gesagt diskutiert bzw. bepöbelt, im weiteren Spielverlauf auch nur noch beschrieen). Da auch offensiv einige Entscheidungen gegen nicht wie am Spieß brüllende OSFler in dieser Phase aus Sicht der Gastgeber suboptimal getroffen wurden, setzte sich der LHC bis auf 3 Tore ab.

Die Bank der SG musste reagieren, nahm eine Auszeit, stellte die Mannschaft neu ein und siehe da: Handball spielen oder besser gesagt Handball kämpfen funktionierte auf einmal. Begünstigt durch mehrere, teils doppelte Unterzahlsituationen kam die SG zurück und konnte den Rückstand bis zum Pausenpfiff immerhin egalisieren.

Dabei spielte den Berlinern auch das überharte Abwehrspiel der Ludwigsfelder in die Hände, welches ab Minute 20 auch langsam, aber sicher geahndet wurde.

In den zweiten 30 Minuten waren die Berliner aus der Lethargie der ersten erwacht und setzten sich sofort leicht ab. Das leichte Absetzen wurde durch nun zielgerichtetere Kombinationen in Verbindung mit dem stärker werdenden Tempospiel in der Folge zu einem etwas sicheren Vorsprung ausgebaut, der im Endeffekt dann auch nicht mehr in Gefahr geriet.

Spätestens nach Robert Kohrs‘ Slalomlauf gegen zwei zurücklaufende Abwehrspieler mit krönendem Abschluss aus 13 Metern merkte auch der LHC, dass sich die SG nicht mehr leicht ergeben würde. 

Einige weitere Ursachen gab es allerdings auch noch.

Während die Berliner sich nicht großartig mit den Entscheidungen der Unparteiischen beschäftigte, nahm die ohnehin schon stets stark ausgeprägte Diskussionskultur der Randberliner im Laufe des Spiels ungeahnte Ausmaße an.

Der geneigte Zuschauer hatte den Eindruck, es spiele LHC gegen Schiedsrichter und nicht gegen die SG OSF. Daraus resultierende Zeitstrafen wegen Meckerns und anderer unschöner Aktionen waren dann die logische Konsequenz und stärkten nicht unbedingt den Auftritt der Gäste.
Einmal in Gesprächslaune, fingen einige Beteiligte auch an, den verbalen Austausch mit Gegenspielern zu suchen und legten dabei vom Niveau her noch mal einige Schippen drauf, sodass man nur den Kopf schütteln konnte.

Bei so vielen Nebenkriegsschauplätzen war es kein Wunder, dass die verbleibenden, auf das Spiel und keine Begleitumstände fokussierten Spieler vom LHC ihre liebe Müh und Not hatten, konstruktiv aufs Spielgeschehen einzuwirken und vielleicht die kleine Restchance auf den einen Punkt noch zu nutzen.

Dieses Ansinnen ließ die sauber arbeitende SG Defensive allen 2-Minuten- Forderungen des Gegners zum Trotz dann allerdings ins Leere laufen, durch die in der Schlussviertelstunde eigentlich nur noch der überzeugende Ole Hädrich dringen konnte. Auch Marvin Rothe fischte noch einige Unhaltbare sauber weg.

Kurz vor dem Ende gönnte man sich auf SG Seite zu allem Überfluss dann auch noch eine Auszeit, die auf völliges Unverständnis seitens der Gäste stieß. Vielleicht sollte man dazu einfach an das Stadtwerke-Turnier in der Vorbereitung zurückdenken, dann erschließt sich auch der tiefere Sinn dieser Aktion.

Alles in allem müssen auch unschöne Spiele erst einmal gewonnen werden, was die SG am Ende noch eindrucksvoll tat. Damit bleibt Kontakt zur Spitze vorhanden und die SG kann mit einem beruhigenden Gefühl in die schweren kommenden Spiele gehen.

Zunächst kommt es kommenden Samstag zur Wiederholung des letztjährigen Erstrundenspiels des Amateurpokals gegen die HV GW-Werder. 
Anpfiff ist um 17.45h in der Pallasstraße, Zuschauer sind wie immer gerne gesehen. 

In der Liga geht es erst übernächstes Wochenende beim MTV Altlandsberg weiter.

Julien Groenendijk (TW), Marvin Rothe (TW), Quoc Cuong Le (8/6), Marcel Buchholz (4), Philipp Wieschollek (4), Robert Kohrs (4), Tobias Erdmann (4), Maik Clausen (2), Marius Wessel (2), Fabio Baumert (1), Philipp Böttcher (1), Justus Neeb, Nils Moritz Weber

SG OSF Berlin - Ludwigsfelder HC
30:25