Spielbericht
1. Männer   vs.   SV 63 Brandenburg-West

28.01.2017

Couragiert zum Erfolg

SG OSF Berlin

1. Männer

31 - 25
SV 63 Brandenburg-West

SV 63 Brandenburg-West

Liebe Gemeinde,

guck mal einer an! Die 1. Männer der SG OSF belohnen sich am vergangenen Samstag in der heimischen Pallasstraße für eine couragierte Leistung mit einem 31:25-Erfolg in der Oberliga gegen den SV 63 Brandenburg-West und fahren zwei immens wichtige Punkte ein. Dabei wusste die Truppe von Coach Sven Liesegang in großen Abschnitten auch spielerisch zu gefallen.

In Ermangelung schreibwütiger und/oder erinnerungsfähiger Personen aus dem Mannschaftskreis folgt nun eine Schilderung aus dem biergeschwängerten Off-Universum des Tribünen-Pöbels, welcher der Punktejagd der OSF-Mannen vergnügt beiwohnte. Vorab bittet der Verfasser deshalb um Nachsicht, sollte das Folgende notwendigen Hintergrundwissens entbehren oder gar postfaktisch erscheinen. Zumal – und dies sei mit Bedacht schon eingangs erwähnt – die Gedanken des Verfassers sich gerade zu Beginn der Partie noch um das vom Hallenwart spontan ausgesprochene Trommelverbot drehten… Ich wiederhole: TROMMELVERBOT. Und zwar „nachdrücklich“, wie der Aushang an der Tür verkündete. Trommelverbot in einer Sporthalle. Wegen Lärmbelästigung und so. Wer also denkt, er hätte schon viel erlebt, kann immer noch überrascht werden. Dies also vielleicht nur zur Aufklärung, da es doch so einige irritierte Gesichter ob der peinlichen Stille in der Halle gegeben hatte. Hier haben die Winkeladvokaten der SG also endlich wieder eine Aufgabe mehr vor der Brust.

Apropos Aufgabe vor der Brust – kommen wir zum Spiel:

Die Ausgangslage für die OSF-Equipe war vorab eindeutig an der Tabelle abzulesen: Gegen einen Tabellennachbar wie die Akteure aus Brandenburg an der Havel muss in einem Heimspiel doppelt gepunktet werden – nicht zuletzt angesichts der noch bevorstehenden schweren Prüfungen bis zum Saisonende. Ein klassisches „Vier-Punkte-Spiel“ also, wenngleich es mit Blick auf die Zahlen des Gegners schon schwer genug werden würde derer zwei mitzunehmen. Schließlich hatte es zum einen in der Hinrunde auswärts noch eine 25:31-Niederlage gegeben (jetzt war es genau andersherum, ist ja lustig; Anm. d. Verf.) und außerdem taten sich die Brandenburger im bisherigen Saisonverlauf  mit bereits vier Remis (!) als Könige der Punkteteilung hervor.

Auf Seiten der Schöneberger wurde ein voller Kader gemeldet. Zwar wurde der verletzungsbedingte Ausfall von Kreisrecke T. Erdmann weiterhin betrauert, dafür konnte Capitano & Handballgott M. Wessel nach langer Zeit wieder dem eigenen Anhang präsentiert werden, was zur allgemeinen Verzückung auf den Rängen führte: nostalgische Kommentare und liebevolle Bekundungen waren zu vernehmen, ja einige sollen sogar kurz davor gestanden haben ihre Schlüpfer aufs Spielfeld zu werfen, was aber – gottlob! – verhindert werden konnte (wahrscheinlich ebenfalls vom umtriebigen Hallenwart).

Die Schöneberger fanden gut ins Spiel und demonstrierten vorne wie hinten große Einsatzbereitschaft. Zügig konnte über eine bewegliche Abwehr, mit einem zunächst stark aufgelegten Torsteher Castillo dahinter, eine ordentliche Führung herausgespielt werden (1:0, 5:1, 8:2). Die Älteren unter den Anwesenden sahen sich bei der Betrachtung mancher furios hin und her gepeitschter Bälle im Angriffsspiel der Guten in sorgenfreiere Zeiten zurückversetzt. Geschickt wurde die ganze Breite der Platte genutzt und beherzt genetzt, so z. B. Günni-like mit Auge von Außen oder mit der Wucht in persona von Schönebergs mobiler Abrissbirne Wischollek.

Die Gäste hatten in der Anfangsphase sichtlich Mühe mit der Kontrolle des kleberfreien Spielgeräts (…ja, wissen wir, aber #kleberverbot #berlinsucks #kürzererhebel #berlinersenatfortrump) und rannten dem Geschehen hinterher. Nicht unwesentlich sicherlich auch der Umstand, dass sich auf Seiten der Brandenburger einer der Leistungsträger schon zum Duschen verabschieden musste, bevor er richtig ins Schwitzen gekommen war. In der 12. Minute soll P. Kryszon, der den Schönebergern im Hinspiel noch ordentlich eingeschenkt hatte, laut Spielprotokoll „dem Schiedsrichter nach einer Freiwurfentscheidung den Scheibenwischer“ gezeigt haben. Vielleicht lag es daran, dass eben jener zwei Minuten zuvor schon den im Gegenstoß befindlichen OSF-Rechtsaußen M. Weber rustikal destabilisiert hatte, vielleicht aber auch daran, dass die Referees die Geste missverstanden haben könnten. Aus der Tribünensicht des Verfassers könnte der entsprechend mit blauer Karte Bestrafte auch einfach nur angedeutet haben wollen, dass er zuvor im Gesicht getroffen worden war.

Auf lange Sicht war diese Herausstellung wahrscheinlich eine empfindliche Schwächung für die Gäste, kurzfristig jedoch schien sie genau das Gegenteil zu bewirken: Mit Trotz und Entschlossenheit konnten die Brandenburger sukzessive den Rückstand verkürzen (9:5, 11:8, 13:11). Das lag vor allem an der Breite der Spielanlage, die zwar weniger Tempo als die der Hausherren aufwies, dafür aber ein ausgeprägtes Gefühl für die Lücke und das eiskalte Nutzen selbiger z. B. über Linksaußen L. Fleischer, Mittelspieler T. Kryszon und Halbrechts F. Richter, der sich zudem mit einigen feinen Anspielen an den starken Kreisläufer T. Wollweber hervor tat. Während die Schöneberger Brandenburgs Routinier S. Ackermann gut im Griff hatten, kamen sie überdies auch weiterhin zu genügend Chancen, die aber zunehmend von Torsteher D. Alpers stark vereitelt wurden. Bis zum Pausentee waren die Mannen aus der Havelstadt auf 16:14 rangekommen – also quasi in Schlagdistanz. Kleiner Witz am Rande.

Nach Wiederanpfiff blieb die Partie über einen ordentlichen Zeitraum weiterhin eng. Die Schöneberger wussten Ihrerseits stets die Führung zu behaupten, konnten indes nicht entscheidend davon ziehen (17:16, 21:18, 22:20). Der genaue Ablauf des zweiten Durchgangs verschwindet zusehends im Nebel der Erinnerung, aber das Spielprotokoll gibt Auskunft über eine, letztlich entscheidende, Absetzbewegung der Schöneberger ca. 15 Min. vor Ultimo – hier konnten die Hausherren von 22:20 auf 29:23 aufpolstern, was möglicherweise an der weiterhin gezeigten Bereitschaft und Intensität lag, möglicherweise aber auch an den größeren Wechselmöglichkeiten gegenüber den im bereits Vorfeld und wie beschrieben während der Partie zusätzlich dezimierten Gästen. Die Mittelleute T. Stark und M. Buchholz bekamen nun im Bereich Spielorganisation zunehmend Entlastung von Capitano Wessel, dessen Grundtugenden Speed, Übersicht und Mentalität auch auf der halbrechten Position einen wie erhofft prägenden Einfluss auf das Schöneberger Spiel in Angriff wie Abwehr hatten. Während durch den längst vollzogenen Wechsel im Kasten der SG OSF hin zu J. Groenendijk kein Abfall zu erkennen war, konnten die Schöneberger den Widerstand des Brandenburger Torstehers D. Alpers nun knacken – in Erinnerung bleiben hier vor allem der in aller Verklärung als spielentscheidend zu nennende Treffer mit links von Wackel-Maschine Buchholz sowie eine 100-%-Trefferquote von OSF-Urgestein R. Kohrs, der wieder mal die ganze Palette von technischer Finesse und – zum Glück – millimetergenauer Torpedokraft aus dem Hut zauberte. Die ganz große Spannung kam in den letzten Minuten nicht mehr auf, so dass die blau gewandeten Hausherren die Partie letztlich erfreulich deutlich mit 31:25 für sich entscheiden konnten und wieder froheren Mutes in die Zukunft blicken dürften. Der gezeigte Teamwille, Einsatz und auch die spielerische Idee scheint zumindest dem Verfasser wieder deutlicher zu Tage zu treten als noch einige Wochen zuvor.

Weiter geht’s für die 1. Männer am kommenden Samstag auswärts beim VfL Tegel. In diesem innerberlinischen Duell gilt es ebenfalls das Maximum heraus zu holen, wenngleich jedem klar sein dürfte, was für eine eklige Aufgabe im sogenannten „Hatzedom“ auf die OSF-Mannen wartet. Die Tegeler sind längst in der Liga angekommen und haben bereits mit fünf Siegen, auch gegen große Mannschaften, aufhorchen lassen. Abstand in der Tabelle zwischen den Kontrahenten momentan: zwei Punkte. Was lernen wir daraus? Genau: Vier-Punkte-Spiel.

Die Mannschaft würde sich freuen, wenn sich eine stimmgewaltige Abordnung bereitfinden würde,  das männliche Flaggschiff der OSF-Farben bei dieser Aufgabe zu unterstützen.

Anpfiff ist am Samstag um 18:00 Uhr in der Sporthalle Hatzfeldallee 27-33.

 

Die Redaktion

i. A. Martin Eitner

 

Aufstellung:

Maurice Castillo (TW), Julien Groenendijk (TW), Quoc Cuong Le (7/4), Justus Neeb (1), Robert Kohrs (5), Maik Clausen (4), Tizian Stark, Marcel Buchholz (1), Moritz Weber (2), Dorian Schnabel (1), Philipp Wischollek (6), Hannes Werner, Manuel Frank (2), Marius Wessel (2)

Fotos zum Spiel bei Facebook: https://www.facebook.com/pg/Alter.Keeper/photos/?tab=album&album_id=708857615954228

SG OSF Berlin - SV 63 Brandenburg-West
31:25 (16:14)