Spielbericht
VfL Tegel   vs.   1. Männer

04.02.2017

Berlin-Derby gewonnen

VfL Tegel

VfL Tegel

21 - 29
SG OSF Berlin

1. Männer

Die „Erste“ gewinnt beim Aufsteiger VfL Tegel 29:21. Vier Monate ist es her, als es den letzten Auswärtssieg zu feiern gab. Auch bei einem Berlin-Derby, auch bei einem Verein für Leibesübungen  und zwar im Süden der Stadt, beim VfL Lichtenrade.
Nun, im Norden der Stadt, ein weiteres Achtungszeichen für die Vormachtstellung im Amateur-Handball der Stadt. Einzig die Füchse-Reserve, teilweise mit Erstliga Spielern aufgebessert, haben noch einen kleinen Vorsprung. Gerade bei dieser Ausgangskonstellation waren die vor kurzem erzielten Ergebnisse der Nordlichter bemerkenswert. Sowohl in Grünheide, einem selbsternannten Ligaprimus und immerhin auf Platz 5 der Liga, als auch gegen die 2. Mannschaft der Füchse (z. Zt. Vierter) gelangen den Mannen um Trainer Frank Schücke Überraschungserfolge.
So war man auf Seiten der Schöneberger gewarnt. Aber gezieltes Training in der abgelaufenen Woche als auch aufmunternde Worte seitens Trainer Sven Liesegang beim gemeinsamen Videostudium mit Kaffee- und Kuchenbeilage sollten für ausreichend Selbstbewusstsein sorgen.
Auf der zunehmend kleiner werdenden Verletztenliste gab es mit Manuel Frank nur noch einen Totalausfall. Tobias „Turbo“ Erdmann,  dem die frischen Vaterfreuden noch das ganze Gesicht aufhellten, Marius „Mikkel“  Wessel  und  Marcel Buchholz mit noch nicht vollständig auskurierten Blessuren bissen sich auf die (sprichwörtlichen) Zähne. Unsere beiden Rechtsaußen, Robert Kohrs und Moritz Weber  laborierten in der vergangenen Woche noch an fiebrigen Erkältungen, aber wenigstens Robert konnte sich rechtzeitig zum Spiel wieder „gesund melden“. Dem leider weiterhin das Bett hütenden Moritz auf diesem Wege gute Besserung.  Jetzt aber zum Eigentlichen. Zum Handball.
Dies aber nicht, bevor an dieser Stelle ehrwürdiger Respekt an die mitgereiste Schöneberger Fan-Gemeinde ausgesprochen worden ist, unter Ihnen auch, worüber wir uns sehr gefreut haben, unser Ex-Co-Trainer Peter Frank. Auch missliche Umstände – fehlender Zugriff auf bestimmte Lärmgeräte  -  konnte die gefühlte Hundertschaft nicht aufhalten, den „Hatzedom“ fest in Schöneberger Hand zu nehmen.  Danke für die furiose Unterstützung während  und nach der Spielzeit.
Die Spielzeit  -  gestaltete sich anfänglich dann doch etwas zäh. Zwar konnten wir schnell mit 2:0 in Führung gehen, dies trug aber nicht zu einem entspannten Verlauf der ersten Halbzeit bei.  Noch die Worte des Trainers im Ohr, dass die Deckung der Tegeler, gerade in der Anfangsphase des Spiels, nicht zimperlich mit ihren Gegenspielern umgeht, zuckten die Schiedsrichter bereits nach zehn Minuten den roten Karton und schickten den für Tegel nicht unwichtigen Routinier und Kreisläufer Florian L. auf die Tribüne.  Wer jetzt dachte, diese Schwächung der Tegeler Reihen würde sich flugs in deutlicher Dominanz in den Angriffsbemühungen bzw. der Abwehrarbeit der SG OSF Mannen sichtbar machen, sah sich getäuscht. Lediglich „Tiiiii(t)zzzzz“  Tizian Stark,  „Günni“ Quoc Cuong Le und Dorian Schnabel wussten in dieser Phase des Spiels zu gefallen. Justus Neeb, er war es, der in der Anfangsphase  so rüde niedergestreckt wurde,  traf endlich wieder und „Turbo“ Tobias Erdmann  konnte sich nach langer Abstinenz wieder in die Torschützenliste eintragen. Auch Robert Kohrs, zeigte mit seinen beiden Treffern in der ersten Halbzeit, dass er wieder „da“ ist. Die defensive Ausrichtung der 6:0 Deckung zeigte noch nicht den erhofften Erfolg und Julien Groenendijk im Tor konnte leider auch nicht wie gewohnt überzeugen. War es die Derby-Atmosphäre, das Bewusstsein erneut ein sog. 4-Punkte-Spiel absolvieren zu müssen? So richtig rund lief es noch nicht. Die 15:14 Halbzeitführung belegte mehr als deutlich, dass hier noch Arbeit zu verrichten blieb.


Der Start in die zweite Hälfte verlief, wie in den Spielen zuvor, eher positiv. Mit zwei Toren, je eines  von „Günni“ und Justus Neeb, schraubten wir den Vorsprung auf 17:14. Aber auch jetzt hatte die Truppe um Spielmacher  Jörn Bolduan wieder eine Antwort parat und verkürzte wieder auf 16:17 bzw. 17:18 aus Tegeler Sicht. Es folgte, nach einer Auszeit unseres Trainers, eine beeindruckende Phase unseres Angriffsspiels, getragen von einer deutlich besseren Abwehrleistung, zu der auch der nun eingewechselte Maurice Castillo im Tor mit sehenswerten Paraden nicht unwesentlich beitrug,  ein 8:1 Lauf zum 26:18. Mann der Stunde war hier Robert Kohrs, der sowohl von Rechtsaußen aus dem Positionsspiel, bei Kontern über Rechts aber auch mit gestohlenen Bällen im Alleingang fünf Tore zu diesem spielentscheidenden Verlauf beitrug.  „Mikkel, der den Torreigen eröffnete, war dann auch in den Schlussminuten noch einmal erfolgreich, wobei es Tizian Stark vorbehalten blieb, nach einer sehr passablen Leistung den Schlusspunkt zum 29:21 Erfolg zu setzen.


Das zweite „4-Punkte“- Spiel in Folge gewonnen. Einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Noch bleibt aber an einigen Ecken zu feilen und zu verbessern, denn vor allem auf Halblinks lief diesmal so gut wie nichts. Beide für diese Position hauptamtlich benannten Kräfte, Phillip Wieschollek und Maik Clausen, der allerdings einen Großteil seiner Spielzeit auf Linksaußen absolvierte, konnten hier nur wenig positive Akzente setzen. Nachdem aber die Arbeit des Trainers an anderer Stelle bereits Früchte zu tragen scheint (die eigene Fehlerquote konnte schon ein wenig reduziert werden), bleibt auch hier die Hoffnung auf Besserung.
Tabellenplatz 8. 14 Punkte auf der Habenseite. Punkt.
Das nächste Spiel, das ja bekanntlich immer das schwerste ist,  findet am 12.2.2017 um 17:30 Uhr im Südosten der Stadt gegen die SG Ajax/ Altglienicke in der Rudower Str. 7 statt. Fernziel ist hier das Erreichen des HVB-Pokal Final Four Turnieres und letztendlich die Erringung des HVB-Pokals.  


Aufstellung:  Julien Groenendijk (TW), Maurice Castillo (TW), Robert Kohrs (7), Quoc Cuong Le (5/2), Dorian Schnabel (5), Justus Neeb (3), Tizian Stark (3), Tobias Erdmann (2), Marius Wessel (2), Philipp Wieschollek (1), Marcel Buchholz (1), Maik Clausen, Niklas Fest, Hannes Werner

5.2.2017, Norbert Menge

VfL Tegel - SG OSF Berlin
21:29 (15:14)