Spielbericht
Lausitzer HC Cottbus   vs.   1. Männer

18.02.2017

Klassenunterschied

Lausitzer HC Cottbus

Lausitzer HC Cottbus

30 - 23
SG OSF Berlin

1. Männer

Eine deutliche Niederlage mussten die 1. Männer der SG OSF Berlin beim neuen Spitzenreiter der Oberliga Ostsee-Spree hinnehmen. Das Endergebnis von 30:23 schmeichelte den Mannen um Coach Sven Liesegang sogar ein wenig, sah man sich doch über weite Strecken des Spiels einem Rückstand von 7-8 – in der Spitze 9 – Toren hinterherlaufen. Glückwunsch an den LHC Cottbus, der an diesem Tag einfach eine Klasse besser war. Die Takev-Bruderschaft wirbelte erneut, ein ums andere Mal die Abwehrreihen der Schöneberger durcheinander. Nick Widera flackte, meist ungehindert, von Halblinks und mit stoischer Ruhe vom Siebenmeterpunkt. Marcus Maier erfreute seinen Trainer mit sehenswerten und stets erfolgreichen 1:1 Aktionen. Soviel, so gut zu den Gastgebern. 

Aus den eigenen Reihen gab es leider nur wenig Positives zu berichten. Einzig den Torhütern, besonders Maurice Castillo konnte man eine gute Leistung attestieren. Mit 12 Glanzparaden, allein in der ersten Halbzeit, hielt er seine Mannschaft noch einigermaßen im Spiel. Allerdings zeigte der 15:9 Halbzeitstand schon deutlich wohin die Reise an diesem Tage hingehen sollte. Was gab es sonst? Warum dieser eklatante Abstand im Leistungsniveau? 

Hier ein Versuch einer Erklärung. Schaut man auf den Statistikbogen, werden einige Dinge sofort klar. Der gesamte Rückraum agierte zum einen zu drucklos und zum anderen mit erschreckend vielen technischen Fehlern. 12-mal wurde der Ball „weggeschmissen“, ohne dass ein Torwurf zu Stande kam. Dazu gesellte sich eine äußerst schwache Wurfausbeute. Ganze 14 Würfe auf das Cottbusser Tor hatten die Bezeichnung Wurf eigentlich nicht verdient. Als Konsequenz dieser mangelhaften Spielführung ermöglichte man den Lausitzern zu viele einfache Ballgewinne, die diese zu ca. 90% dann auch in eigene Tore umzumünzen wussten. Schaut man auf die 1:1 Aktionen, mit der wir die Cottbusser Deckungsformation aufbrechen wollten, so viel auf, dass es hier an der nötigen Willenskraft mangelte. So wurde in letzter Konsequenz eher zurück- als durchgezogen. Die kärgliche Ausbeute an Siebenmetern (Einer in 60 Minuten, der dann leider auch noch vergeben wurde) dokumentiert diese Schwäche. Die beliebte Ausrede, es würde an den Schiedsrichtern gelegen haben, traf auch nicht zu. Ganz im Gegenteil das Schiedsrichtergespann Beifuß/ Struck bot eine überdurchschnittlich gute Leistung. 

Aber zurück zur eigenen Leistung. Abwehr fand leider auch nur sporadisch statt. Noch vor dem Spiel eingeschworen auf zusammenrücken und einander helfen wurde dieser Schwur nur allzu oft gebrochen und die Abwehr glich eher einem Schweizer Käse als einem undurchdringlichem Bollwerk. Nun gut - alles nörgeln hilft ja auch nichts, und so heißt es in den kommenden Wochen weiter an sich zu arbeiten und Stück für Stück die Leistungen aus dem Training dann auch beim Spiel auf die Platte zu bringen. Es folgen nun zwei Heimspiele, beides Berlin-Derbys, erst einmal am 25.2. gegen den VfL Lichtenrade (Anpfiff 20:00 Uhr), dann am 11.3. gegen Füchse II (Anpfiff 18:00 Uhr), beide Spiele in der Pallasstr., bei denen es zu gewinnen gilt. Betrachtet man die Konkurrenz, so haben sich der Bad Doberaner SV 90, die SV 63 Brandenburg-West und erneut mit einem Achtungszeichen der VfL Tegel im Abstiegskampf standhaft gezeigt. 

Weiterhin 14 Punkte auf der Habenseite. Punkt. 

Aufstellung: Julien Groenendijk (TW), Maurice Castillo (TW), Philipp Wieschollek (6), Moritz Weber (5), Maik Clausen (3), Hannes Werner (2), Dorian Schnabel (2), Justus Neeb (2), Tobias Erdmann (2), Tizian Stark (1), Robert Kohrs, Niklas Fest 

19.2.2017, Norbert Menge

Lausitzer HC Cottbus - SG OSF Berlin
30:23 (15:9)