Spielbericht
Ludwigsfelder HC   vs.   1. Männer

08.04.2017

Déjà-vu in Ludwigsfelde

Ludwigsfelder HC

Ludwigsfelder HC

27 - 25
SG OSF Berlin

1. Männer

Ein kurzer Ausflug in die Vergangenheit zeigt, dass Handball in Ludwigfelde ein Spiel ist, das 60 Minuten dauert und am Ende der Ludwigsfelder HC gewinnt.

Saison 2012/13, 02.02.2013 (17. Spieltag): 26:25

Saison 2013/14, 02.11.2013 ( 8. Spieltag): 32:31

Saison 2014/15, 29.11.2014 (12. Spieltag): 26:18

Saison 2015/16, 30.04.2016 (25. Spieltag): 27:24

Saison 2016/17, 08.04.2017 (23. Spieltag): 27:25

Die Höhe des Sieges, auch wenn es in den meisten Fällen eng zuging, scheint eher irrelevant. Auch der Austragungszeitpunkt spielt eine untergeordnete Rolle. Ob Herbst, Winter oder Frühling: in Ludwigsfelde gab es für die SG OSF Berlin nichts zu gewinnen. Einzig im Sommer gab es in der Saisonvorbereitung 2014/15 den 1. Platz inklusive Sieg über den Ludwigsfelder HC beim Traditionsturnier um den Stadtwerkepokal. Vielleicht würde ein Gespräch mit den Spielansetzern der Oberliga Ostsee Spree helfen, um dort - in Ludwigsfelde - auch einmal Oberligapunkte einsammeln zu können. Na ja, man wird ja mal träumen dürfen.

Aber zurück in die Realität. Die Begegnung am vergangenen Samstag war nicht von vornherein verloren, auch wenn der Start ins Spiel eher missglückte. 0:3 nach wenig berauschenden Angriffsaktionen der Schöneberger Handballgemeinschaft. Vier Angriffsversuche und gleich wieder die so ungewollten, unseligen technischen Fehler. Erst im 5. Angriff der SG OSF Berlin traf Justus Neeb zum 1:3 und Ludwigsfelde erhöhte postwendend auf 4:1 und hatte dabei eine Quote von 4 von 5. Leichte Konter Tore und ein unglücklich haltender Maurice Castillo im Tor der Berliner waren dafür verantwortlich. Drei, eigentlich nur mit Harz an Ball und Händen mögliche, Tore vom Linksaußen der Ludwigsfelder Paul Schulpig und dem Schöneberger Torsteher blieb nur das Nachsehen. Aber so einfach wollten sich die Mannen von Trainer Sven Liesegang nicht geschlagen geben. Maik Clausen zum 4:2 und Quoc Cuong Le („Günni“) zum 4:3 konnten kurz darauf verkürzen. 5:4 durch Tobias Erdmann und erneut Günni zum 5:5 und die SG OSF Berlin war wieder im Spiel. Allerdings war die aufkeimende Hoffnung auf einen positiven Spielverlauf nur von kurzer Dauer. 3 Tore in Folge durch den Ludwigsfelder HC, nach erneut unkonzentrierten Aktionen im Angriffsspiel der Hauptstädter und es stand 8:5. Bis zum 10:6 traf dann lediglich Philipp Wieschollek noch einmal und wir hatten zum ersten Mal im Spiel einen 4-Tore Rückstand. Wieder ein Aufbäumen durch Treffer von Philipp Wieschollek, Günni und Tobias Erdmann und es war nur noch ein Tor aufzuholen (10:9 nach ca. 20 gespielten Minuten). Die Achterbahnfahrt der ersten Halbzeit sollte aber noch nicht zu Ende sein, denn zum wiederholten Male sollten ungenaue Anspiele zum Mitspieler oder verzogene Würfe aufs Tor der Ludwigsfelder die Aufholjagd jäh unterbrechen. Julien Groenendijk, jetzt im Tor der SG OSF Berlin, versuchte die Angriffswellen der Ludwigsfelder zu stoppen, bekam dabei leider wenig Unterstützung von seinen Vorderleuten mit dem Resultat, dass es zur Halbzeit 16:10 für Ludwigsfelde stand. Kapitale Schwächen im Eins gegen Eins, aber auch vortreffliche Schlagwürfe von Nico Wiede ermöglichten den Gastgebern diesen 6:1- Lauf bis zur Pause. Einzig Robert Kohrs traf in dieser Phase noch einmal für die Schöneberger Truppe.

Ein gehöriges Donnerwetter dann während der Halbzeitansprache von Trainer Sven Liesegang sollte seine Wirkung nicht verfehlen. Deutlich wacher und konzentrierter startete die 1. Männer der SG OSF Berlin in den zweiten Durchgang. Vier Tore in Folge, bei zwei gehaltenen Siebenmetern von Julien Groenendijk, brachten das Flaggschiff der Schöneberger Handballgemeinde wieder auf Kurs. Dabei trafen Maik Clausen, Moritz Weber, Philipp Wieschollek und Justus Neeb je einmal. Es entbrannte nun ein Handballfight der besonderen Art, bei dem sich beide Teams mit sehenswerten Treffern aus dem Rückraum oder gewieften Kreisanspielen auszeichneten. Ein Spiel, was in dieser Phase mit maximal zwei Treffern Vorsprung auf Seiten der Ludwigsfelder noch keinen Sieger erkennen ließ. Dies blieb auch bis zum Ende des Spiels so. Zwar konnten sich die Ludwigsfelder zwischenzeitlich noch einmal einen Vorsprung von vier Toren erspielen, aber zum Ende wurde es noch einmal denkbar knapp und die Niederlage mit 25:27 belohnte die wacker kämpfenden und zeitweise in der zweiten Halbzeit groß aufspielenden Schöneberger leider nicht mit wenigstens einem hochverdienten Punkt. Zu den Glanzpunkten der zweiten Hälfte zählte auch ein Kempa-Trick der Schöneberger, angesagt von Trainer Sven Liesegang in einem Time-Out, und umgesetzt dann durch den Pass von Rechtsaußen Moritz Weber zum von Halblinks hereinfliegenden Maik Clausen, bei dessen Flugbahn die Zuschauer den Eindruck gewinnen mussten, dass dieser den Ball erst hinter der Torlinie ablegen wollte.

Zwei wichtige Akteure der SG OSF Berlin fehlten leider in diesem Spiel, Dorian Schnabel – nach einer Trainingsverletzung, die nur mit drei Stichen und Antibiotika zu heilen war, und Marcel Buchholz, der nicht in Berlin weilte. Seinen Einstand, diesmal allerdings noch ohne Spielzeit, feierte der Neu-OSF’ler Hannes Kolbe (in Minden ausgebildeter Nachwuchshandballer, der uns in Zukunft auf Linksaußen hoffentlich noch viel Freude bereiten wird).

Dank an die mitgereisten Fans für die tolle Unterstützung im Hexenkessel der Ludwigsfelder Halle.

Es folgt das Osterfest mit einem spielfreien Wochenende und dann am 22.4.2017 um 18:30 Uhr das Heimspiel in der Pallasstr. gegen den Grünheider SV. Hier sind dann wieder zwei Punkte fällig.

17 Punkte auf der Habenseite. Punkt.

Aufstellung: Julien Groenendijk (TW), Maurice Castillo (TW), Maik Clausen (7), Philipp Wieschollek (4), Quoc Cuong Le (4/1), Justus Neeb (3), Tobias Erdmann (3), Tizian Stark (2), Moritz Weber (1), Robert Kohrs (1), Marius Wessel, Manuel Frank, Hannes Werner, Hannes Kolbe

9.4.2017, Norbert Menge

Ludwigsfelder HC - SG OSF Berlin
27:25 (16:10)