Spielbericht
1. Männer   vs.   Grünheider SV

22.04.2017

Freudentaumel in der Pallasstrasse

SG OSF Berlin

1. Männer

19 - 18
Grünheider SV

Grünheider SV

19:18 gegen den Grünheider SV, weil wir es wollten. Eine fantastische Energieleistung in der zweiten Spielhälfte, gepaart mit unbändigen Siegeswillen führte die Oberliga-Auswahl der SG OSF Berlin zum, letztlich verdienten, Erfolg. 

Der Grünheider SV reiste mit voller Kapelle nach Berlin Schöneberg und machte von Beginn an deutlich, wer sich in der oberen Hälfte der Tabelle der Ostsee-Spree Liga  befindet. Einzig Rückraumspieler Franz Breu fehlte den Grünheidern, was anfangs aber nicht ins Gewicht fiel.

Bei den Mannen der SG OSF Berlin fehlten arbeitsbedingt Kreisläufer Manuel Frank, studienbedingt (Auslandssemester) Torwart Julien Groenendijk und urlaubsbedingt Linksaußen Quoc Cuong Le („Günni“) sowie Rechtsaußen Robert Kohrs. Allesamt höchst wertvolle Stammspieler, deren Ausfall die Crew um Ersatztrainer Martin Meyer und Co-Trainer Marc Ruch (sie lenken hauptamtlich die Geschicke der 2. Männer, mit der sie kurz vor dem Aufstieg in die Verbandsliga Berlin stehen) zu verkraften hatte. Trainer Sven Liesegang konnte leider an diesem Samstag arbeitsbedingt nicht in Berlin weilen.

Zum Spielverlauf: Zäh und geprägt von wieder einmal zu vielen technischen Fehlern begann das Spiel der SG OSF Berlin. Aber auch der Gast aus Grünheide tat sich mit den wohl ungewohnten Bedingungen schwer (ohne Kleber fliegt der Ball scheinbar schwerelos gen Hallendecke). Dennoch hatten die Mannen um Spielmacher „Toni“ Büttner den besseren Start. Nach der 1:0 Führung, durch einen erfolgreich abgeschlossenen Konter von Marius Wessel (der Capitano startete auf Linksaußen) nahm der Grünheider SV das Heft des Handelns in die Hand. Drei Tore in Folge und es stand 1:3. Bis zum Spielstand von 3:7 trafen auf Seiten der Schöneberger nur noch Maik Clausen und Moritz Weber. Die Uhr hatte bereits 20 Minuten hinter sich gebracht, bis ein erstes zaghaftes Aufbäumen die 1. Männer der SG OSF Berlin über 5:7, 6:8 und zum Halbzeitstand von 7:9 den Vorsprung der Gäste ein wenig schmelzen lies. Erfolgreich in dieser Phase Dorian Schnabel (2), Philipp Wieschollek (1) und Marcel Buchholz (1 Treffer). 

Die zweite Halbzeit begann dann leider wie ein Abziehbild der ersten Halbzeit. „Toni“ Büttner führte geschickt Regie, ohne dabei den eigenen Tordrang zu vergessen. Florian Fink wirbelte auf der rechten Rückraumseite seine Kontrahenten in der Schöneberger Abwehr reihenweise durcheinander, konnte sich aber bei einigen Schiedsrichterentscheidungen nicht ausreichend beruhigen, so dass eine Zeitstrafe die folgerichtige Konsequenz war. Positive Auswirkungen auf das Spielgeschehen der Schöneberger Truppe blieben dabei allerdings aus. Der Vorsprung der Gäste wuchs über 8:11, 9:13, 10:15 bis zum 11:17 auf sechs Treffer an und keiner, auch der größte Fan, der wieder zahlreich und lautstark unterstützenden Fangemeinde, wollte mehr an einen erfolgreichen Ausgang dieser Oberligabegegnung für ihre Mannschaft glauben.  Aber der Sport , in diesem Falle der Handballsport, schreibt immer wieder die tollsten und teilweise unglaubwürdigsten Geschichten.  Auf der Anzeigetafel  tickte die Spielzeituhr auf 45:15 und von nun an bis kurz vor dem Schlusspfiff legten die 1. Männer der SG OSF Berlin einen sensationellen 8:0 – Lauf auf die „Bühne“. Das sog. Phrasenschwein sollte jetzt nicht mehr ums Platzen herumkommen, denn alles, was jetzt geschah, kann man nur genauso beschreiben.  Ein Handballspiel gewinnt man in der Abwehr.  Wow - wie oft haben wir das schon gehört. Aber sei es wie es sei, die knapp  15 Minuten, die jetzt folgen sollten, waren denkwürdig.  Über den auch schon berühmten Beton, der jetzt in der Schöneberger Abwehr angerührt wurde, überrannten die Männer der SG OSF Berlin den Gast aus Grünheide ohne Gnade. Alles was noch knapp 45 Minuten misslang sollte jetzt gelingen. Ein Rückhandwurf von Rechtsaußen

Moritz Weber, im Flug nach „Kontakt“ von der Außenposition rangelte sich auf der Bestenliste mit einem eingesprungenen „Roller“ von dem knapp fünf Zentimeter über dem Hallenboden schwebenden Maik Clausen. Tore aus dem Raritätenkabinett. Auf der Torhüterposition zeichnete sich Maurice Castillo mit reaktionsschnellen Paraden und insgesamt zwei gehaltenen Siebenmetern aus und war damit nicht unwesentlich an der Null des 8:0 – Laufs beteiligt. Tobias Erdmann war endlich vom Kreis erfolgreich. Tizian Stark, mit zwei schönen 1:1 Aktionen zum 18:17 und 19:17, setzte den Deckel drauf. Und Grünheide? Was war mit Grünheide? Hier reicht eine eher knappe Antwort: „Nichts“ – aber auch gar nichts. So routiniert auch der Auftritt in den ersten 45 Spielminuten war, so desaströs war er in den letzten Fünfzehn.  Es gelang ihnen lediglich noch ein Treffer zum 19:18, 20 Sekunden vor Schluss.  

Mit dem Schlusspfiff dann, lagen sich Spieler, Trainer und Betreuer der SG OSF Berlin in einem wohlverdienten und ausgedehnten Freudentaumel in den Armen, nicht zuletzt auch, weil mit dem Sieg über Grünheide der Klassenerhalt gesichert wurde. 

Dank an unsere treuen Fans für die erneut tolle und lautstarke Unterstützung. Dank an das Team (allen voran Familie Neeb), das bei den Spielen in der Pallasstr. für das Catering sorgt.  Dank auch an Florian Fink vom Grünheider SV für seinen Einsatz als Fotograf des Siegerfotos in der Schöneberger Umkleide.  Gefreut haben wir uns auch über das Wiedersehen mit Ex-Schöneberger Patrick Petersen (jetzt im Tor des Grünheider SV). 

Es folgen nun noch zwei Punktspiele in dieser Saison. Am Samstag, dem 6.5.2017, um 18:00 Uhr in der Schöneberger Sporthalle gegen den Berliner SV 92 und dann das letzte Spiel der Saison am Samstag, dem 13.5.2017, um 18:00 Uhr in Neubrandenburg gegen die Fortuna. Beide Mannschaften stehen bereits als Absteiger fest, was uns aber nicht zu leichtfertigem Handeln verleiten sollte. 

19 Punkte auf der Habenseite. Klassenerhalt. Punkt. 

Aufstellung:  Maurice Castillo (TW), Hagen Wey (TW), Moritz Weber (5), Maik Clausen (4), Dorian Schnabel (3), Tizian Stark (2), Marcel Buchholz (2), Philipp Wieschollek (1), Tobias Erdmann (1), Marius Wessel (1), Justus Neeb, Hannes Werner, Niklas Fest, Hannes Kolbe

23.4.2017, Norbert Menge

SG OSF Berlin - Grünheider SV
19:18 (7:9)