Spielbericht
SV Fort. 50 Neubrandenburg   vs.   1. Männer

13.05.2017

Auswärts: „Pfui“

SV Fort. 50 Neubrandenburg

SV Fort. 50 Neubrandenburg

23 - 17
SG OSF Berlin

1. Männer

Klingt jetzt im ersten Moment etwas schäbig, war aber so. Nach wenig glanzvoller Vorstellung in Neubrandenburg, bei der bereits als Absteiger feststehenden SV Fortuna 50, bestätigten die Mannen von Trainer Sven Liesegang den Trend der gesamten Saison 2016/17, bei dem bei Auswärtsspielen die 2-Punkte-Trauben einfach zu hoch hängen.  17:23 war der ernüchternde Endstand einer erfolglosen Handballreise.  Drei Siege Auswärts, wobei zwei davon in Berlin erkämpft wurden. Einzig den Sieg am ersten Spieltag der Saison gegen die HSV Insel Usedom konnte man eigentlich als Auswärtssieg titulieren. 

Aber bevor es im Saison-Resümee weiter geht, doch nochmal zum Spiel in Neubrandenburg. 

Die Ausgangslage bezüglich des zur Verfügung stehenden Spielerkaders war nicht gerade berauschend. Quoc Cuong Le („Günni“) und „Turbo“ Tobias Erdmann, beide bereits am letzten Heimspieltag in Ehren verabschiedet, Manuel Frank (erneut arbeitsbedingt), Justus Neeb (krank),  Hannes Werner (Familienfeier), unser Nachwuchstorwart Hagen Wey (mit der A-Jugend bei der Jugend-Bundesliga-Quali), fehlten bei der Auswärtsfahrt. Kurzfristig gesellte sich dann auch noch Dorian Schnabel zum Kreis der nichtspielenden Kandidaten – zwar noch mit dem eigenen Fahrzeug nachgereist, waren dann die  Magen-Darm Beschwerden zu schwer, um mehr als einen Kurzeinsatz zu ermöglichen.

Dann auch noch der Anruf von unserem Trainer Sven Liesegang: „Autopanne – keine Chance, Neubrandenburg rechtzeitig zu erreichen!“. Telefonisch noch ein paar Taktik-Hinweise und wohlgemeinte Durchhalteparolen. Dann die Gewissheit, das letzte Saisonspiel  ohne den scheidenden Trainer (arbeitsbedingt wird eine weitere  Zusammenarbeit leider nicht mehr möglich sein) absolvieren zu müssen.

Die Gastgeber dagegen präsentierten „volle Kapelle“ und eine gut gefüllte Webasto-Arena.

Zum Spielverlauf:

Nicht wirklich wach ging die Truppe der SG OSF Berlin in die ersten Spielminuten beim Rennen um die letzten Oberliga-Punkte der Saison 2016/17. Über 0:3, 4:9 rappelten sich die Schöneberger um Spieler-Trainer Marius „Mikkel“ Wessel noch zum 7:11 Halbzeitstand auf, konnten aber die munter aufspielenden Neubrandenburger in keiner Phase der ersten Halbzeit in Bedrängnis bringen. Hauptursache war die katastrophale Wurfausbeute. Allein neun Fehlwürfe, bei denen maximal dreimal der Neubrandenburger Torwart seine „Hände“ mit im Spiel hatte, ergänzt durch 3 technische Fehler, ermöglichten es den Fortuna-Spielern leichte Konter zu laufen und ihrerseits einfach einzunetzen. 

Die zweite Halbzeit bot dann ein ähnliches Bild. Bei Zwischenständen von 8:11, 12:15 oder 15:18 keimte noch so etwas wie Hoffnung auf ein besseres Ergebnis auf, aber mit der Fortsetzung ungezielter Würfe auf das Neubrandenburger Gehäuse (in der zweiten Hälfte dann  sogar 10, in Worten Zehn), bei drei weiteren technischen Fehlern, wurde diese Hoffnung im Keim zerstört. Auch die erneut gute Torwartleistung von Maurice Castillo konnte nicht wirklich helfen. Da dann auch noch Maik Clausen in der 45. Minute, beim Stand von 15:18, das Feld mit einer direkten roten Karte verlassen musste (eine unberechtigte roten Karte – so hatten es alle, bis auf die Schiris, gesehen), fehlte für die finalen 15 Minuten ein Spieler, der bis dahin mit einer Quote von 50%, bei 4 Treffern , noch zu den erfolgreicheren Werfern zählte. Einzig Moritz Weber mit 5 von 7 und Tizian Stark mit 3

von 4 waren erfolgreicher. Der Endstand von 17:23 dokumentierte die ungenügende Vorstellung der 1. Männer der SG OSF Berlin an diesem Samstag. 

Den sportlichen Abschluss der Saison hatte ich mir anders vorgestellt, aber vielleicht habe ich ja auch zu viel erwartet. Ohne (gelernten) Kreisläufer (Philipp Wieschollek half hier redlich aus und mühte sich das gesamte Spiel auch in der zentralen Abwehr), ohne (gelernten) Linksaußen (Niklas Fest – noch A-Jugendlicher – erkämpfte vorn einen Siebenmeter und rackerte großartig in der Abwehr) und ohne (gelernten) Halbrechten (hier versuchten sich Robert Kohrs und Marcel Buchholz (immerhin mit drei sehenswerten Treffern) abwechselnd auf der ungewohnten Position, war wohl dann doch zu viel Qualitätsverlust zu verkraften.  Das soll die schlechte Leistung jetzt nicht entschuldigen, aber ein wenig relativieren sollte man sie dann schon. Und wer schon mal ohne Trainer ein Spiel in dieser Spielklasse bestritten hat, der weiß auch, dass dieser Umstand nicht unbedingt förderlich für ein erfolgreiches Auftreten ist. 

Vielen Dank an Andreas Danz, der sich kurzfristig als 2. Torwart in den Dienst der Mannschaft stellte und dem es nicht vergönnt war, wenigstens bei einem Kurzeinsatz sein Können unter Beweis zu stellen.

Zu loben war nach dem nicht berückenden Spiel die gute Moral der Truppe, die sich in einer ausgelassenen und fröhlichen Stimmung während der Rückfahrt mit dem Regional Express der Linie 5 schon mit der Spielkritik und anderen wichtigen Dingen auseinander setzte. 

Dem Vorstand, Trainer-Team und der Mannschaft von SV Fortuna 50 Neubrandenburg viel Erfolg für die kommende Saison verbunden mit den besten Wünschen zu einem Wiederaufstieg in die Oberliga Ostsee-Spree.

Zum Saison-Abschluss ist auch immer Zeit Danke zu sagen.

Dank an den Vorstand (Yvonne Driebe, Max Gehann, Roger Witt), der im Rahmen seiner Möglichkeiten, ALLES möglich gemacht hat.

Dank an die vielen Helfer rund um das Team:  Athletik-Trainer Tim Bertko, Torwart-Trainer und Haus- und Hof-Fotograf Andreas Huss, Hallensprecher Christopher Barrett, Catering-Team (Familie Neeb), WEB-Master (Hero Warrings) , Wischer, Ordner, Kassierer, …

Dank an unsere Fans, zumeist aus den „eigenen Reihen“, seien es Eltern, Frauen oder Freundinnen, die Frauen-Teams (1. bis …), die Männer-Teams (2. bis …) oder die Teams aus den unterschiedlichsten Nachwuchsbereichen.

Ganz großen Dank an dieser Stelle an unseren Trainer Sven Liesegang für seine Bereitschaft, die Betreuung der 1. Männer der SG OSF Berlin kurzfristig  in der laufenden Saison und bei einem beträchtlichen zeitlichen Aufwand zu übernehmen (dreimal die Woche Magdeburg-Berlin-Magdeburg für die Trainingseinheiten  - macht nicht jeder Trainer!!!). Danke für Deine immer positive und inspirierende Ausstrahlung, vor, während und nach allen gemeinsamen „Arbeitsstunden“.  Dank an Deine Frau, die Dir diesen Freiraum gegeben hat. Danke und viel Glück und Erfolg für Deine zukünftigen Aufgaben, sei es sportlich, beruflich oder familiär. 

21 Punkte auf der Habenseite. Platz 8 in der Abschlusstabelle. Platz 1 in der unteren Hälfte der Tabelle (völlig unbedeutend, aber man soll ja nicht immer nur die schlechten Dinge sehen). Punkt.

Eine Fortsetzung des kleinen Saison-Resümees sei hier noch in Form von einigen Statistik-Daten gestattet:

„Dauerbrenner“ der Saison 2016/17 war Tizian Stark, der bei allen 26 Spielen der Oberliga Ostsee-Spree am Start war. Gefolgt von Justus Neeb (25) und Maurice Castillo sowie Hannes Werner (je 24 Einsätze).

Die treffsichersten Werfer bei den Oberliga-Spielen waren: An erster Stelle: Linksaußen Quoc Cuong Le („Günni“) mit 112 Toren (davon 56 Siebenmeter), auf Platz 2: Philipp Wieschollek (RL) mit 95 Toren (alle im Feldeinsatz) und auf Platz 3: Rechtsaußen Moritz Weber mit 73 Toren (auch alles Feldtore). 

(Alle Daten von Norbert Menge – offizielle Daten der Oberliga Ostsee-Spree folgen in nächster Zeit). 

Aufstellung:  Maurice Castillo (TW), Andreas Danz (TW), Moritz Weber (5), Maik Clausen (4), Marcel Buchholz (3), Tizian Stark (3/3), Philipp Wieschollek (2), Robert Kohrs, Marius Wessel, Dorian Schnabel, Niklas Fest

15.5.2017, Norbert Menge

SV Fort. 50 Neubrandenburg - SG OSF Berlin
23:17 (11:7)