Spielbericht
ATV zu Berlin   vs.   3. Männer

06.05.2017

Cum tempore

ATV zu Berlin

ATV zu Berlin

19 - 26
SG OSF Berlin

3. Männer

Buongiorno, ihr Hippies!

Für die Akteure der dritten Mannschaft der SG OSF war das vergangene Wochenende verdammt stressig. Betrug die Regenerationszeit zwischen der letzten Trainingseinheit am Freitagabend und dem darauffolgendem Ligaspiel am Samstagnachmittag gegen den Korporationsverband des Akademischen Turnvereins zu Berlin e.V. gerade einmal 16 Stunden. Nicht viel Zeit, um sich die obligatorisch anfallenden Hopfensmoothies reinzupfeifen, die bevorstehende Meisterfeier organisatorisch voranzutreiben und nach einer entsprechend kurzen Nacht die Falten aus dem Gesicht zu hauen. Auf Grund dieser lang abzuarbeitenden To-Do-Liste schafften es zunächst nur 5 Spieler sich pünktlich zum Treffpunkt um 13:30 Uhr in der Osdorfer Straße einzufinden. Die Akademiker, zum ganz großen Teil dem älteren Semester angehörig und ähnlich gemütlich am Ort des Geschehens eintreffend, mussten wohl etwas verwundert dreinschauen, ob der schmalen Besetzung des Ligaprimus. Immerhin vergrößerte sich der Kader beider Mannschaften auf je 11 einsatzfähige Spieler bis zum Anwurf. 

Auf Grund der betagteren Altersstruktur des Gegners erwartete Coach Marc Ruch eine gemächlichere Gangart in deren Angriffsbemühungen, weshalb der Trainer wiederrum die Seinigen mit einer offensiven 3-2-1 Abwehrformation. Der erhoffte Erfolg in Form von technischen Fehlern bzw. das Provozieren riskanter Pässe hielt sich während der kompletten ersten Halbzeit jedoch in Grenzen. Zwar machte sich schnell die limitierte Spielqualität der Steglitzer bemerkbar, doch versuchte der Antagonist diese mit Einsatz und Willen wett zu machen. Begünstig durch einige nicht ganz nachvollziehbaren Entscheidungen der Unparteiischen, der bereits angesprochenen fehlenden Regeneration sowie ggf. auch Motivation hatten die Ruchlose so ihre Mühe ins Spiel zu kommen. Nach einem 3:3 in einer ereignisarmen Anfangsphase schafften es die Gäste sich Mitte der ersten Halbzeit mit 6:3 abzusetzen. Dennoch fehlte an jenem Tag vor allem die Schnelligkeit, um durch entsprechendes Tempospiel den Gegner erfolgreich zu überlaufen. ATV ihrerseits brachte das Kunststück fertig, mit ihren teils unüberlegten, und somit auch oftmals undurchschaubaren, Aktionen Treffer zu erzielen. Die Halbzeit endete mit geringem spielerischen Glanz und wenigen Höhepunkten 10:8 für die Guten. 

Nur selten bis gar nicht hielt der Coach solch klare Worten für seine Truppe in der Halbzeitansprache während der laufenden Saison bereit. Unmissverständlich tat er seinem Unmut bezüglich der bisher abgelieferten Darbietung kund und bemängelte den fehlenden Einsatzwillen seiner Spieler. Nach der berechtigten Standpauke wurde abermals die taktische Vorgehensweise besprochen, um die zweite Halbzeit nach Möglichkeit erfolgreicher zu gestalten. So wurde unter anderem Shorty in den Rückraum beordert und fortan durfte Papa Geckle sein Glück vom Kreis versuchen. Einfache Stoßbewegungen durch ein schnelleres Angriffsspiel sollte für mehr Torgefahr sorgen, die Abwehrreihe hingegen wurde von der 3-2-1 auf einen deutlich defensiveren 6-0 Verbund geändert. 

Die Schöneberger kamen zunächst etwas verbessert aus der Kabine und bauten die Führung zu einem zwischenzeitlichen 14:10 aus. Die Gastmannschaft profitierte dabei jedoch auch von einer Reihe an Zwei-Minuten-Hinausstellungen ihres Gegners, die sich innerhalb von zehn Minuten 4 Zeitstrafen einhandelten. Im Unterzahlspiel ging bei ATV fast gar nix. Die Ruchlosen agierten neuerlich mit einem vorgezogenen Abwehrspieler und versuchte das Angriffsspiel ihres Gegners entscheiden zu stören. Die Leistung der zweiten Hälfte hätte ansatzweise durchaus das Potential gehabt, um nach der ersten Halbzeit zu einem versöhnlichen Abschluss zu kommen. Allerdings wurde zu viele herausgespielte Torchancen vergeben. Entweder scheiterte man aus aussichtreicher Position am Torhüter oder es wurde etwas überhastet die Abschlüsse gesucht, welche oftmals ihr Ziel verfehlten. Obwohl das Spiel nach 40 Minuten in Sack und Tüten war, saß der Frust über die eigene Leistung bei einem weiten Mannschaftsteil tief, was sich gar in kleinen verbalen Nicklichkeiten in den eigenen Reihen der Guten äußerte. Symptome der Unzufriedenheit, welche sich im Laufe der Saison bereits des Öfteren gezeigt hatten. Nun, auch als Tabellenführer hat man Ansprüche und es ist leider nicht immer Friede und Eierkuchen und so. Sei es drum, das weitere Spielgeschehen plätscherte ähnlich Lethargisch wie in der ersten Halbzeit dahin und am Ende gewann die Dritte erwartungsgemäß mit 26:19. 

Leider schaffte es keiner der eingesetzten Akteure nach kurzer Pause zwischen Training und Spiel zu seiner Normalform zu finden. Immerhin durfte sich jeder eingesetzte Feldspieler in den Torreigen der Schöneberger eintragen, bester Schütze war dabei Papa Geckle, der insgesamt 7 Treffer beisteuerte. 

Die Saison neigt sich dem Ende und vielleicht kommt das den Ruchlosen gerade recht. Mit dem Wissen um die Landesligateilnahme kommende Spielzeit sollte beim letzten Heimspiel nächstes Wochenende die Saison gebührend abgeschlossen werden. Die Truppe um Coach Marc Ruch musste zwar ein paar wenige Federn lassen, dennoch ist eine Saison, wie die Dritte sie spielt, nicht völlig selbstverständlich und es gehören nun auch mal solche „Durststrecken“ wie die gegen ATV dazu. Also, kommt nächsten Samstag zuhauf auf den Geisberg und feiert mit uns den Saisonabschluss und den erneuten Doppelaufstieg (Glückwunsch an die Zweite an dieser Stelle!). Los geht es bereits um 14 Uhr mit der vierten Vertretung. 

Bis dahin, tschüss, ihr Hippies! 

Statistik:

Christian Cremer, Benjamin Geckle (7 Tore), Marco Krause (5 Tore), Luka Bender (3 Tore), Gregor Herdmann (2 Tore), Matthias Kölling (2 Tore), Nico Swientek (2Tore), Tilman Wiesner (2 Tore), Felix Kloss (1 Tor), Felix Menge (1 Tor), Justus Hohewieler (1 Tor)

 

 

 

 

 

 

 

ATV zu Berlin - SG OSF Berlin III
19:26 (8:10)