Spielbericht
SG FES   vs.   3. Männer

17.09.2017

Livin‘ the dream!

SG FES

SG FES

24 - 25
SG OSF Berlin

3. Männer

Na, habt Ihr uns schon vermisst, Ihr *@%‘&#* Hippies?! 

Erwartungsgemäß meldet sich die dritte Mannschaft der SG OSF pünktlich zum Beginn der Landesligasaison 2017/18 zurück und das gleich mit einer kleiner Überraschung, oh yeah! Aber der Reihe nach … 

Die Ereignisse während der langen Sommerpause lassen sich schnell zusammenfassen, sollen dennoch nicht unerwähnt bleiben. Zunächst tat CoGo das, was er im Spiel viel zu selten tut und traute sich. Dabei ließen seine Gattin und er es sich nicht nehmen, die fast komplette Vertretung der Dritten als Augenzeugen einzuladen (teils gar in Sonderfunktion als Ministrant – livin‘ the dream!). Dies hatte für den betreffenden Akteur zur Folge, dass er die Tage fleißig Dankeskarten in der Kabine an seine Compagnons verteilen musste. Herzlichen Glückwunsch nochmals an dieser Stelle! 

Des Weiteren kreuzte der verlorene Sohn Ilse kurz vor Saisonbeginn wieder im Training auf. Er hatte die letzten sechs Monate in Südafrika geweilt und sich dort als Handballtrainer ehrenamtlich im Jugendbereich engagiert. Aufgrund seines Trainingsrückstandes kam Ilse am vergangenen Spieltag jedoch noch nicht zu seinem Comeback im Trikot der Schöneberger. 

Und damit haben wir bereits den letzten, sportlich erwähnenswertesten und zugleich sensibelsten Punkt angesprochen. Denn neben Ilse gibt es lediglich einen weiteren Neuzugang zu vermelden. Bei dieser Personalie handelt es sich um Abed, den es aus Tegel nach Schöneberg zog. Weitere Neuverpflichtungen – auch aus der eigenen Jugend - blieben leider aus. So darf sich die Mannschaft mehr denn je zum alten Eisen statt zu den jungen Hüpfern in der Liga zählen. Durch das fortgeschrittene Lebensalter einiger Spieler und die damit einhergehenden Lebensstile (Familie, Vollzeit und/oder aber ganz schön lange Urlaub!) ließ die Motivation für eine lange und intensive Vorbereitungsphase eher so in den Keller sinken. Immerhin stieg die Trainingsbeteiligung innerhalb der letzten zwei Wochen wieder an; mit großer Freude durften auch wieder regelmäßig Torhüter begrüßt werden (livin‘ the dream!).

Letztlich sollte sich die Dritte Glücklich schätzen, dass es überhaupt so etwas wie einen regelmäßigen Trainingsbetrieb gibt. Denn wurde nach dem Aufstieg in die Landesliga Erfolgscoach Marc Ruch kurzerhand vollends von der Zweiten abgeworben. Dabei wurde allen Beteiligten schnell klar, dass in Berlin ungefähr genauso viele fähige Handballtrainer herumlungern wie Pinguine auf der Nordhalbkugel. Lobenswerterweise fasste sich der begehrte Übungsleiter ein Herz und übernahm dann einfach mal so die sportliche Leitung beider Mannschaften (livin‘ the dream). 

Nun soll es aber endlich richtig sportlich werden. Am ersten Spieltag gastierte die dritte Vertretung bei schönstem Spätsommerwetter bei der Spielvereinigung FES (wobei die Bedeutung der Abkürzung bis zur Fertigstellung des Berichts nicht vollends geklärt werden konnte; Stammvereine sind jedenfalls: Fortuna Biesdorf, Empor Hohenschönhausen und Stahl Berlin). FES belegte in der zurückliegenden Landesligasaison mit einem 19:25-Punktestand den 6. Tabellenplatz und sicherte sich vorzeitig den Klassenerhalt. Während die Hausherren mit vollem Kader den obligatorischen Fototermin wahrnahmen, konnten die Schöneberger lediglich auf zwölf Spieler zurückgreifen, darunter der bereits angesprochene Ilse. Aber immerhin hatten die Gäste einen Trainer und vielleicht ist solch ein externer Blick auf das Spielgeschehen manchmal ganz hilfreich. Dazu aber später mehr. 

Beide Mannschaften begannen die Partie durchaus motiviert und versuchten zunächst ein höheres Tempo an den Tag zu legen. Aufgrund von banalen Fehlern in der Schöneberger Hintermannschaft kam FES schnell zu ersten Saisontreffern. Auf anderer Seite nutze die Dritte die ansehnlichen Spielzüge nicht zum Einnetzen und traf nach Würfen aus guter Position lediglich den Goalie bzw. das Gehäuse. So stand es nach der Anfangsphase schnell 0:3 und 2:5 für den Gegner. 

Zwar stabilisierte sich die 3-2-1 Abwehrformation, angeführt vom Terrier an der Spitze, mit zunehmender Spielzeit. Dennoch gelangen FES weitere Abschlüsse und das gegen die eher glücklos agierenden Lehrkörper Cremer und Swientek Sr. Bedingt durch technische Fehler und den einen oder anderen Ballgewinn in der Abwehr verringerten die Schöneberger dennoch langsam und stetig den Rückstand. Unter Regie von Two-Times auf der Mitte, der den nach Luft japsenden Shorty kurzweilig ersetzte, bestand beim zwischenzeitlichen 10:11 gar die Möglichkeit auf den Ausgleich. Nun waren es die Gäste, die durch mehrere Unkonzentriertheiten und schlechtes Entscheidungsverhalten die Bälle zu schnell verschenkten. Infolgedessen zog FES zum 12:16-Pausenstand davon.

Die Ausführungen des Trainers zur abgelieferten Darbietung seiner Mannschaft waren gewohnt knapp. Kritisiert wurde vor allem das statische und ideenlose Angriffsspiel. So hatte die Heimmannschaft ihren physischen Vorteil gegenüber dem eher kleinen Rückraum der Gäste durch einen defensiven 6-0 Verbund clever ausgenutzt. Der Coach forderte deshalb gerade von seinen Rückraumspielern vermehrtes Mano-a-Mano und dann das Zusammenspiel mit Kreis oder Außen.

Die ersten 20 Minuten des zweiten Durchgangs sind im Grunde auch schnell erzählt. Das spielerische Niveau verflachte und beide Mannschaften erarbeiteten sich mühevoll und teils etwas umständlich ihre Treffer. Die Schöneberger Keeper bekamen weiterhin keinen Finger an den Ball. Für FES reichte es also völlig aus die 4-Tore-Führung bis zum 18:22 zu verwalten. Aufmerksame Beobachter_innen erkannten zwar bereits einen etwaigen Fitnessvorteil auf Seiten der Guten, da die Gästeabwehr nun kaum noch was anbrennen ließ und die Bösen zunehmend verzweifelt nach Angriffsideen suchten. Daraus konnte noch kein Kapital geschlagen werden, da technische Fehler und weitere Aluminiumtreffer die Aufholjagd verhinderten.

 

In der Zwischenzeit kam bei den Guten Georgy auf die Platte, der auf der rechten Seite für das nötige Kleingruppenspiel mit Felle sorgte. Two-Times kam im steten Angriff-Abwehr-Wechsel für Swintek Jr. und arbeitet hervorragend im Gespann mit dem Terrier und Shorty. Letztlich hatte es ein wenig den Anschein als wollte die Mannschaft sich für ihre Bemühungen doch noch selbst belohnen. 

Nach ca. 50 gespielten Minuten entschied sich einmal mehr Lehrkörper Cremer doch noch ein paar Würfe des Gegners zu parieren. Im Gegenzug war es Mr. Bender aka Lukaku, der treffsicher von Linksaußen verwandelte. Auch Swintek Jr. entdeckte sein Mojo und die Lust am Scooren. Daraus resultierten wiederum gute Szenen mit dem Kreis. Die Kombination aus sicherer Abwehr und dem erwachenden „Da-geht-doch-was“ sorgte für einen 5:1-Lauf für die Guten, so dass 20 Sekunden vor Spielende sogar die Führung übernommen wurde (24:23 – livin‘ the dream!). FES schüttelt sich kurz, um über ihren starken Rückraumlinken den sicherlich verdienten Ausgleich zu erzielen. Coach Marc Ruch reagierte geistesgegenwärtig und sprintete in bester „junger-Usain-Bolt-Manier“ bis zur Bank des Gegners und vergaß dabei zum Glück nicht, auf halber Strecke die grüne Karte auf den Kampfgerichtstisch zu knallen. Zwar hatte das elektronische Uhrwerk bereits zum zweiten Mal die 30. Minute angezeigt. Die Schiedsrichter verständigten sich nach kurzer Beratung mit dem Kampfgericht jedoch auf eine Restspielzeit von 4 Sekunden. Danke Marc. 

Bereits während der Auszeit freuten sich einzelne Akteure heimlich über den bereits überraschenden Punkterfolg. Eine Teilung der beiden Zähler wäre leistungsgerecht durchaus angemessen gewesen. Swientek Jr. sah das aber anders und bekam kurz nach Wiederanpfiff die Pille von Shorty zugesteckt. Um es kurz zu machen: drei elfengleiche Schritte, ein Hopser in luftige Höhe und das Spielgerät schlug unnachahmlich aus 11 Metern im Tor ein. Die gesamte Abwehrreihe von FES und Torhüter hatten damit irgendwie nicht gerechnet und verzichteten auf jegliche Abwehrhaltung und Körperspannung. Bäm. Ein umjubeltes 25:24 für die Guten (livin‘ the dream!). 

Die Ruchlosen entführten zum Start der Saison gleich mal beide Punkte von einem etablierten Landesligisten. In einem eher niveauarmen, aber stets fairen Spiel gingen die Schöneberger als glücklicher, aber nicht unverdienter Sieger von der Platte. Mag es an den fehlenden Mannschaftsverantwortlichen oder vielleicht der ausgehenden Luft bei FES gelegen haben: Fakt ist, dass sie in der zweiten Halbzeit nur noch 8 Tore warfen und gegen Spielende sichtlich Probleme in der Gestaltung des eigenen Angriffspiels hatten. Die Jungs der SG OSF kämpften sich hingegen Stück für Stück geduldig zurück in die Partie und hatten sich mindestens durch die gute Abwehrarbeit einen Punkt redlich verdient. Wenn man bedenkt, dass einige Spieler (J.B., One-Hand, Wizard, etc.) noch gefehlt hatten, sollte dies für die kommenden Aufgaben Zuversicht verleihen. 

Am nächsten Samstag empfängt die Dritte mit SCC einen altbekannten Gegner. Die Charlottenburger stiegen als Drittplatzierter der letzten Stadtligasaison erst in der Relegation auf, siegten nun ihrerseits im ersten Spiel aber auch gleich gegen die Zweite von Tegel. Es dürfte also spannend werden. Seid dabei: Samstag, 18 Uhr, Geisbergstraße. 

 

Bis dahin! Tschüss, Ihr Hippies

  

Statistik:

Christian Cremer, Markus Swientek, Nico Swientek (7, davon 2x7m), Stefan Meyer (6), Luka Bender (4), Marco Krause (2), Tilman Wiesner (2), Felix Kloss (1), Felix Menge (1), Gregor Herdmann (1), Constantin Goltsche (1), Fabian Stachowiak (n.e.)

SG FES - SG OSF Berlin III
24:25 (12:16)