Spielbericht
3. Männer   vs.   SCC

23.09.2017

Herbstliche Grüße an Euch Hippies da draußen!

SG OSF Berlin

3. Männer

25 - 23
SCC

SCC

Das Bild der vielen am Zaun abgeschlossenen Fahrräder vor den Halleneingang am Geisberg hatte beinahe etwas Skurriles. So war man geneigt zu denken, dass sich die monatliche Critical Mass sowohl im Wochentag als auch in ihrer gewohnten Kreuzberger Destination gehörig geirrt hatte. Ein Grund für die vielen Drahtesel könnte aber auch gewesen sein, dass der Gegner der dritten Mannschaft der SG OSF – der Sport-Club Charlottenburg – einen verhältnismäßig kurzen Anreiseweg aus dem Nachbarbezirk hatte. Zudem hätten die Jungs vom SCC durch diese umweltfreundliche Wahl des Transportmittels geschickt jeglichen Verkehrsstress vermieden, der ansonsten aus dem parallel stattfindenden Marathon resultiert wäre. 

Wirklicher Stress kam indes bei den Gastgebern auf. So hatten gleich fünf Akteure am frühen Nachmittag desselben Tages bereits bei der zweiten Mannschaft ausgeholfen und anschließend Mühe, die verabredete Zeit des Zusammentreffens einzuhalten. Zu allem Überfluss traf auch der Trikotsatz eben erst mit jenen verspäteten Spielern ein, so dass auf Seiten der Schöneberger eine eher improvisierte Erwärmung zu beobachten war. Immerhin stand Coach Marc Ruch zum ersten Heimspiel der Dritten, ebenso wie seinem Pendant, ein voller Kader zur Verfügung. 

So viel vorab und damit gleich hinein in das Geschehen: Wie gemunkelt wurden, war der eine oder andere Akteur mit etwas Wut im Bauch an den Geisberg geeilt – resultierend aus der Aushilfsniederlage mit der zweiten Vertretung gegen BSV. Diese wurde augenscheinlich durch eine engagierte und bissige Leistung in der Anfangsphase kompensiert. Während SCC noch Zeit benötigte, um sich zu sortieren, erkämpfte sich die offensive 3-2-1 Abwehr mit dem Terrier vorneweg die ersten Bälle und münzte diese umgehend in Zählbares um. Hervorzuheben ist dabei ein gut organsiertes Aufbauspiel, bei welchem nach diversen Auftakthandlungen sowohl die Außen als auch der Rückraum zu erfolgreichen Abschlüssen kamen. Teilweise konnten weitere Treffer auch über Tempogegenstöße erzielt werden. Die Ruchlosen kamen somit schnell über 3:0 und 8:3 zu einer komfortablen Führung. 

Der Gästetrainer zückte nach gut acht Minuten gezwungenermaßen die grüne Karte, um geschickt den Schwung aus der Partie zu nehmen. Während SCC zu Beginn keine wirklich konstruktiven Ideen im Angriff hatte, spielten sie nach dem Time-Out zusehends geschickter. Gegen die sehr weitstehende Schöneberger Deckung erhielt der Antagonist durch einlaufende Außen im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit bessere Abschlussmöglichkeiten. Hier offenbarte die Abwehr der Guten haarsträubende Fehler in der Absprache und wusste dieses Defizit bis zur Halbzeitpause nicht zu unterbinden. Nichtsdestotrotz konnte ein 4-Tore-Vorsprung bis zum 12:8 gehalten werden, auch weil sich Swientek Jr. als exzellenter Schütze vom Punkt erwies. 

Gegen Ende des ersten Durchgangs gingen den Ruchlosen die nötige Geduld und auch ein wenig die nötige Konzentration verloren. Individuelle Fehler in den eigenen Reihen sorgten für Ballverluste und ließ SCC den Abstand verkürzen. Ein unnötiger Tempogegenstoß der Charlottenburger kurz vor knapp sorgte für den 13:12-Halbzeitstand. 

Etwas niedergeschlagen und mit hängenden Köpfen in bester Uwe Seeler Manier trat die dritte Vertretung ihren Gang in die Kabine an. Während man das Spiel noch mit einem ordentlichen Paukenschlag begonnen hatte, herrschte nun etwas Tristesse aufgrund der wieder verschenkten Führung. Immerhin lagen die Ruchlosen mit einem Treffer in Front und mit dem nötigen Nachjustieren sollte die zweite Halbzeit für klare Verhältnisse sorgen. Zum einen galt es, die übergehenden Außenspieler in der Defensive besser zu kontrollieren und im eigenen Deckungsspiel erhöhte Laufbereitschaft zu zeigen. In den Angriffsbemühungen sollten die Fehler im Balltransport sowie im Abschluss minimiert und vermehrt wieder nach klaren Chancen im Kleingruppenspiel gesucht werden. 

So denn, auf in die zweite Hälfte: Nach einem Pfostentreffer von J.B. egalisierte SCC zum ersten Mal die Führung der Gastgeber. In der Folge schafften es die Guten aber wieder eine 1-bis-2-Tore-Führung zu erspielen. Lehrkörper Cremer überzeugte mit einer deutlichen Leistungssteigerung gegenüber dem Saisonauftakt bei FES zwischen den Pfosten und bot der zwar verbesserten, aber dennoch anfälligen Abwehrreihe einen immer wichtiger werdenden Rückhalt. Neben dem teilweise grandios haltenden Goalie ist Two-Times hervorzuheben, der in seinem Einsatz sehr viel Licht und nur ein kleines bisschen Schatten warf (einfach sehr ungewohnt!). Mit insgesamt vier Treffern von Linksaußen trug er einen ebenso wichtigen Anteil am weiteren Spielverlauf. Auf der rechten Angriffsseite entdeckte Georgy im (Früh-)Herbst seiner Karriere die Lust am Handballsport wieder und netzte insgesamt drei Mal ein.

 Das recht intensive Spiel führte auf beiden Seiten nun zu Verschleißerscheinungen. Die Angriffsreihen bewegten sich zunehmend nervös und hatten verzeichneten unnötige Ballverluste durch schlechtes Entscheidungsverhalten oder mangelnde Kontrolle des Spielgeräts. Nach dem Ausgleichstreffer zum 13:13 zu Anfang der zweiten Halbzeit führte ein zwischenzeitliches 17:15 zu einer 19:16-Führung für die Guten. Bedingt durch zwei unmittelbar aufeinanderfolgende Zeitstrafen und das damit einhergehende Unterzahlspiel verpassten die Ruchlosen die Möglichkeit sich weiter abzusetzen. An dieser Stelle sei gesagt, dass der Schiedsrichter zwar einen ganz okayen Job verrichtete, jedoch als Single-Referee nicht immer alles sehen konnte und dementsprechend gehandelt hat. Da das aber für beide Seiten galt, war es für den Ausgang des Spiels nicht ausschlaggebend. *Ätschi-Bätsch*. 

Aber zurück zum Geschehen: Die Ruchlosen waren zu Beginn der Schlussphase in Unterzahl und SCC wusste Kapital daraus zu schlagen. Tapfer erkämpften sich die Charlottenburger die Bälle in der eigenen Defensive und kamen kurz vor Ultimo zum 23:23-Ausgleichstreffer. Im direkt darauffolgenden Gegenzug erzielte die dritte Vertretung neuerlich die Führung, allerdings zeigte das Uhrwerk noch weit mehr als eine Minute Spielzeit an. 

Die Gäste begannen ihren Angriff aufzubauen, rieben sich kreativlos aber mehrmals in 1-vs.-1-Situationen auf. Nach einigen erfolgslosen Versuchen den Abwehrriegel auf ein Neues zu durchbrechen, hob der Schiedsrichter folgerichtig den Arm und zwang SCC zum Abschluss aus zweiter Reihe. Der Wurf landet weit über dem Gastgeber-Gehäuse, die nach dieser Aktion und bei 50 verbleibenden Sekunden nun alle Zeit der Welt hatten. Über einen vorgezogenen Abwehrspieler versuchten die Charlottenburger den Ballgewinn zu provozieren, was wiederum Routinier Shorty genug Platz bot, um sich geschickt im Zweikampf durchzusetzen und aus zentraler Position zum 25:23 Endstand zu treffen. SCC kam nicht mehr gefährlich vor das Tor und die Ruchlosen freuten sich über zwei weitere nervenaufreibende Punkte. 

Wie bereits im ersten Saisonspiel hatte die dritte Vertretung gegen Ende das entscheidende Quäntchen Glück auf ihrer Seite. Eine mögliche Teilung der Punkte wäre nach dem Engagement beider Teams verdient gewesen, jedoch zeigte sich über die gesamte Spielzeit betrachtet die bessere Spielanlage bei den Gastgebern. So geht der Sieg in Ordnung und es gibt ja auch noch ein Rückspiel. SCC zeigte sich in einem verbesserten Zustand gegenüber der zurückliegenden Stadtligasaison und wird sicherlich noch zu diversen Punkten kommen. Die Ruchlosen hatten mit einer relativ hohen Fehlerquote in der eigenen Spielgestaltung zu kämpfen. Hier sollte in den kommenden Trainingseinheiten angesetzt werden. Man sollte sich nicht immer auf Fortuna verlassen. Bis dahin machen sich die Guten darüber Gedanken, wann es die letzte Niederlage im regulären Ligabetrieb gegeben hat. Na, wer weiß es noch?! 

Das nächste Ligaspiel wird Eure Lieblingsmannschaft am kommenden Sonntag um 14 Uhr bei der zweiten Mannschaft von Prenzlauer Berg bestreiten. Ein weiterer Liganeuling, dessen Saisonstart eher suboptimal verlief. Unter Umständen könnte auch dort etwas Zählbares für die Guten rausspringen. See you there. 

Love, Peace & Harmony. Tschüss, Ihr Hippies.

Endstand: 25:23 

Christian Cremer, Markus Swientek, Nico Swientek (8, davon 5x7m), Marco Krause (5), Felix Menge (4), Gregor Herdmann (3), Tilman Wiesner (2), Felix Kloss (1), Luka Bender (1), Matthias Kölling (1), Jörg Brieger, Stefan Meyer, Fabian Stachowiak, Winand Sabelberg.

SG OSF Berlin III - SCC
25:23 (13:12)