Spielbericht
SG Rotation P. B. II   vs.   3. Männer

01.10.2017

Das Spiel gegen Rolle? Hat gereicht!

SG Rotation P. B.

SG Rotation P. B. II

26 - 30
SG OSF Berlin

3. Männer


Liebe Leserinnen und Leser,

der Herbst ist da, der Oktober nun auch und der Winter nicht mehr fern. Beste Zeit also, um sich entweder einen Infekt zu holen oder sich in gemütlicher Runde dem kontemplativen Müßiggang hinzugeben.

Auch die dritte Vertretung der SG OSF sah sich am vergangenen Sonntag mit dieser alljährlichen Binsenweisheit konfrontiert, begab sich aber trotzdem spielfähig in die Seelenbinderhalle zur Partie gegen die zweite Mannschaft der SG Rotation Prenzlauer Berg. Es kommt eben alles irgendwann wieder – genauso wie zu enge Jogginghosen.

Kurz ein paar erläuternde Informationen zu den angesprochenen Rahmenbedingungen: Shorty und Mr. Bender laborierten an einer Erkältung, Two-Times und CoGo weilten im kurzen Kurzurlaub und Tille dürfte beim Gastspiel der nicht mehr besten deutschen Fußballmannschaft im Olympiastadion nicht ganz so lautstark gefeiert haben. Swientek Jr. war zwar anwesend, hatte am Vortag aber schon in der zweiten Ruch-Equipe aushelfen müssen; aber er ist ja noch jung und knackig, weswegen das eigentlich eher nicht der Rede wert sein sollte – ne Nico?

Im Gegenzug gaben der Italien- und Wolfsburg-Kenner Jussi sowie J.R. nach seiner (sicherlich noch nicht ganz auskurierten) Knöchelverletzung ihre Saisondebuts. Schön, dass Ihr wieder dabei seid.

Mit einem nicht ganz vollen Kader von 12 Männchen hatte man sich also in den Berliner Szenebezirk aufgemacht, um sich mit dem dortigen Landesligaaufsteiger zu messen. Gleich vorweg: Die Ruchlosen können von Glück reden, dass keine etablierte Landesligamannschaft auf der anderen Seite des Parketts aufgelaufen war. Sonst hätte es für die Guten mit dieser Leistung wohl einen Satz heiße Ohren gegeben. Aber wie immer der Reihe nach.

Nachdem sich alle Akteure pünktlich in der wohltemperierten und chlorerfüllten Seelenbinderhalle eingefunden hatten, präsentierte die Mannschaft von Coach Ruch zunächst ein Aufwärmprogramm, das dem hohem Durchschnittsalter der Mannen und den körperlichen Wehwehchen vollends entsprach.

Bei der defensiven Anfangsaufstellung sah sich der Mannschaftsverantwortliche gezwungen, von der bewährten 3-2-1-Abwehr abzuweichen und auf 6-0 umzustellen – zu groß wog die Unsicherheit über die Funktionsfähigkeit der Standardabwehr angesichts der personellen Ausfälle. Hinzu kamen zwei angeschlagene Kreisläufer, so dass man sich für einen Abwehr-Angriff-Wechsel zwischen dem Wizard und dem Terrier entschied, um den geschundenen Körpern etwas Ruhe zu gönnen.

Damit zum Spielverlauf und zu einer absoluten Premiere: Zum ersten Mal konnten sich auch die Ruchlosen bzw. der Verfasser dieser Zeilen im Nachhinein an der Dokumentation durch ein computerbasiertes Kampfgericht erfreuen. Das heißt: Keine Sauklaue mehr entziffern und ein volldokumentierter Spielverlauf inkl. der schönen Kategorie „7m ohne Tor“.

Mit anderen Worten: Hier ist der Link zum Spielbericht und jetzt lasst mich in Ruhe:
HYPERLINK "https://hvberlin-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaDokumentHBDE.woa/1/wa/nuDokument?dokument=MeetingReportHBFOP&meeting=6140739&etag=36bfc422-3b0a-400a-ac0b-a92853e224c8" https://hvberlin-handball.liga.nu/cgi-bin/WebObjects/nuLigaDokumentHBDE.woa/1/wa/nuDokument?dokument=MeetingReportHBFOP&meeting=6140739&etag=36bfc422-3b0a-400a-ac0b-a92853e224c8

Nein. Nur Spaß. Ich investiere noch ein paar Minuten und führe noch einige ausschmückende Erläuterungen an.

Der Beginn der Partie offenbarte schnell, dass „nur“ ein Mitaufsteiger auf der Platte stand. Trotz ungewohnter Aufstellung und einer sehr ruhigen bis zurückhaltenden defensiven Arbeitshaltung waren Rolle‘s Angriffsbemühungen keine wirkliche Herausforderung, so dass aus Ballgewinnen erste Gegenstöße resultierten. Gleichzeitig funktionierten die Spielzüge zur Abwechslung mal verhältnismäßig gut, wovon besonders der Wizard sowie Felle und One-Hand profitierten. Nach knapp 11 Minuten stand es 8:3 für die Guten.

Rotation entschied sich nun einen bulligeren Kreisläufer zu bringen, der es in dieser Phase aufgrund seines Größen- und Gewichtsvorteils zu sage und schreibe vier Toren brachte. Im Angriff passierte nun mehrmals auch noch das, was wohl eine Begleiterscheinung ist, wenn man in der eigenen Halle noch mit Kleber spielen darf. Ein durchschnittlicher Torhüter wird zum Helden geworfen. In der Konsequenz kam es zu einem größeren Bruch im Spiel der Ruchlosen, die Stimmung und Motivation sank merklich – insbesondere durch weitere „ärgerliche“ Einzeltreffer aus dem Nullwinkel und durch freundliche eigene Unterstützung, indem man eigentlich abgefangene Bälle wieder zum Gegner spielte. Auch die Torhüter-Leistung fiel am hiesigen Tag verbesserungswürdig aus, was aber nicht weiter thematisiert werden muss, da es die Herren zwischen den Pfosten ja besser können und sich beide selbstverständlich wieder steigern werden. Gar keine Frage. Das alles kommt dann halt eben mal zusammen. Ihr kennt das. Zwischenstand 10:10.

Der Gästecoach nahm in dieser Phase folgerichtig seine Auszeit, um personelle Veränderungen vorzunehmen und um die Abwehr nun doch auf 3-2-1 umzustellen. Dadurch schlug das Pendel bis zur Halbzeit wieder leicht zugunsten der Ruchlosen aus. Halbzeitstand 14:15.

Die Ansprache fiel positiv-aufbauend aus, eine wirkliche (Achtung!) Marc-Lücke. Die Spielzüge hatten ja funktioniert und wirklich jeden Wurf würde man in der zweiten Hälfte auch nicht vergeben können. Alle hatten sich also wieder lieb und jedem war klar: Hinten eine halbwegs vernünftige 3-2-1 hinstellen, Tempo nach vorne und die Dinger reinmachen. Dann wird es für die nächsten 2 Punkte reichen.

Joa. Der Rest ist schnell erzählt. Genauso kam es (15:19 für die Guten in der 36. Minute). Sicherlich war aber weiterhin etwas der Wurm im Spiel. Der Verfasser meint gesehen zu haben, dass Rolle das Spiel videotechnisch aufgezeichnet hat. Falls jemand also gerade Ausschnitte für ein Youtube-Video mit Slapstick-Hallballeinlagen zusammenstellen sollte, dann hiermit der Hinweis auf diese reichhaltige Quelle.

Rotation kam zwar noch einmal heran (die Ruchlosen hatten sich entschieden, den Handballgesetzen zu trotzen und doch jeden Wurf zu vergeben bzw. suboptimale „Würfe“ zu kreieren). Spätestens ab Minute 52 war die Messe aber gelesen (Zwischenstand 21:27). Dass die Guten zum Ende hin noch den einen oder anderen Treffer unnötig wegschenkten, hatte eher mit dem beruhigenden Vorsprung und der Erleichterung zu tun, dass dieser Krampf endlich vorüber war. Ein Vorschlag für die Saison: Ziel sollte es sein, mehr Pluspunkte zu haben als die Plus-Minus-Differenz an Toren hergibt.

Dann noch ein paar Fun-Facts am Ende. Da J.R. den letzten Treffer setzte, freuen wir uns natürlich über die anstehende Kiste. Der Verfasser wäre indes auch dankbar, wenn mal jemand in den Berliner Handball-Chroniken nachschauen könnte, wann es zuletzt vorkam, dass eine Person den aktuellen Spitzenreiter der Landesliga trainiert und gleichzeitig beim aktuellen zweitplatzierten und ärgsten Verfolger nicht nur selber spielt, sondern auch noch den 30. Treffer setzt. Da das Geheimtraining aber nun schon seit einiger Zeit läuft, ist gegen CHC trotzdem eine offene Partie zu erwarten (#noSpygate).

Fazit: Die dritte Vertretung der SG OSF steht mit 6:0 Punkten auf Rang zwei der Landesliga; ein Umstand, der in den einschlägigen Netzwerken aus dem Off bereits mit historischen Vergleichsanfragen kommentiert wurde. Eines aber bitte nicht vergessen: Zwei Drittel der Punkte wurden pflichtgemäß gegen Mitaufsteiger geholt. Lediglich die Punkte gegen FES vom ersten Spieltag waren eine kleine Überraschung, wobei FES ohne Punktgewinn den vorletzten Tabellenplatz (vor Rotation) einnimmt. Angesichts des leichten Auftaktprogramms sollte allen Beteiligten klar sein, dass wir in Zukunft nicht mehr gegen bessere Stadtligisten spielen werden, sondern gegen ganz andere Kaliber. Nächste Woche (Sonntag, 15:30 Uhr) geht es in der Pallasstraße!!!! gegen Rudow II. Das wird schon definitiv schwerer.

Endstand: 26:30 (14:15)

Christian Cremer, Markus Swientek, Felix Kloss (6), Stefan Meyer (5), Winand Sabelberg (5), Justus Hohwieler (4), Nico Swientek (4/2)), Jörg Reichwald (3/1), Jörg Brieger (2), Matthias Kölling (1), Gregor Herdman, Fabian Stachowiak

SG Rotation P. B. II - SG OSF Berlin III
26:30 (14:15)