Spielbericht
1. Männer   vs.   HV GW Werder e.V.

17.10.2015

SG OSF übernimmt Tabellenführung

SG OSF Berlin

1. Männer

24 - 19
HV GW Werder e.V.

HV GW Werder e.V.

Im Spitzenspiel des Tabellenersten HV GW Werder gegen den Tabellenzweiten SG OSF Berlin konnte sich die Heimmannschaft am Ende noch deutlich mit 24:19 durchsetzen. Dem vorausgegangen war ein Spiel auf Augenhöhe, bei dem die SG einmal mehr von ihren Wechselmöglichkeiten profitierte.

5. Spieltag, der noch verlustpunktfreie Tabellenerste empfängt den noch ungeschlagenen Tabellenzweiten, eine für Schöneberger Verhältnisse gut gefüllte Schöneberger Sporthalle: es war angerichtet für ein Spitzenspiel der Ostsee-Spree-Liga, sofern man zu einem so frühen Zeitpunkt der Saison überhaupt davon sprechen mag.

Die SG traf dabei auf den vor der Saison kurzfristig nach Werder gewechselten Nico Cornelius, darüber hinaus allerdings auch auf die Mannschaft, die den Berlinern im Vorjahr noch am letzten Spieltag Tabellenplatz 3 vor der Nase wegschnappte, genug Motivation war auf Seiten der Gastgeber also vorhanden.
Das letzte bisschen Motivation besorgte der Werderaner Vorbericht, der sich in beinahe biblischem Duktus anhand zahlreicher Gleichnisse mit dem Thema Kleber oder kein Kleber auseinandersetzte und dabei so dermaßen übertrieb, dass eine zusätzliche Ansprache seitens der Trainerduos gar nicht mehr nötig war, um die Mannschaft heißzumachen.

Das Spiel begann auf beiden Seiten nervös. Werder stellte eine solide Deckung, die teilweise sehr offensiv agierte, und versuchte mit harten Attacken v.a. Philipp Wieschollek aus dem Spiel zu nehmen.
Dieser ließ sich davon weniger beirren und steuerte in der Anfangsphase wichtige Treffer bei, die die Berliner im Spiel hielten.
Auf der Gegenseite kamen die Gäste nur schwer zu Toren; der Rückraum agierte zu harmlos, während die SG den Kreisläufer gut kontrollieren konnte.

So blieb das Spiel lange Zeit umkämpft. Da sich die Berliner im Laufe der ersten Halbzeit vermehrt Unterzahlsituationen ausgesetzt sahen, konnte sich zunächst Werder ein wenig absetzen (5:7).
Durch eine in der Folge aber kaum mehr zu überwindende Deckung und daraus resultierenden Ballgewinnen, die in erster oder zweiter Welle umgemünzt werden konnten, drehte die SG das Spiel bis zur Halbzeit aber und konnte mit 2 Toren Führung in die Pause gehen (11:9).

Nach der Pause kassierte der OSF zwar zunächst – obwohl mit Ballbesitz startend – den Ausgleich, konterte diesen aber durch drei schnelle Tore in Folge umgehend zum 14:11 und spielte sich so erstmals eine 3-Tore-Führung heraus.

Das Spiel blieb aber spannend: Die Gastgeber überstanden zwar eine direkte Disqualifikation mitsamt einer wenige Sekunden später folgenden Zeitstrafe relativ unbeschadet im vier gegen sechs und konnten die Führung sogar zum 16:12 ausbauen, ließen aber in der Folge mehrere 100%ige Chancen liegen. So konnte Werder beim 16:15 wieder den Anschluss herstellen, auch weil die Schöneberger Defensive die Rückraumschützen nun zu nah an die 6-Meter-Linie heranließ und mehrere für den Torwart schwer auszurechnende Würfe unter Kontakt aus der Nahdistanz ihr Ziel fanden.

Die Berliner fanden sich jedoch rechtzeitig wieder. Offensiv setzten die eingewechselten Dorian Schnabel und vor allem Marcel Buchholz die Akzente, während hinten ein überragender Julien Groenedijk die Blütenstädter vor allem vom 7-Meter-Punkt verzweifeln ließ (5 von 6 gehalten).

So konnte die Führung erneut ausgebaut werden und über ein 22:17 dann schlussendlich ein 24:19 herausgespielt werden.

Besonders hervorheben muss man neben der erneut geschlossenen Mannschaftsleistung den überragend haltenden Julien Groenedijk und den in der wichtigen Phase der zweiten Hälfte stark aufspielenden Marcel Buchholz mit seinem Saisondebüt, das auch so langsam fällig war. Beide waren maßgeblich dafür verantwortlich, dass Grün-Weiß Werder nicht mehr bedrohlich herankommen konnte und die SG ihren Vorsprung verwalten konnte.

Nach fünf Spieltagen steht die SG nunmehr erneut wie im Vorjahr mit 10:0 Punkten da.
Aufgrund der Personalsituation und des Auftaktprogramms der Mannschaft ist diese Anfangsphase mit Sicherheit nicht so vorherzusehen gewesen, dennoch zeigt sich, dass die Mannschaft aus den Vorjahren gelernt hat und vor allem in engen Spielen die Nerven behält und sie nicht wie vor einiger Zeit der Reihe nach herschenkt. An dieser Entwicklung gilt es die kommenden Wochen weiter zu feilen und gleichzeitig das aktuell abgerufene Leistungsniveau, bei dem es Woche für Woche kaum Ausfälle zu verzeichnen gibt – konstant zu halten.

Nichtsdestotrotz ist die Saison noch lang, wodurch noch viel passieren kann. Dass in der aktuellen Spielzeit mehr denn je jeder jeden schlagen kann, sollte spätestens seit den Ergebnissen des vergangenen Spieltags auch dem Letzten klargeworden sein. 
Kommende Woche hat die 1. Männermannschaft spielfrei, bevor es dann zur nächsten schweren Auswärtsaufgabe beim SV Brandenburg 63 West geht.

Anpfiff dort ist am 31.10. um 18 Uhr, Unterstützung wie immer gerne gesehen und dringend benötigt.

ulien Groenendijk (TW), Marvin Rothe (TW), Philipp Wieschollek (6), Marcel Buchholz (3), Robert Kohrs (3), Tobias Erdmann (3), Justus Neeb (3/2), Maik Clausen (2), Philipp Böttcher (2), Dorian Schnabel (1), Manuel Frank, Quoc Cuong Le, Moritz Weber (1), Fabio Baumert

SG OSF Berlin - HV GW Werder e.V.
24:19 (11:9)