Spielbericht
1. Frauen   vs.   VfV Spandau

21.10.2017

Verdienter Heimsieg im 3. Heimspiel

SG OSF Berlin

1. Frauen

25 - 20
VfV Spandau

VfV Spandau

Die First Ladies der SG OSF konnten sich nach einer überzeugenden Leistung im Berliner Duell gegen die Auswahl aus Spandau mit 25:20 durchsetzen. Der Grundstein für den Erfolg in eigener Halle wurde bereits in den ersten 20 Minuten gelegt, in denen eine deutliche Führung von 10:2 herausgespielt werden konnte. Gewohnt kämpferisch, ließen sich die Spandauerinnen jedoch nicht abschütteln und fanden nach beeindruckender Aufholjagd wieder zurück ins Spiel. Der SG OSF gelang es, trotz zwischenzeitlicher Verunsicherung, die Führung stets zu behalten und sich somit zwei ganz wichtige Punkte dem eigenen Konto zuzuschreiben.

Nach der unnötigen und teils unverständlichen Niederlage gegen GW Werder am vergangenen Wochenende wurde der Druck Zählbares einzufahren spürbar erhöht. Der Blick auf die Tabelle hinterließ einen faden Beigeschmack und immer häufiger wurde das Wort „Fehlstart“ laut ausgesprochen. Im Training wurde  kurz analysiert und sogleich aber auch weiter rangeklotzt, der Totalausfall in den ersten 30 Minuten sollte nicht zu hoch bewertet werden. In der Vergangenheit waren die Spiele gegen den VfV Spandau häufig knapp und siegreich, sodass ein Funke Hoffnung aufblitze. Entgegen der Historie der letzten Jahre sprach jedoch der gute Start des Gegners in die Liga, insbesondere die knappe Niederlage gegen den Ligafavoriten Preussen hinterließ mindestens ein Ausrufezeichen und auch die anderen Ergebnisse konnten sich sehen lassen. Unbeachtet aller äußeren Umstände schwor Coach Waffenschmidt seine Damen auf das Berlin-Derby ein und forderte eine kämpferische Einstellung und konzentrierte Leistung, was schlussendlich auch der Schlüssel zum Erfolg sein sollte. Im recht gut besuchten Sachsendamm wurde pünktlich um 20:00 Uhr mit eigenem Anwurf durch die Unparteiischen angepfiffen. Die erste Minute war noch gar nicht verstrichen, schon konnten die Schönebergerinnen durch S. Rutschow – diesmal ganz ungewohnt auf der linken Außenbahn zu finden – nach gutem Abräumen einnetzen. Die Abwehr arbeite ordentlich und so erhöhte im folgendem eigenen Angriff S. Hoffmann auf 2:0. Nach dem Anschlusstreffer durch U. Kuhlmey begannen die ersten kuriosen Minuten der Partie. Innerhalb von 4 Minuten verteilten die beiden Schiedsrichter 5 Zeitstrafen an die Spandauer Damen, wobei fast gänzlich auf die Vergabe von gelben Karten verzichtet wurde. Mitnichten lässt sich aus der Perspektive vom Spielfeld grundsätzlich beurteilen, ob diese alle notwendig waren – vor allem, wenn die eigene Mannschaft davon profitiert – jedoch hätte aus der Sicht der Autorin in zwei, drei Situationen auch eine Verwarnung ausgereicht. Die Unparteiischen entschieden sich anders und ließen sich keinesfalls duch Kopfschütteln und ungläubige Blicke von ihrer Linie abbringen. Am Ende der Spielzeit war das Verhältnis der Suspensionen mit 8:8 Zeitstrafen ausgeglichen, was über die Anzahl von Strafwürfen (4:9) nicht behauptet werden kann. Entgegen der vergangenen Partien konnte nun aber in der Anfangsphase endlich mal die personelle Überlegenheit genutzt und ein Zwischenspurt zum 10:2 hingelegt werden. Wer aber an der Stelle annahm, dass die erfahrenen Damen um Spandaus Trainer M. Wiesner sich aufgeben könnten, hatte weit gefehlt: stattdessen wurde eine Aufholjagd gestartet, die den Vorsprung nur so dahin schmelzen ließ, auch weil in der Phase des Spieles von Schöneberger Seite aus zu viele Fehler produziert wurden. Der Konstanz von A. Rauhut und S. Rutschow im Abschluss, einer deutlichen gestiegenen Torhüterleistung und einer kompakten Abwehr rund um eine im Mittelblock beeindruckend ackernde C. Wodetzki sei Dank, wurde die Führung jedoch zu keiner Zeit leichtfertig aus den Händen gegeben. In der Halbzeit gelang es Coach Waffenschmidt die aufgrund der letzten Minuten aufgeheizten Gemüter zu beruhigen und auf den Boden der Tatsachen herunterzubringen: natürlich war nicht davon auszugehen, dass sich ein routiniertes Team einfach seinem Schicksal ergibt und natürlich war davon auszugehen, dass auch in den  zweiten 30 Minuten um jeden Ball und jedes Tor gekämpft werden muss. Der Kopf sollte also möglichst kühl bleiben, das Tempo erhöht werden und das Hauptaugenmerk auf der Abwehr liegen.

Wie auch schon am vergangenen Wochenende drehte K. Hinz in den ersten sieben Minuten der zweiten Halbzeit auf und war gleich 2 mal aus dem Feld und ebenso oft vom Punkt erfolgreich. Die kurzzeitige Pause, die sie sich im Anschluss gönnte, ging in der Serie nahezu unter. Der Gegner ließ aber nicht locker und es entwickelte sich ein reger Schlagabtausch, bei dem es den Spandauerinnen nicht vergönnt war, näher als auf drei Tore an die SG heranzukommen. Ärgerlich aus der Schöneberger Perpektive waren sicherlich die vier 7m in der zweiten Hälfte der zweiten Halbzeit, die sicherlich hätten verhindert werden können.

Nach Abpfiff war die Erleichterung deutlich spürbar: endlich konnte über 60 Minuten hinweg eine gute Leistung abgerufen werden. Sicherlich ist noch nicht alles Gold, was glänzt, aber die Leistungssteigerung auf verschiedenen Position und die deutlich gesteigerte Treffequote ist ein FIngerzeig in die richtige Richtung. Die kommenden zwei Wochen wird weiter an den Defiziten gearbeitet, da in zwei Wochen der Berliner TSC unter der Leitung von J. Dannies auf uns wartet. Hier ist höchste Konzentration und Vorsicht geboten, kann man wohl von einer exzellent eingestellten Mannschaft ausgehen, die heiß auf die ersten Punkte ist.

Zuschauer sind selbstverständlich gerne gesehen. Anpfiff ist am 4.11. um 17:00 Uhr in der Sporthalle Paul-Heyse-Straße.

Es spielten: A. Rauhut 11/1; S. Rutschow 6; K. Hinz 4/2; V. Tugend, I. Wiesner, C. Wodetzki, S. Hoffmann je 1; K. Höhne; R. Hinz; J. Vergin;C. Friedrich; M. Schmidt; J. Neeb (TW)

SG OSF Berlin - VfV Spandau
25:20