Spielbericht
Hbfr. Pankow   vs.   3. Männer

05.11.2017

Oha!

Hbfr. Pankow

Hbfr. Pankow

26 - 20
SG OSF Berlin

3. Männer

Ahoi, Ihr Hippies!

Vorweg: Falls Ihr Euch darüber ärgern solltet, dass Eure wöchentliche Lieblingslektüre erst jetzt im gut sortierten Fachhandel aufzufinden ist, bleiben diesbezüglich zweierlei Dinge festzuhalte. Erstens: Spiele auf einen Sonntag um 20:15 Uhr anzusetzen, rüttelt nicht nur das gediegene Familienleben der etwas betagteren Spieler ordentlich durcheinander, nein, auch die fetzigen Szenetypen unter Euch, die bereits vor einiger Zeit vom Tatort zum wesentlich aufregenderen Geschehen der N(ö)FL als Wochenendausklangentertainment gewechselt sind, waren durch besagte Uhrzeit gut bedient. Zweitens: Der Verfasser dieses Berichts hat nicht nur Handball in seiner Birne, sondern muss sich auch hier und da mal um Dingenskirchen und irgendwelchen anderen Kram kümmern, die so ein Leben mit sich bringen (z.B. etliche Highlight-Videos des verpassten NFL Spieltags auf entsprechenden Plattformen verfolgen), weshalb der Bericht zum Spiel gegen die Handballfreunde Pankow zugegebenermaßen etwas spät in Druck gehen konnte.

So, nach dem Geschwafel aber zum Tagesgeschäft. Die dritte Mannschaft der SG OSF gastierte als Tabellenführer am fünften Spieltag also bei Pankow in der warmen und etwas rutschigen Werner-Seelenbinder-Halle im (oder am?) Velodrom. Die Handballfreunde sind ein etablierter Landesligist und starteten solide in die neue Saison. Einzige kleine Überraschung war die Niederlage bei Tegel im Nachholspiel. Sowohl die Hausherren als auch die Gäste gingen stark dezimiert in die Partie und konnten ihr jeweiliges Kontingent nicht im Ansatz ausfüllen. Auf Seite der Schöneberger fehlte u.a. Mr. Bender, the Wizzard, der Terrier, Two-Times und Lehrkörper Cremer (genannt!). Immerhin durfte Papa Geckle nach längerem Urlaubsaufenthalt wieder begrüßt werden.

Die ersten 20 Spielminuten gestalteten sich durchaus ausgeglichen. Beide Mannschaften agierten mit einem vorgezogenen Abwehrspieler, wobei die Gäste in ihrem vertrauten 3-2-1 System die etwas offensivere Variante spielten. Die jeweiligen Angriffsreihen bemühten sich um Struktur im Aufbau, doch wurden Treffer zumeist aus Einzelaktionen und nach erfolgreich geführten Zweikämpfen erzielt. Hierbei deutete sich bereits eine latent leichte Schwäche im Abschlussverhalten der Ruchlosen an, beispielhaft demonstriert durch vergebene Strafwürfe oder erfolglose Tempogegenstöße.

Immerhin stabilisierte sich die Abwehr in den letzten 10 Minuten der ersten Halbzeit und dem Gastgeber schien ein wenig die Puste in einer eher tempoarmen Begegnung auszugehen. Teils lange Angriffsversuche auf beiden Seiten wurden von den Schiedsrichtern großzügig gebilligt und die Ruchlosen schafften es sich durch eine konzentrierte Deckungsarbeit einen kleinen Vorsprung zu erarbeiten. Mit 13:10 ging es ins Päuschen.

Coach Marc Ruch hielt eine der kürzesten Halbzeitansprachen seiner Trainerlaufbahn. Augenscheinlich war der Übungsleiter von seinen Wochenendtätigkeiten selbst etwas mitgenommen gewesen zu sein und hatte zudem nichts Gravierendes an der bisherigen Darbietung auszusetzten. Etwas unsicher dreinblickend und ohne eine wirkliche Ahnung davon, was mit der restlichen Zeit anzufangen sei, schlichen die Akteure wieder zurück auf die Platte.

Der zweite Durchgang setzte zunächst dort an, wo der erste aufgehört hatte. Beide Mannschaften erarbeiteten sich Treffer hauptsächlich über 1.-vs.-1-Situationen und der Vorsprung konnte bis zum 18:15 gehalten werden. Nach gut 45 gespielten Minuten kam es jedoch zu einem so genannten neck breaker: Die Handballfreunde spielten, bedingt durch zwei Hinausstellungen, zeitweilig in doppelter Unterzahl. Im Grunde also die beste Ausgangslage, um das Polster weiter auszubauen und den Grundstein für weitere zwei Punkte zu legen. Doch tatsächlich schafften es die Schöneberger diesen Vorteil nicht in Zählbares umzusetzen. Im Gegenteil: Zunächst wurde einer von insgesamt drei Strafwürfen verballert, anschließend mussten die Ruchlosen in der eigenen Defensive passiv-agierend ausharren, da der eigene Ballbesitz viel zu unnötig und viel zu schnell wieder hergegeben wurde.

In der Folge kippte das Spiel von 19:18 zu einem 19:20 aus Sicht der Guten. Die Schöneberger taten sich zusehends schwer gegen eine leicht verbesserte Pankower Abwehr. Neben einer gewissen Ideenlosigkeit im Angriffsspiel war es aber vor allem die hohe Anzahl an vergebenen Chancen. Denn auch wenn die Gäste stur auf Einzelaktionen setzten und ein variables Spiel über Kreis oder Würfen aus dem Rückraum im gesamten Verlauf Seltenheitswert hatte, kamen sie doch stets zu ihren Abschlüssen. Mit der Zeit schien jedoch die Konzentration in der wohltemperierten Halle zu leiden, so dass der Torwart letzten Endes zum Weltmeister geballert wurde. Ein wenig Pech in Form von Pfosten- und Lattentreffer gesellte sich ebenso dazu.

Der Vollständigkeit halber soll das Schiedsrichtergespann nicht unerwähnt bleiben. Zeigten die Referees über weite Strecken eine unauffällige und damit sicherlich auch gute Leistung, entschieden sich die Herren in den letzten 10 Minuten ihre Linie komplett über den Haufen zu werfen. Mit der Schöneberger Brille auf der Nase sieht sich der Verfasser geneigt zu schreiben, dass aus den getroffenen Entscheidungen in der Endphase deutliche Vorteile für die Pankower hervorgingen. Ob der Spielausgang eine andere Richtung genommen hätte, wenn dem nicht so gewesen wäre, kann aber selbstverständlich angezweifelt werden. Nach dem J.R. nach ca. 12 torlosen Minuten vom 7-Meterstrich zu treffen wusste, wurde das Spiel beim Stand von 20:26 abgepfiffen.

Nun denn, es ist passiert, die Dritte hat nach über einem Jahr wieder ein Spiel verloren und war nach der abgelieferten Performances von sich selbst am meisten enttäuscht. Handballfreunde Pankow als etablierter Landesligist war an jenem Sonntagabend absolut schlagbar und lange Zeit hatte es den Anschein, dass die Guten zwei weitere Punkte mit nach Hause nehmen würden. Neben vielen kleinen Randerscheinung, die in jenem Spiel nicht so liefen, wie sie eigentlich laufen sollten, waren es vor allem die vielen vergebenen Abschlüsse, welche zur Niederlage führten. Hier besteht dringender Nachholbedarf.

Des Weiteren kann man aber getrost nach vorne blicken. Mit 8 Punkten auf der Habenseite ist man nach wie vor mehr als im Soll und kann sich in aller Ruhe den kommenden Aufgaben widmen. Nächster Gegner ist die zweite Vertretung von Preußen auf dem heimischen Geisberg. Es ist erst das zweite Spiel von dann bereits sechsen, das mit Kleber bestritten werden darf. Geil, wir freuen uns schon wie Bolle. Kommt vorbei, Sonntag (12.11.), um 18 Uhr!

Bis dahin, tschüss, Ihr Hippies.

 

Statistik:

Markus Swientek, Nico Swientek (7 Tore,0/1), Jörg Brieger (3 Tore), Marco Krause (3 Tore), Matthias Kölling (2 Tore,1/2), Jörg Reichwald (2 Tore, 0/1), Benjamin Geckle (1 Tor), Constantin Goltsche (1 Tor), Tilman Wiesner (1 Tor) , Justus Hohwieler, Felix Kloss, Fabian Stachowiak

Hbfr. Pankow - SG OSF Berlin III
26:20 (10:13)