Spielbericht
Turnsport 11   vs.   3. Männer

17.11.2017

Pokal Ade

Turnsport 11

Turnsport 11

30 - 27
SG OSF Berlin

3. Männer

Die Faust zum Gruße, Ihr Hippies! 

Die turnusmäßige Trainingseinheit der dritten Mannschaft der SG OSF am vergangenen Freitag musste entfallen. Grund hierfür war die Pokalansetzung zur 3. Runde gegen den Ligakonkurrenten Berliner Turnsport-Verein 1911. Das erste Aufeinandertreffen steht in der nicht mehr ganz so jungen Saison noch aus. Aufgrund der besseren Ligabilanz auf Seiten der Schöneberger gingen die Gäste leicht favorisiert in die Begegnung. Obwohl das Spiel auf einen Trainingstag fiel, hatten einige Ruchlosen Trouble pünktlich zum Termin zu erscheinen. Mit 19 Uhr fiel die Anwurfzeit auch wirklich früh aus. Zumindest der Spielort war bestens bekannt, so hatte die dritte Vertretung erst wenige Wochen zuvor an gleicher Stelle den BSC Rehberge aus dem Pokal gekegelt. 

Coach Marc Ruch musste auf einige seiner Akteure verzichten. Aus diversen Gründen fehlten u.a. Mr. Bender, One-Hand, Two-Times, Shorty und der Wizzard. Die dadurch etwas dünne Personaldecke besserte Hendrick auf, der nach langwieriger Verletzungspause sein Comeback im Dress der Schöneberger gab. Immerhin kam der Übungsleiter auf 10 Feldspieler plus seine zwei Goalies. Unterdessen konnte der Antagonist auf eine volle Kapelle zurückgreifen. 

Das Spiel der Schöneberger begann ein wenig fahrig und besonders in der Abwehr dauerte es einige Minuten, bis sich die 3-2-1 Formation sortiert hatte. Die Turnsportler nutzen die anfängliche Unordnung der Gäste und erspielten sich über ihr Zweite-Welle-Konzept ein 4:2. Mit zunehmender Spielzeit stabilisierte sich aber die Abwehr und im Angriff wurden über diverse Auftakthandlungen J.B. und Swientek Jr. in Position gebracht. Diese waren zumeist nach 1-vs.-1 Situationen erfolgreich. Beide Mannschaften mühten sich zu ihren Treffern und über die Zwischenstände von 5:5 und 10:10 hatte sich ein ausgeglichenes Spiel entwickelt. Ein hohes Tempo wurde dabei nur selten angeschlagen und ein Spielfluss über mehrere Stationen kam kaum zustande. 

Immerhin gewannen die Ruchlosen zum Ende der ersten Halbzeit die Oberhand etwas für sich. Den Weddingern ging augenscheinlich die Puste aus und ihre Angriffsbemühungen wirkten zunehmend planloser. Eine gute Torwartleistung durch Swientek Sr. und Lehrkörper Cremer gepaart mit erfolgreichen Abschlüssen in der Offensive bescherte der dritten Vertretung eine Halbzeitführung von 14:12. 

Coach Marc Ruch gab sich mit der gezeigten Leistung – vor allem den letzten 10 Minuten – zufrieden und hatte nur wenig anzumerken. Durch eine verbesserte Absprache sollte das Zweite-Welle-Konzept des Gegners unterbunden werden. Ansonsten galt es, den vermuteten konditionellen Vorteil entsprechend auszunutzen. Mehr gab es nicht zu sagen und so mit ging es zurück in die Halle, wo man geduldig auf den Gegner wartete. 

Turnsport hatte in der Halbzeitpause offensichtlich intensiveren Austauschbedarf und kam motiviert auf die Platte zurück. Nach Wiederanpfiff folgte dann ein idealtypisches Beispiel seitens der Ruchlosen, wie man ein Spiel aus der Hand gibt. Denn nach dem 15:13 für die Guten passierte in den Angriffsbemühungen eine ganze Zeit aber rein gar nix mehr. Neben der Tatsache, dass den Ruchlosen, zeitweise sogar in doppelter Überzahl, in 12 Spielminuten lediglich ein einziges!!! Tor gelang, war und ist immer noch eine bittere Pille. Erinnerungen an den Auftritt vor knapp zwei Wochen gegen Pankow kommen hoch. Gegenüber jener Perfomances gesellte sich zu den passiven Angriffsbemühungen auch noch eine ganz schwache Abwehrleistung. Lethargische Körperspannung und fehlende Laufbereitschaft ließen die Gegenspieler aus dem Rückraum beliebig durch die Abwehrreihe spazieren. Turnsport bediente sich der einfachsten aller Mittel und rannte einfach mit etwas Geschwindigkeit durch sperrangelweite Lücken. Die Folge war ein 15:20 nach 42 Minuten. 

Dem zuständigen Übungsleiter platze zu Recht der Kragen und er stellte von der offensiven Abwehrformation auf einen 6-0 Deckungsverbund um. Diese Intervention war zunächst nicht unbedingt erfolgreich, was nicht zuletzt daran lag, dass sich der Referee nun immer stärker in den Vordergrund spielte bzw. pfiff. Hart ausgelegte Zeitstrafen gegen die Guten und mehrere Strafwürfe für Turnsport (Abwehrspieler hätten den Wurfkreis beim Führen eines Zweikampfes berührt, wobei der Zweikampf oftmals bereits bei 8 Meter begann) waren zumindest zweifelhafte Entscheidungen. Edelfan C.S. auf der Tribüne geriet in seinem Block dabei so in Rage, dass der Schiedsrichter sich gar gezwungen sah, das Spiel zu unterbrechen und den Offiziellen der Gästemannschaft bat, den Pöbel aus der Halle zu geleiten. Nach kurzer Mitteilung von C.S. über die Handhabung mit delinquenten Zuschauer_innen durch den Unparteiischen, begab sich der Betreffende tatsächlich vor die Hallentür, von wo aus er den Rest des Spielgeschehens verfolgte. 

Aber zurück zum eigentlichen Geschehen: Während Turnsport weiter munter zu Torerfolgen kam, verbuchten auch die Ruchlosen endlich wieder ein paar Treffer. Neben vereinzelten Tempogegenstößen war es vor allem Swientek Jr., der die Weddinger Abwehrreihe auf Trapp brachte. Mit dem Einläuten der Schlussphase war zumindest ein Siegeswillen bei den Guten zu erkennen und nachdem man zwischenzeitlich bereits mit 5 Toren zurückgelegen hatte, stellte man beim zwischenzeitlichen 26:24 wieder den Anschluss her. Zwar setzten sich die Turnsportler neuerlich um zwei weitere Tore ab, dennoch ließen sich die nun kämpferisch gebenden Schöneberger nicht abschütteln. Beim Stand von 28:26 und eigenem Ballbesitz war die Hoffnung auf den Einzug in die nächste Pokalrunde entfacht. Leider fand der Abschluss aus guter Position nicht den Weg ins Tor und posthum verwandelte Turnsport zur Entscheidung. Der Rest war dann nur noch Ergebniskosmetik und das Spiel fand beim 27:30 aus Sicht der Guten ein Ende. 

Die dritte Vertretung verabschiedet sich nach mäßiger Leistung aus dem Pokal. Schade, da bei einem Weiterkommen drei Mannschaften der SG im Achtelfinale vertreten gewesen wären. Zudem spielte man gegen eine Mannschaft aus der eigenen Liga, die allemal schlagbar war. Aus Sicht erfahrener Analytiker_innen stachen zwei Ursachen der Niederlage heraus. Zum einen ballerte Swientek Jr. ganze 12 Dinger aus dem Spiel, was sicherlich von einer tollen Leistung zeugt. Wenn der gesamte Rest der Mannschaft aber kaum mehr zu werfen vermag, ist das nicht gut. Und damit sind wir beim zweiten Punkt: Neben der Tatsache, dass neuerlich gute Torgelegenheit ungenutzt blieben, spielte der Angriff im Grunde nur 45 Minute Handball. Die ersten 15 Minuten im zweiten Durchgang grenzten an Arbeitsverweigerung. Dieses Phänomen war bereits gegen Pankow zu beobachten. Hier besteht dringender Bedarf nach Auseinandersetzung, denn sonst wird man sich auch in weiteren Spielen um den verdienten Lohn bringen.

 

So, nächste Woche kommt auswärts bei TuS Hellersdorf II zum Aufeinandertreffen mit dem Mitaufsteiger. Nach der Pokalpleite gilt Wiedergutmachung als Ziel. Wir sehen uns in Hönow, Sonntag (26.11.), um 14 Uhr.

 

Bis dahin. Tschüss, Ihr Hippies

 

Statistik:

Markus Swientek, Christian Cremer, Nico Swientek (12 Tore), Jörg Brieger (4 Tore), Jörg Reichwald (3 Tore, davon 3x7m) Hendrik Schmidt (2 Tore), Felix Kloss (2 Tore), Benjamin Geckle (2 Tore), Constantin Goltsche (1 Tor), Tilman Wiesner (1 Tor), Justus Hohwieler, Fabian Stachowiak

 

 

Turnsport 11 - SG OSF Berlin III
30:27 (12:14)