Spielbericht
Pfeffersport   vs.   1. Frauen

25.11.2017

Auswärts ist es momentan am Schönsten

Pfeffersport

Pfeffersport

27 - 32
SG OSF Berlin

1. Frauen

Am vergangenen Wochenende traten die leicht dezimierten First Ladies gegen den Tabellennachbarn und Aufsteiger aus dem ehemals hippen Prenz‘lberg an. In einem flotten und torreichen Spiel war nach der 1. Halbzeit noch alles offen (19:17), die Führung wurde jedoch im zweiten Durchgang nicht mehr hergegeben und somit schlug bei Abpfiff ein 32:27 Erfolg zu Buche.

Die Samstagabendgestaltung sollte diesmal in der Spielstätte von Pfeffersport stattfinden, die von fast allen Damen pünktlich an diesem nasskalten und eher für die Couch geeigneten Abend aufgesucht wurde. Verzichten musste Coach Waffenschmidt auf die Rückraumspielerinnen K. und R Hinz und Abwehrchefin C. Wodetzki, die allesamt im Urlaub weilten – Schirmchencocktails und so. Weiterhin fehlte die in Spanien ihre praktischen Lehrerin-Kenntnisse erweiternde Shooterin M. Kern. Dafür durfte die nach einem Bänderriss genesene A.K. Rehmer wieder ins aktiven Geschehen auf der rechten Außenbahn eingreifen und glücklicher Weise musste auch nicht wegen beruflicher Verpflichtungen auf Routinier und Torgarantin A. Rauhut verzichtet werden. Die vorhergehenden Trainingseinheiten wurden insbesondere genutzt, um die eigenen Schwächen im Abschluss zu minimieren und das Tempospiel auszubauen – beides sollte auch schlussendlich der Schlüssel zum Erfolg sein.

Apropos Tempospiel: der/die geneigte Leser/in möge mir den kurzen literarischen Ausflug in die Absurditäten der Bodenreinigung der Trainingshallen im Bezirke Schöneberg verzeihen. Bereits der Spielbericht der 3. Auswahl unserer Männermannschaft beschäftigte sich ausgiebig „über den Verlust einer großen Liebe“ mit den nun schon länger anhaltenden geheimnisvollen Vorgängen seitens des zuständigen Amtes.

In sämtlichen Trainingshallen der SG ist momentan an Tempospiel jeglicher Art nicht zu denken. Es ist schlicht zu rutschig. Und zu dreckig. Dazu aber nochmal später. Im Fachjargon werden die Reinigungsdienste wohl darauf hingewiesen, die Böden so einzupflegen, dass die Trittsicherheit für den Sport gewährleistet ist. Klingt ja zunächst toll. Und für den Handballsport auch irgendwie sinnvoll, man sollte sogar meinen: notwendig. Allerdings wird scheinbar von dieser Auflage nicht immer Gebrauch gemacht. Auch damit könnte man ja leben, wenn zumindest Reklamationen schnelle Änderungen zeitigen würden. Bei einer der Hallen – das muss man ja auch zugeben – kommt zumindest Bewegung in die Geschichte. In einer weiteren Trainingshalle aber leider überhaupt nicht – man könnte sogar sagen, dass die Reklamationen einen scheinbar genervten zuständigen Menschen zur Aussage hinreißen ließ, dass dann diese Halle wohl besser nicht mehr der SG als Trainingshalle zur Verfügung gestellt werden sollte. Klar, Problemlösung at his best. Warum sollte man sich mit der Ursache beschäftigen, wenn man die lästigen Ankläger/innen mundtot machen kann? Ist es zu viel verlangt, wenn von den Vereinen gefordert wird, dass die Hallenböden auch für die Zwecke genutzt werden können, denen sie eigentlich dienen sollen? Hinsichtlich dreckiger Böden (nicht nur rutschig, sondern auch dreckig) mussten wir uns auch noch den Vorwurf gefallen lassen, dass bestimmt wir diejenigen sind, die den Dreck in die Hallen tragen. Na sicher! Zur Erwärmung spielen wir immer eine Runde „Wer reißt sich zuerst das Kreuzband“! Um dies noch aufregender zu gestalten, sorgen wir vorher für kiloweise Sand in der Halle. Macht ja Sinn…

Vielleicht sollte man mal vorsichtig bei den anderen Nutzern, bspw. Schulen, nachfragen, ob die Schüler/innen alle tatsächlich nicht in ihren Straßenschuhen oder Fußballbotten die Hallen betreten. Oder auch den Hallenwart der einen beschriebenen Halle, der gerne einfach in Straßenschuhen pünktlich zwei Min. vor Trainingsende um 21:28 die Halle betritt, schaut und dann mit dem Hinweis, dass eine Uhr an der Wand nachginge, um 21:29 das Licht ausschaltet. Der auch gerne was von Alarmanlage faselt, die anschlüge, wenn bis 22:00 Uhr nicht alle aus den Umkleiden verschwunden wären, und sich deshalb schon 10 Min. vorher in Rausschmeißer-Manier in selbige stellt. Mal abgesehen davon, dass dies a) Schwachsinn und b) sehr unangebracht ist: Liebes Sportamt, ist euch sowas nicht furchtbar peinlich oder schlicht egal? Das interessiert mich und uns alle wirklich!

Zurück zum Spiel. Zum Tempospiel genau genommen: Das ging verblüffender Weise trotzdem ganz gut von der Hand, obwohl die Gastgeberinnen zunächst den besseren Start hinlegten. Dabei wurden sie tatkräftig von den Schönebergerinnen unterstützt, die anfänglich häufiger das Spielgerät zu leichtfertig hergaben. Möglicherweise lag das unter anderem auch an der ungwöhnlichen Trikotfarbe – liefen die First Ladies doch ganz ungewohnt in grau auf. Dies lag darin begründet, dass eine Dame sich beim Packen der Tasche tollkühn für nur eines der regulären Trikots entschied. Zielsicher daneben, könnte man meinen. Kann passieren – wird aber teuer. Glücklicherweise führte diese Unkonzentriertheit nicht gleich zu einer – wie zuvor schon oft geschehen – allgemeinen Verunsicherung. Ganz im Gegenteil wurden recht ordentlich die einstudierten Spielansätze im Angriff angesetzt, geduldig durchgespielt und auf die Chance zum Einnetzen gewartet. Und auch in der Abwehr wurde beherzt zugepackt. Das anfängliche schlechte – oder auch nicht vorhandene – Rücklaufverhalten wurde korrigiert und nach 12 gespielten Minuten egalisierte die vom Punkt sicher treffende A. Rauhut den anfänglichen Rückstand zum 7:7. Fast genau 30 Sekunden später traf S. Rutschow zur ersten Führung, die dann aus Sicht der Schönebergerinnen auch nicht mehr hergegeben werden sollte. Ab da ging es aber auch auf dem Spielfeld rauf und runter, fast minütlich fielen die Tore. Gut umgesetzt wurde nun die zweite Welle. Leider ließ diese im Umkehrschluss die Körner für die Abwehr schwinden, sodass sich die Auswahl aus dem Prenz‘lberg nicht so richtig abschütteln ließen. Das vorher angesprochene und auch mit Respekt behandelte Kreisspiel der Gegnerinnen eröffnete dem Rückraum Lücken und stellte die eigene Abwehrreihe vor diverse Herausforderungen. Die ersten 30. Minuten wurden beim Stand von 19:17 für die SG mit einem direkten Freiwurf des Gegners beendete, der seinen Weg leider nicht über den Block, sondern auf die Nase von C. Friedrich fand, die im Anschluss einige Minuten benommen am Boden liegen blieb. Die Folge war ein verzögerter Pausentee und die Disqualifikation für die Schützin, die sich sofort erschrocken entschuldigte. Jedoch war „Rot“ unvermeidbar. Und auch wenn diese Szene bei dem einen oder anderen den Puls anstiegen ließ: sowas kann passieren und ist (fast) nie beabsichtig – eben eine unglückliche Situation. C. Friedrich erlitt glücklicherweise keine Verletzung und konnte weiter am Spiel teilnehmen (und auch noch das 30. machen… manchmal läuft´s).

Die künstlerische Pause wurde sinnvoll genutzt, um sich auf den Boden der Tatsachen zu bringen. 1.) war noch nix gewonnen, 2.) waren 19 geworfene Tore tip top und 3.) 17 gefangene Tore doch eher völlig daneben. Coach Waffenschmidt schwor erneut seine Damen ein und forderte höchste Konzentration. Tempo weiterhin hochhalten, in der Abwehr konsequenter zupacken, Wurfsituationen schneller erkennen und nutzen waren die Vorgaben. Nun ja, alles klar. Zumindest in der Theorie.

Um so schnell wie möglich den Sack zuzumachen und die zwei Punkte zu entführen, starteten die First Ladies ungewohnt zielstrebig in die zweiten 30 Minuten. Nach nicht mal 5 gespielten Minuten war das Minipolster von zwei Toren auf 5 Tore Differenz herangewachsen und näher sollte der Aufsteiger Pfefferwerk auch nicht mehr rankommen. Beiden Mannschaften war anzumerken, dass die ersten 30 Minuten viel Kraft gekostet hatten und insbesondere die Gastgeberinnen taten sich immer schwerer nochmal zu beschleunigen oder in allerletzter Konsequenz nach dem Ball zu hechten. Aber auch in den eigenen Reihen stieg im Angriff die Fehlerquote,  jedoch konnten diesmal auch die berühmten 10 Minuten der OSF-Ladies deutlich akzeptabler gestaltet werden als in vorherigen Spielen. In den letzten zwei Minuten wurden die Zügel deutlich lockerer gelassen und so kassierte man noch drei Tore, was sicherlich 2 zu viel waren, zum Endstand zum 32:27. Nach Abpfiff überwog aber die Freude um die 2 Punkte gegen den Tabellennachbarn und über die abgerufene Leistung.

Die nächste Aufgabe lässt nicht lange auf sich warten und  wird mitnichten einfacher werden. Am 9.12. um 17:30 wird der Tabellenführer BFC Preussen im Sachsendamm erwartet. Zuschauer sind wie immer gerne gesehen. Kommet in Scharen!

Es spielten:

Rutschow 7; A. Rauhut 7/3; C. Friedrich, L. Ackermann, I.Wiesner je 4; V. Tugend, S. Hoffmann je 3; K. Höhne; A. Labenski; A.-K. Rehmer; J. Neeb TW, M. Schmidt TW

Pfeffersport - SG OSF Berlin
27:32 (17:19)