Spielbericht
SG NARVA Berlin   vs.   Männliche A

25.11.2017

Arg gebeutelte mA verliert Stadtderby

SG NARVA Berlin

SG NARVA Berlin

31 - 17
SG OSF Berlin

Männliche A

Nach nun acht Begegnungen und einer nahezu abgeschlossenen Hinrunde meldet sich die männliche A der SG OSF zu Wort: Wir stehen auf dem sechsten Tabellenplatz und das ist - ehrlich gesagt – angesichts der Umstände ein kleines Wunder.

Hinter uns liegt eine turbulente Zeit mit vielen Veränderungen. Nachdem in der Qualifikation und zum Saisonauftakt noch die Sorge bestand, der Kader könnte zu groß sein, um allen angemessen Spielzeit zu geben, hat sich das im Saisonverlauf leider schnell geregelt. Wie das in dieser Lebensphase so ist, ändern sich durch Ausbildung und Studium Lebensmittelpunkte, ändern sich Interessen, tun sich kurzfristig Gelegenheiten auf und so reduzierte sich der Kader durch Abgänge und Reisende. Hinzu kam ein immenses Verletzungspech mit teilweise richtig langen Ausfallzeiten und die Rückkehr in den Sport ist bei manchen immer noch nicht klar. Bitter. Mit den Ausfällen könnte man eine zweite wettbewerbsfähige Oberligamannschaft stellen. Das gilt aber nicht nur für die Spieler, sondern auch für die Trainer: Ein Trainer wurde zu Höherem berufen, ein anderer Trainer betreut auch die B-Jugend, noch ein anderer Trainer hat in einem eigenen Spiel dermaßen einen auf die Omme bekommen, dass Trainieren und Coachen medizinisch erst einmal verboten sind und ein weiterer Trainer hat als Oberliga-Spieler viele eigene Verpflichtungen .

Und wenn dann jahreszeitbedingt noch kleinere Krankheiten hinzukommen und die B-Jugend auf Oberliga-Reisen in Rostock ist und nicht mithelfen kann, dann kann es auf Feld und Bank mal dünn werden. So geschehen letzten Samstag beim Spiel gegen SG NARVA: Eigentlich will man ja bei einem Stadtderby seinen Beitrag zu einem spannenden Spiel leisten und deshalb hatten wir um Verlegung gebeten. Aber leider war das NARVA kurzfristig nicht mehr möglich. Ganz Absagen ist gegen die Ehre und teuer und so fand sich der verbliebene kleine Kader, teilweise noch restkrank, verstärkt um einen B-Jugendlichen, in der Gürtelstraße ein, gecoached von einem improvisierten Trainerteam mit dem C-Jugendtrainer, der die Mannschaft nicht kennt, einem ehemaligen Mitspieler und einem ahnungslosen Trainervater. Also eigentlich auch wieder ganz lustig… und die einzige Chance war, aus dieser surrealen Situation irgendwie besondere Motivation zu ziehen. Um es vorweg zu nehmen: Nee, hat nicht geklappt. Die Motivation und das Engagement waren da, aber die körperliche und spielerische Substanz reichten nicht aus, um NARVA in dieser Konstellation gefährlich zu werden. Die Glühbirnen fuhren einen souveränen 31:17 Sieg ein. Glückwunsch!

Aber bitte nicht falsch verstehen: Alle waren engagiert und haben gekämpft und wenn, dann hingen die Köpfe wirklich nur ganz kurz mal wenige Sekunden und dann ging es wieder weiter, angetrieben von den Fans, die ob der Situation ganz bewusst eine besonders positive Stimmung verbreiteten. Danke! Und manche Dinge waren auch ansprechend, wie das Spiel über den Kreis und die Deckungsleistung gegen die zwei Haupttorschützen von NARVA, die allerdings dann auch bei klarem Spielstand geschont wurden und für die dann andere Narvaristi in dem fairen Spiel in die Bresche sprangen.

Engagement und Leidenschaft waren auch das, was im bisherigen Saisonverlauf dazu geführt hat, dass die mA trotz der widrigen Umstände immerhin auf Rang sechs steht. Meist mit Unterstützung aus der mB. Das war nicht immer spielerisch total überzeugend, aber es war immer engagiert und kämpferisch. Und da kann man nur sagen: Weiter so! Und wenn dann der eine oder andere im weiteren Saisonverlauf gesund oder erleuchtet von Reisen wieder zurückkehrt, wird sich vielleicht auch mal wieder eine spielerische Leichtigkeit einstellen, um dann auch ein Stadtderby oder das Halbfinale im HVB-Pokal spannend zu gestalten. 

SG NARVA Berlin - SG OSF Berlin
31:17 (13:6)