Spielbericht
TuS Hellersdorf II   vs.   3. Männer

26.11.2017

Sonntagsausflügchen

TuS Hellersdorf

TuS Hellersdorf II

19 - 31
SG OSF Berlin

3. Männer

Hippies, was geht?!

 Eigentlich stand das vergangene Wochenende unter keinem guten Stern, begann es doch mit dem Black Friday und fand sein Ende am Totensonntag. Ja, Herrschaftszeiten noch Mal, wer bitte denkt denn bei diesen extremen Gefühlswelten zwischen absurd übermäßigen Konsumangeboten und pessimistischem Fatalismus noch an zwei Punkte oder kann sich überhaupt mit Handball beschäftigen?!? Welch ein Glück, dass unter den Akteuren der dritten Mannschaft der SG OSF so einige abgebrühte Heiden weilen, welche zum Monatsende auf Grund der vielen lecker Bierchen ohnehin chronisch abgebrannt sind und so bestens zum Punktspiel gegen TuS Hellersdorf II gewappnet waren.

 Dies Spiel war gleich in zweierlei Hinsicht von Bedeutung. So gelang es den Randberlinern im Aufeinandertreffen während der zurückliegenden Stadtligasaison den Schönebergern ihren einzigen Minuspunkt aufzudrücken und dem perfekten Aufstieg den einen kleinen Schönheitsfehler zu verpassen. Zugleich sollte nach dem enttäuschenden Pokal-Aus gegen Turnsport eine entsprechende Leistungssteigerung für angenehmeres Klima sorgen.

 Bedingt durch die von Schöneberg aus gesehen weiten Entfernung des Spielortes, kamen einige Akteure mit deutlicher Verspätung in Eile und J.B. ließ es sich nicht nehmen, jene zu überwindende Distanz für den Sonntagsausflug mit der ganzen Familie zu nutzen. So etwas nennt man dann wohl gut funktionierende Work-Life-Balance. Der Mann hat es einfach drauf! Abgesehen vom zeitlich leicht variierenden Eintreffen, konnte Coach Marc Ruch lediglich auf 9 Feldspieler und seinen beiden Goalies zurückgreifen. Ein ähnliches Bild wusste auch Hellersdorf abzugeben, weshalb kurz Überlegungen angeschoben wurden, das Schiedsrichtergespann nach Hause geschickt zu schicken und die zwei Punkte dann bei einer munteren Partie Fußball auszutragen.

So sollte es dann aber doch nicht kommen und damit zum eigentlichen Geschehen: Beide Mannschaften also mit nicht vollem Kader aber besten Absichten, die zwei Punkte für sich zu beanspruchen. Die ersten Minuten gestalteten sich durchaus ausgeglichen. Über Felle von der rechten Außenbahn, Swientek Jr. aus dem Rückraum oder J.R. vom 7-Meterpunkt, verbuchten die Gäste ihre ersten Treffer. Hellersdorf wusste zunächst mitzuhalten und konnte Tore ihrerseits über die gut agierenden Außenspieler erzielen. Doch nachdem die erste Schöneberger Führung noch ausgeglichen werden konnte, übernahmen die Ruchlosen mit zunehmender Spieldauer das Zepter. Nach einem zwischenzeitlichen 6:3 und 10:5 sah sich Hellersdorf gezwungen, die Auszeit zu nehmen.

 Die Folgen jenes Eingriffs für den Spielfluss der Gäste blieb jedoch wirkungsschwach und auch das taktische Mittel der personenbezogenen Manndeckung gegen Swientek Jr. lief wohl eher suboptimal aus Hellersdorfer Sicht. Denn Papa Geckle hatte nach auskurierter Erkältung ebenfalls einen guten Tag erwischt und wusste sich mehrmals am Kreis nach einigen Harakiri-Anspielen bestens durchzusetzen. Der Vorsprung von fünf Toren konnte gar in zeitweiliger Unterzahl verwaltet werden und so ging es nach einem zwischenzeitlichen 13:8 mit 16:11 in die (kalten) Kabinen.

 Zufrieden zeigten sich die Beteiligten über die bis dato gelieferte Performance. Eine konzentrierte Leistung gepaart mit einem gut funktionierenden 6-0 Verbund sowie erfolgreichem Kleingruppenspiel und Einzelaktionen sorgten für die stabile Führung. Vom Übungsleiter wurden einzelne Details angemerkt, große taktische oder personelle Veränderungen bzw. Umstellungen blieben aus, zumal das Personal ja auch nur begrenzt war. Alles beim Alten also und auf in die zweite Halbzeit.

 Nach Wiederaufnahme des Spiels rutschte nun Goalie Swientek Sr. ins Rampenlicht. Hellersdorf kam durchaus motiviert aus der Kabine und versuchte nun etwas mehr Dampf zu machen. Dabei bedienten sie sich oftmals ein und derselben Auftakthandlung, um sich anschließend mit der Brechstange irgendwie durch die Abwehr wurschteln zu wollen. Dies gelang den Randberlinern dann leider mehrmals, auch weil das Schöneberger Abwehrbollwerk ein wenig in der Konzentration nachließ. Doch eben jener angesprochene Swientek Sr. knüpfte an seine Leistungen vergangener Tage an und wusste Würfe von Außen und aus der Nahdistanz in bester Manier zu parieren, oh yeah. Dieser starke Rückhalt in Zahlen ausgedrückt: Die Gäste nahmen in den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit lediglich zwei Treffer hin. So gewinnt (oder verliert) man Spiele, die Ruchlosen themselves können ein Lied davon singen (vgl. Spielbericht gg. Pankow oder gg. Turnsport).

 Nach 45 Minuten schraubten die Schöneberger die Führung auf einen 10-Torevorsprung in die Höhe (23:13) und durften sich als die sicheren Sieger fühlen. Tore wurden weiterhin über 1-vs.-1-Situationen erzielt, wobei die etwas diffus wirkende Hellersdorfer Abwehr keine große Gegenwehr mehr leistete. Weitere Treffer fielen nach erfolgreicher Balleroberung durch Tempogegenstöße oder gar durch Würfe aus dem Rückraum. Hier konnte sich Ilse hervortun, der langsam zu alter Form zurückfindet, how lovely! Nur J.R. wurde an diesem Tag, trotz sieben beigesteuerter Treffer, etwas vom Pech verfolgt. Pfosten und Latte standen dem Routinier beim Streben nach einer höheren Trefferzahl im Weg. Nennenswerte Highlights gab es keine mehr und das Spiel fand sein Ende beim Stand von 31:19 für die Guten.

 Die Ruchlosen zeigten fast über die ganzen 60 Minuten eine geschlossene und konzentrierte Mannschaftsleistung und nahmen verdient zwei Punkte aus Hellersdorf mit. Aktuell sind es nun also bereits 12 Punkte aus 7 Spielen. In der Landesligasaison 2015/16 sammelte die Dritte während der gesamten Hinrunde 13 Punkte, dieses Mal könnte also mehr drin sein. Jetzt ist erst mal ein Wochenende Pause. Dann geht es auf dem heimischen Rutschberg gegen den turbulent gestarteten Charlottenburger HC.

Eine kleine Randnotiz noch, die in den vergangenen Wochen in der Redaktion etwas unterging: Kennt ihr noch J.M.?! Der genießt aktuell sein Familienleben und hält sich fit im Training der Dritten. Und weil er uns so mag, hat er kurzer Hand zusammen mit J.B. eine neue Garnitur Trainingsanzüge springen lassen. Ganz klar, nur das Beste für die Besten! Vielen herzlichen Dank noch mal nachträglich an die Sponsoren *killekille*

So, wir sehen uns am Samstag, 9. Dezember um 16 Uhr auf dem Geisberg. Bis dahin, macht es gut. Tschüss, Ihr Hippies

Statistik:

Markus Swientek, Christian Cremer, Felix Kloss (7 Tore), Nico Swientek (7 Tore, davon 1x7m), Jörg Reichwald (7 Tore, davon 5x7m), Benjamin Geckle (3 Tore), Jörg Brieger (3 Tore), Fabian Stachowiak (2 Tore), Marco Krause (2 Tore), Gregor Herdmann, Tilman Wiesner

TuS Hellersdorf II - SG OSF Berlin III
19:31 (11:16)