Spielbericht
SV Fort. 50 Neubrandenburg   vs.   1. Männer

26.09.2015

Unerwarteter Auswärtssieg in hitziger Atmosphäre

SV Fort. 50 Neubrandenburg

SV Fort. 50 Neubrandenburg

25 - 27
SG OSF Berlin

1. Männer

Die SG OSF fährt auswärts bei den heimstarken Neubrandenburgern einen knappen 25:27 Erfolg in einem Spiel auf des Messers Schneide ein. Dabei profitierten die Berliner vom verletzungsbedingten Ausfall des bis dahin sehr starken Spielmachers Felix Klepp, den die Vier-Tore-Städter nicht kompensieren konnten. Die besten Genesungswünsche von der Mannschaft gehen schon einmal an dieser Stelle an ihn genauso wie an Christian Schwerin, der sich später bei einem Schlagwurf ebenfalls verletzte.

Während bei der SG die üblichen Verdächtigen ins Spiel starteten (Moritz Weber und Marcel Buchholz stoßen nächste Woche wieder zur Mannschaft, während Sascha Höfer und Marius Wessel weiter lange fehlen werden), fehlte beim SV mit Fabio Pastor kein unwichtiger Spieler. 

Die Partie entwickelte sich schnell zu einer ausgeglichenen Angelegenheit. Auf Neubrandenburger Seite zog Felix Klepp wie erwartet gekonnt die Fäden und wurde besonders in der ersten Halbzeit von Torben Ehlers tatkräftig unterstützt, der immer wieder aus dem Parallelstoß per Schlagwurf traf und der SG defensiv Kopfzerbrechen bereitete.
Bei den Berlinern krankte in der Anfangsphase dennoch vor allem die Offensive: Zu viele technische Regelfehler und eine schlechte Chancenverwertung trugen dazu bei, dass die Gäste immer ein bis zwei Tore in Führung lagen.
Darüber hinaus nahm sich Philipp Böttcher nach der zweiten Zeitstrafe nach 8 Minuten aus dem Spiel und konnte erst in der zweiten Halbzeit wieder eingesetzt werden. Dennoch blieben die Schöneberger über den Kampf und eine sich stabilisierende Deckung mitsamt bärenstarkem Julien Groenedijk im Spiel.

Ein Bruch kam dann nach der schweren Schulterverletzung des gegnerischen Spielmachers in der 20. Minute ins Spiel. Nach der langen Unterbrechungspause spielte die Fortuna mit Auftrieb, während auf Berliner Seite der konstruktive Spielbetrieb kurzzeitig eingestellt wurde. Aus einem 10:12 vor der Unterbrechung wurde so ein 11:16, das zum Glück noch bis auf ein machbares 13:16 zum Pausenpfiff verkürzt werden konnte.

Nach der Pause kam die SG mit deutlich mehr Aggressivität und Motivation aufs Spielfeld. Der Vorsprung war schnell egalisiert, allerdings scheiterten die Berliner mehrfach aussichtsreich daran, ein paar Tore zwischen Gegner und sich zu legen und schlugen kein Kapital aus der guten Deckungsarbeit.
So blieb der Gastgeber in einer sich aufheizenden, dem engen Spielverlauf geschuldeten Atmosphäre stets in Schlagdistanz und schaffte es immer wieder auszugleichen (16:16, 21:21,23:23). Jedoch konnte Schöneberg immer wieder die Führungstreffer markieren und Neubrandenburg stets nur ausgleichen.
Hierbei tat sich Tobias Erdmann hervor, der die Bälle förmlich ansaugte, auch wenn sie teilweise mit nicht allzu viel Liebe an den Mann gebracht wurden (am Ende 8 Tore plus 2 herausgeholte Siebenmeter). Auch einige Pfiffe in der zweiten Hälfte wurden im Zweifelsfall eher weniger für die SG entschieden, es handelte sich eben um ein Auswärtsspiel.
In der Schlussphase stellte Neubrandenburg durch den größer werdenden Druck der rechten Schöneberger Angriffseite defensiv um, was wiederum mehr Raum für Philipp Wieschollek auf der anderen Seite bedeutet. Dieser wurde prompt genutzt, wodurch man sich in der entscheidenden Phase anderthalb Minuten vor Ende anhand eines nervenstark verwandelten 7-Meters von Quoc Cuong Le auf 24:26 absetzen konnte. Zwar gelang im Gegenangriff noch der Anschluss, die daraufhin vermeintlich gestellte Schussfalle des Gegners auf Robert Kohrs nutzte dieser aber zum 25:27 Endstand. 

In der Folge ließ er sich dann leider – während des Spiels und vor allem vor der Aktion selbst mehrfach provoziert – zu einer Gegenprovokation des Publikums hinreißen, woraufhin es zu tumultartigen Szenen nach Abpfiff kam.
Glücklicherweise beruhigten sich die Beteiligten aber schnell wieder, sodass man dann auch unbehelligt die Heimreise antreten konnte.
Wo genau sich die Ordner von Neubrandenburg in dem Moment befanden, als mehrere Personen das Spielfeld stürmten und auf Spieler der SG zutraten, wäre dennoch eine interessante und im Nachgang zu klärende Frage.

Die Mannschaft wünscht noch einmal beiden Verletzten des Gegners gute Besserung und hofft, dass sich beide Verletzungen als nicht so schwerwiegend herausstellen wie bisher befürchtet.
Die SG ist damit weiterhin ungeschlagen und kann nun in den beiden kommenden Spielen jeweils zu Hause gegen Aufstiegsaspiranten zeigen, ob sie imstande ist, ihre guten Leistungen der letzen Wochen auch weiterhin ohne nominellen Mittelmann zu bestätigen. 

Ein Unterfangen, das mit Sicherheit nicht leichter wird, je mehr Zeit die gegnerischen Mannschaften haben, sich darauf einzustellen, jedoch stoßen wie erwähnt kommende Woche mit Marcel Buchholz und Moritz Weber zwei Abstinenzler zum Team zurück, was für mehr Flexibilität sorgt.

Am Samstag gastiert die starke Vertretung aus Altlandsberg am Sachsendamm, die bisher eine hervorragende Saison spielt, woran auch die knappe Niederlage gegen Cottbus nichts ändert. Hier wird eine erneut sehr starke Leistung aller Beteiligten nötig sein, um die Punkte auch zu behalten.
Anpfiff ist um 19h im Sachsendamm. Die Mannschaft freut sich über jede Unterstützung!

Julien Groenendijk (TW), Marvin Rothe (TW), Tobias Erdmann (8), Philipp Wieschollek (5), Quoc Cuong Le (5/3), Dorian Schnabel (4), Robert Kohrs (2), Justus Neeb (1), Manuel Frank (1), Philipp Böttcher (1), Maik Clausen, Maik Clausen, Marius Dierberg

SV Fort. 50 Neubrandenburg - SG OSF Berlin
25:27 (16:13)