Spielbericht
Turnsport 11   vs.   3. Männer

13.01.2018

Guten Morgen und herzlich Willkommen in 2018, Ihr Hippies!

Turnsport 11

Turnsport 11

26 - 35
SG OSF Berlin

3. Männer

Nach überstandenem Jahreswechsel hielt der zehnte Landesligaspieltag ein kleines Kuriosum bereit. So gastierte die dritte Mannschaft der SG OSC Schöneberg Friedenau aufgrund wettbewerbsübergreifender Pokalspiele in der Saison 2017/18 bereits zum dritten Mal an der Afrikanischen Straße. Bedenkt man, dass die Hinrunde noch gar nicht abgeschlossen ist, könnte man fast auf die Idee kommen, dass Guten ein neues „Wohnzimmer“ für sich entdeckt hätten. So hergeholt scheint dieser Gedanke dabei gar nicht. Schließlich fand neben Edelfan Conrad S. ein kleines Grüppchen weiterer Supporter_innen den Weg in die Weddinger Sporthalle. Vielen Dank an dieser Stelle für Eure Unterstützung!

Ein weiteres Kuriosum war, dass die Dritte das Aufeinandertreffen gegen den Berliner Turnsport-Verein 1911 außerplanmäßig unter ihrem alten Gründungsnamen Reichwald-Equipe bestritt. Wegen der urlaubsbedingten Abwesenheit von Coach Marc Ruch übernahm J.R. die Geschicke an der Seitenlinie. Unterstützung erhielt er dabei von Routinier Shorty. Des Weiteren standen zwei zuletzt gut aufgelegten Goalies zur Verfügung und mit dem Wizzard gab es endlich auch wieder einen etatmäßigen Kreisspieler zu bestaunen. Man ging also gut vorbereitet und motiviert genug in die Partie, um der noch frischen Niederlage aus dem Pokalspiel gegen Turnsport ein entsprechendes Zeichen entgegenzusetzen.

In der Anfangsphase wurde das Angriffsspiel über die üblichen Auftakthandlungen gut etabliert. Erfolgreiche Abschlüsse über Swientek Jr. aus dem Rückraum sowie die beiden Außen Felle und Mr. Bender waren die Folge. Den gelungenen Offensivaktionen stand jedoch ein leistungstechnischer Abfall in der eigenen 3-2-1 Deckungsformation gegenüber. Über ihr Rückraumspiel und einfachste Laufbewegungen vermochten die Turnsportler immer wieder durchzubrechen und zu aussichtsreichen Torabschlüssen zu kommen. Allein Lehrkörper Cremer wusste in den ersten 30 Minuten Schlimmeres zu verhindern und unterstützte seine Vordermänner mit tollen Paraden. Nach einer kurzen Führung von 4:2 für die Dritte plätscherte das Spiel mit stets wechselnder Führung über ein 6:6 bis zum 12:12 nach gut 20 gespielten Minuten dahin.

Interimstrainer J.R. hatte zu jenem Zeitpunkt bereits das Team-Time-Out genutzt, um die Abwehr auf einen 6-0 Verbund umzustellen und dadurch mehr Stabilität in den eigenen Reihen zu gewinnen. Der Angriff rieb sich inzwischen in zu vielen Einzelaktionen auf. Zwar wurden umständlich weitere Treffer erarbeitet, jedoch fehlte es ein wenig an der spielerischen Leichtigkeit. Dennoch konnten die Schöneberger in der Schlussphase von Halbzeit eins die Oberhand für sich gewinnen. Obwohl die Gäste zeitweilig in Unterzahl agieren mussten, konnten sie sich bis zum Pausenpfiff ein Polster von vier Toren erspielen. Mit dem Halbzeitstand von 17:13 ging es in die Kabine.

J.R. griff neuerlich die Thematiken aus dem Time-Out auf. Trotz der erzielten 17 Tore agierte der Angriff insgesamt zu statisch. Sobald aber Tempo ins Spiel gebracht wurde und die jeweiligen Akteure in die Tiefe gingen, boten sich immer wieder Lücken bzw. konnte über die Außenspieler entsprechend abgeräumt werden. Die Abwehr hingegen stand in der umgestellten Formation etwas verbessert. Die wuchtigen Halbspieler von Turnsport wurden frühzeitig angegangen, um ihr Durchbrechen entscheidend zu stören.

Mit Wiederaufnahme des Spielgeschehens wurden die Angriffsbemühungen beider Mannschaften spürbar intensiver betrieben. Während die Weddinger nun vor allem über ihre Kante auf Halblinks mehrmals zu Torerfolgen kamen, mühten sich die Gäste mit Ilse auf der Mitte zu ihren Treffern. Für ein gewisses Highlight im Torreigen sorgte der Wizzard, der elfengleich einen Abpraller in bester Volleyballmanier recycelte. Die 3- bis 4-Tore-Führung konnte bis zur 40. Minute verwaltet werden (21:18), eher sich der Verfasser himself zu einer plumpen Undiszipliniertheit hinreißen ließ. Nach ganz offensichtlich ungerechtfertigter Zwei-Minuten-Zeitstrafe verlor besagter Akteur kurzweilig die Contenance und teilt dem Unparteiischen mit, was er denn so von diesem Pfiff halte. Folgerichtig ließen nach diesem Gefühlsausbruch zwei weitere Minuten nicht lange auf sich warten.

Nichtsdestotrotz überstanden die Ruchlosen diese Unterzahlphase unbeschadet. Ein Grund hierfür war sicherlich auch die Vergabe einer weiteren Zeitstrafe, jedoch dieses Mal auf Seite von Turnsport. 15 Minuten vor Ultimo wurde es dann kurz noch etwas spannend. Nach dem 25:21 verkürzten die Weddinger auf 26:24 und hatten gleich zwei Mal in Folge die Chance, um auf einen Treffer heranzukommen. Doch sowohl den Strafwurf als auch den Tempogegenstoß parierte der mittlerweile ins Spiel gekommene Halbgott Swientek Sr. – mal wieder der Neckbreaker! Der Wille von Turnsport schien gebrochen, zudem ging den Compagnons augenscheinlich die Puste aus. In den letzten 8 Minuten folgte ein beispielsloser 9:2-Lauf für die Guten, bei welchem Mr. Bender, Felle und Swientek Jr. ihre Torkonto ordentlich in die Höhe schraubten, lovely! Das Spiel fand beim 35:26 sein Ende.

Die große Revanche für das enttäuschende Pokalaus ist also geglückt. Dabei spielten die Ruchlosen, noch anders als gegen Ajax, phasenweise sogar guten und schnellen Handball und nahmen verdient die Punkte mit. Der Sieg fiel gegen Ende mit Sicherheit ein wenig zu hoch aus, da Turnsport nach ca. 50 gespielten und teils intensiven Minuten ihrer Fitness Tribut zollen musste. Anders als noch im Pokal konnten die Weddinger auch längst nicht auf das umfangreiche Wechselkontingent zurückgreifen. Die Ruchlosen müssen sich vor allem in der Abwehr etwas steigern, die Gegenspieler wurden hier gelegentlich zu passiv angegangen. Zugleich zeigte die taktische Umstellung der Defensive gepaart mit einem mal wieder sehr guten Spiel beider Torhüter ihre entsprechende Wirkung. Dies sollte für die kommenden Spiele Auftrieb geben.

Nächstes Spiel ist dann wieder auf dem heimischen Geisberg. Kommt vorbei am Sonntag (21.01.) und feiert gemeinsam mit der Dritten um 15 Uhr gegen Tegel das Ende der Hinrunde. Wir sehen uns.

Tschüss, Ihr Hippies!


Statistik:
Christian Cremer, Markus Swientek, Luka Bender (9 Tore), Felix Kloss (7 Tore), Nico Swientek (7 Tore), Winand Sabelberg (3 Tore), Jörg Brieger (3 Tore, davon 1x7m), Marco Krause (2 Tore), Fabian Stachowiak (1 Tor), Matthias Kölling (2 Tore, davon 2x7m), Tilman Wiesner (1 Tor), Justus Hohwieler, Jörg Reichwald (n.e. Spielertrainer)

 

Turnsport 11 - SG OSF Berlin III
26:35 (13:17)