Spielbericht
1. Frauen   vs.   HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst

13.01.2018

Aufholjagd wird belohnt

SG OSF Berlin

1. Frauen

27 - 26
HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst

HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst

Zum Rückrundenauftakt ging es für unsere First Ladies gegen den Aufsteiger aus Ahrensdorf, der nach einer beachtlichen Hinrunde einen guten Platz im Tabellenmittelfeld belegt hatte. Im Hinspiel hatten sich die Damen der SG OSF nach harte Kampf schlussendlich in den letzten 10 Minuten knapp mit 2 Toren Differenz durchgesetzt und die Punkte mit nach Hause gebracht. Auch diesmal sollte sich insbesondere im zweiten Durchgang wieder ein Kopf-An-Kopf-Rennen entwickeln. Und auch dieses Mal konnten die Schönebergerinnen mit 27:26 in den letzten Sekunden die Oberhand behalten.

Nach dem misslungenen Auftritt am Wochenende zuvor gegen den Ligakonkurrenten aus Spandau im Pokal war eine Verunsicherung im Schöneberger Team deutlich zu spüren. Nicht nur das Aus in diesem Wettbewerb, sondern auch der verkorkste Hinrundenabschluss gegen Rudow und Preussen war noch nicht gänzlich verdaut und sollte am Selbstbewusstsein vergangener Tage nagen. Übungsleiter Waffenschmidt versuchte die Niederlagen aus den Köpfen zu löschen und seine Damen auf die kommende Aufgabe einzustellen. Personell konnte er dafür nahezu aus dem Vollen schöpfen und musste nur auf die im Moment beruflich in Frankfurt am Main verweilenden V. Tugend verzichten.  Die Tabellensituation ließ kein Zweifel daran, dass es mal wieder um die sagenumworbene Wurst ging. Gut also, dass man der schweren Aufgabe in heimischen Gefilden gegenübertrat.

Die Schönebergeinnen erwischten – wie schon so oft in der aktuellen Spielzeit – keinen guten Start. Den ersten Treffer setzte somit  nach gut einer Minute der Gegner, der von Anfang an versuchte, den Druck hochzuhalten. Bis zum 2:2 blieb das Spiel auf Augenhöhe, ab dann aber agierten die Schönebergerinnen teilweise glücklos, teilweise viel zu ungeduldig und teilweise mit Pech. Spielansätze wurden nur runtergespult und eben nicht, wie so oft gefordert, mit Druck weitergespielt, die Abschlüsse zu früh gesucht und die Abwehr des Gegners stark gemacht, indem sich immer wieder festgelaufen wurde. In der Grundschule wäre die Leistung als „stets bemüht“ beurteilt worden, was aber bekanntlich nur selten zum Ziel führt. Die Ahrensdorferinnen hingegen blieben konsequent im Spielaufbau und erspielten sich innerhalb von knapp 15 Spielminuten einen folgerichtigen Puffer von 2:10 Toren. Die Initialzündung, dass man nicht so einfach kampflos das Spiel und die 2 Punkte aufgeben würde, ging in Person von C. Wodetzki aus, was der Anfang von einem 5:0 Lauf der SG sein sollte. Beim Spielstand von 7:10 sah die Welt der Schönebergerinnen wieder etwas annehmbarer aus und gab den Damen scheinbar Anlass, sich wieder ein wenig zurückzunehmen – man wollte den Zuschauern auf den Rängen wohl einen spannenden 2. Durchgang bieten. Warum auch nicht, wurde doch schließlich Eintritt bezahlt. Insbesondere individuelle Fehler sowohl in Abwehr als auch im Angriff ließen den Gegner wieder erstarken, sodass es beim Spielstand von  11:16 zum Pausentee ging.

Die Ansprache seitens des Übungsleiters fiel dementsprechend wenig begeistert aus. Sicherlich hatte das Team bereits in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass man sich von einem Rückstand nicht zwangsläufig beeindrucken lässt, jedoch kostet das immer viele Nerven und fordert eine deutliche Leistungssteigerung. In Und-täglich-grüßt-das Murmeltier-Manier wurde die bekannten Defizite angesprochen und ebenso gebetsmühlenartig von den Akteurinnen mit Versprechen auf Besserung beherzigt. Zurück auf der Platte war das gesprochene Wort jedoch noch nicht vollständig in den Synapsen angekommen. Nach 46 Spielsekunden kassierte man zunächst den nächsten Gegentreffer. Dann aber stabilisierte sich der Angriff und auch in der Abwehr wurde konsequenter zugepackt. Tor für Tor egalisierte sich der Abstand und diesmal war es der Gegner, der den Kopf hingen ließ. Nach gespielten 43 Minuten gelang den Schönebergerinnen endlich die langersehnte und erste Führung im Spiel, die nun auch nicht mehr hergegeben werden sollte. Schlüssel waren dafür zum einen die Minimierung der vielen technischen Fehler, eine Steigerung im Zusammenspiel und schlussendlich auch der unbedingte Wille, zu punkten. Der Kreis und die auf den Außenbahnen agierenden Damen wurden besser ins Spiel gebracht und insgesamt der Zug zum Tor gesteigert. Die Abwehr konnte von zwei gut aufgelegten Torhüterinnen unterstützt werden, die in brenzligen Situationen stets die Nerven behielten. Nach 54 gespielten Minuten schien es zunächst so, als würden die First Ladies sich die Punkte nicht mehr nehmen lassen. Dieser Schein erwies sich aber als trügerisch – die Ahrensdorferinnen kämpften couragiert weiter und hielten aufopferungsvoll den Anschluss.  Noch zweimal sollte nur ein Tor zwischen Unentschieden und Sieg stehen, beide Male konnte die OSF‘lerinnen jedoch mit einer Energieleistung antworten. Bei noch 12 Sekunden auf der Uhr gelang Ahrensdorf nochmal der Ballbesitz, der jedoch nicht in Zählbares umgemünzt werden konnte. Beim 27:26 für die SG OSF ertönte die lang ersehnte Sirene zum Abpfiff.

Mit etwas Glück und einer deutlichen Leistungssteigerung in der 2. Halbzeit konnten die zwei Punkte eingetütet werden. Für die Rückrunde muss sich die Mannschaft aber weiterhin stabilisieren und endlich dazu übergehen, im Training Erarbeitetes anzuwenden und abzurufen. Ansonsten wird das nicht das letzte Spiel auf Messers Schneide gewesen sein.

Am kommenden Wochenende geht es dann nach Wismar, die seit dem Verlust sämtlicher  Punkte keine weiteren Spiele mehr hergegeben haben. Mit der richtigen Einstellung ist aber auch dort alles möglich.

Es spielten: S. Rutschow 6/5; A. Rauhut 5/2; C. Wodetzki, A.-K. Rehmer, A.-L. Ackermann, M. Kern je 3; S. Hoffmann, I.Wiesner je 2, A. Labenski, R. Hinz, K. Hinz, C. Friedrich, laut Spielprotokoll auch V. Tugend, J. Neeb, M. Schmidt

SG OSF Berlin - HSG Ahrensdorf/Schenkenhorst
27:26 (11:16)