Spielbericht
TSG Wismar   vs.   1. Frauen

20.01.2018

Nichts zu holen im Norden

TSG Wismar

TSG Wismar

29 - 10
SG OSF Berlin

1. Frauen

Am vergangenen Samstag reiste die 1. Auswahl der SG OSF gen Norden zur TSG Wismar. Nach einem engagierten Start, gespickt mit bemerkenswert vielen Fehlern, gingen die First Ladies mit einem deutlichen Rückstand von 13:6 in die Pause. In den zweiten 30 Minuten konnten weder die Fehler minimiert noch der Angriff verbessert werden. Der Absteiger aus Wismar kam immer besser in Fahrt und augenscheinlich mit dem klebrigen Spielgerät deutlich besser zurecht und bescherte so den Schöneberger Damen eine herbe und deutliche Niederlage mit einem Endstand von 29:10.

Dass in Wismar ein schweres Spiel bevorstehen sollte, war im Voraus wohl allen Akteurinnen und Akteuren bewusst. Dennoch war die Stimmung bereits auf der knapp dreistündigen Fahrt ausgelassen. Im Grunde hatte man nichts zu verlieren. Anders als der bis dahin bestehende Tabellenstand wiedergab, wurden die Damen aus Wismar als Mitfavorit der Liga gehandelt. Der Absteiger aus der 3. Liga gewann sämtliche Spiele der Hinrunde, musste jedoch auf 12 gewonnene Punkte nachträglich verzichten, da eine nicht berechtigte Spielerin eingesetzt wurde. Der Verband nahm nun aber in dieser Woche seine Entscheidung wieder zurück. Nur noch das Spiel gegen den Berliner TSC wird als verloren gegeben, alle anderen 10 Punkte werden dem Konto  von Wismar wieder gutgeschrieben. Argumentiert wurde seitens des Verbandes, dass es der spielleitenden Stelle bereits nach dem ersten Spiel hätte auffallen und Wismar unmittelbar informiert werden müssen. Genau dies ist nicht geschehen, sodass die Verantwortlichen im Verein nicht die leiseste Ahnung davon hatten, eine nicht berechtigte Spielerin eingesetzt zu haben. Nun stellt sich natürlich an der Stelle die Frage nach der Sorgfaltspflicht. Grundsätzlich sind vorerst die Vereine für die Spielberechtigungen verantwortlich. Sollte da was schiefgehen – wie in diesem Fall – werden die Vereine vom Verband so schnell wie möglich darauf aufmerksam gemacht. Oder – wie hier – auch nicht. Schaut man nun in die Tabelle und auf das Hinspiel der SG OSF gegen die TSG Wismar, stellt der/die aufmerksame und interessierte Leser/in fest, dass das Spiel mit vier Toren Differenz für die Gäste entschieden wurde. Etwas genauer geguckt fällt auf, dass die eben nicht berechtigte Spielerin genau vier Tore geworfen hat. Das Spiel wurde also verloren, allerdings mit der kleinen Randnotiz, dass eine nicht berechtigte Spielerin teilgenommen und eben vier Tore erzielt hat. Im Umkehrschluss heißt das doch, dass eigentlich die SG OSF die Leidtragenden sind: der Verband übernimmt die Verantwortung und gibt großzügig der TSG Wismar die Punkte zurück, betrachtet dabei aber nicht, dass von der nicht berechtigten Spielerin eben auch eine zählbare Leistung ausging. Was bleibt ist ein  bitterer Beigeschmack von Willkür seitens des Verbandes.

Aber zurück zum Spiel. Die Anfangsphase war auf beiden Seiten gespickt von vielen technischen Fehlern. Die Schönebergerinnen hatten deutlich Probleme mit dem verhältnismäßig sehr klebringen Spielgerät und die Damen aus Wismar scheiterten zunächst an sich selbst. So stand es nach 8 Minuten gerade mal 2:2. Die Auszeit der Heimmannschaft brachte zumindest für die TSG die Wende und ließ die Heimmannschaft auf 7:2 davonziehen, bevor die Gäste mal wieder zum Erfolg kamen. Viele, viele unnötige Ballverluste, ungenaue Anspiele und schlicht weggeworfene Bälle beendeten einen Großteil der Schöneberger Angriffe und luden den Gegner zu vielen Gelegenheiten ein. Folgerichtig ging es bei einem Zwischenstand von 13:6 in die Pause.

Über die zweiten 30 Minuten lässt sich nicht viel Informatives berichten: Die Berlinerinnen kamen weiterhin nicht mit dem Kleber zurecht und scheiterten ebenso konstant an eigenen Fehlern. Im Gegensatz dazu spielte die Heimmannschaft nun konsequenter und machte sich Tor um Tor auf und davon. Spätestens Mitte der zweiten Halbzeit war die Messe gelesen und es konnte nur noch versucht werden Schadensbegrenzung zu betreiben – was leider auch nicht gelang. Immerhin beide Torhüterinnen konnten noch einige schöne Paraden zeigen, über alles andere decken wir an der Stelle den Mantel des Schweigens. Beim Stand von 29:10 wurden dann endlich durch die Unparteiischen abgepfiffen.

Kommendes Wochenende geht´s dann in heimischen Gefilden gegen die HSG Neukölln. Wiedegutmachung ist angesagt. Anpfiff ist am Samstag um 20:00 Uhr im Sachsendamm. Zuschauer und Supporter sind sehr gerne gesehen.

Es spielten: A. Labenski 2; C. Friedrich 2/1; I. Wiesner, C. Wodetzki, K. Hinz, A.-K. Rehmer, L. Ackermann, S. Rutschow je 1; R. Hinz, K. Höhne, M. Kern, J. Neeb (TW), M. Schmidt (TW)

TSG Wismar - SG OSF Berlin
29:10 (13:6)