Spielbericht
1. Frauen   vs.   HSG Neukölln

27.01.2018

Zwei Punkte erarbeitet

SG OSF Berlin

1. Frauen

23 - 21
HSG Neukölln

HSG Neukölln

Im zweiten Heimspiel im Jahr 2018 ging es für die SG-Damen um Wiedergutmachung. Das Hinspiel gegen die HSG Neukölln wurde bitter, aber verdient und eindeutig nach einem Spiel, in dem wirklich nichts funktionierten sollte, verloren. Dieses Mal ging es nach einer konzentrierten und spannenden Halbzeit mit einer zwei-Tore-Führung in die Kabine. Im zweiten Durchgang wurde nochmal alles auf Null gesetzt und mit ein wenig mehr Glück als Verstand in der Schlussphase konnten die Schönebergerinnen das Spiel zu ihren Gunsten mit 23:21 für sich entscheiden.

Die Vorzeichen waren klar: durch die etwas überraschende Punkterückgabe an die TSG Wismar aus der Hinrunde wurde zumindest rein rechnerisch – auf der HVB-Seite ist die Korrektur noch nicht zu sehen – die Habenseite des Kontos der OSF-Damen etwas reduziert. Zunächst kein Grund zur wirklichen Sorge, dennoch rückt das Mittelfeld nun erneut dicht zusammen. Es ist anzunehmen, dass die Rückrunde spannend und noch für einige Überraschungen sorgen wird. Die First Ladies täten also gut daran zu punkten, um nicht erst in eine wirklich kritische Situation zu geraten – so viel war klar. Der Gegner war über die vielen Begegnungen der letzten Jahre wahrlich kein unbekannter, was ja immer den Vorteil hat, dass man die Spielweise recht gut einordnen kann. Im Umkehrschluss muss aber auch immer damit gerechnet werden, dass man auf ähnlich gut eingestellte Spielerinnen auf der Gegenseite trifft, was solchen Begegnungen immer eine gewisse Würze verleiht. Für die SG war die Marschroute klar: die Abwehr musste engagiert ackern, um den für den Moment ins Stottern geratenen Angriff zu unterstützen. Dabei musste Coach Waffenschmidt nach einem gar nicht mal so sanften Foul aus dem Spiel gegen Wismar auf C. „Zerstörer“ Calli verzichten, die sich anscheinend eine leichte Gehirnerschütterung zugezogen hatte.

Neukölln warf an und ließ sich zunächst von der offensiven Abwehrformation überraschen. Der Ball konnte seitens der SG erobert und mit viel Dynamik von A. Rauhut im Tor untergebracht werden. Die ersten fünf Minuten ging es rauf und runter, bis es dem Gegner gelang sich mit 2:5 leicht abzusetzen. Nach 13 Minuten war dieser Minivorsprung jedoch wieder egalisiert und es sollte bis zur Halbzeit keiner Mannschaft gelingen die jeweils andere nachdrücklich unter Druck zu setzen. Auf Seiten der SG wurden mal wieder einige schön rausgespielte Möglichkeiten liegengelassen. Auf beiden Seiten ließen sich die Damen von den teilweise kuriosen Entscheidungen der beiden Unparteiischen beeinflussen, die in vergleichbaren Situationen häufig einen anderen Maßstab ansetzen. Ob im Endeffekt eine Mannschaft bevorteilt oder benachteiligt wurde, ist an dieser Stelle nicht auszumachen. Kurz aus dem Tritt gelangten die First Ladies, nachdem Routinier K. Hinz unglücklich in der Abwehr zu Fall gebracht und ab dann nicht mehr weiterspielen konnte. Gute Besserung an dieser Stelle! Für einige Minuten war die Verunsicherung im Spiel deutlich zu spüren, insbesondere im Angriff lief kurzzeitig wenig zusammen. Zu oft wurde mal wieder zu früh der Zweikampf gesucht und der Ball nicht mehr laufen gelassen. Fehlwürfe, individuelle Fehler und eine daraus resultierende neunminütige Durststrecke waren die Konsequenz. Glücklicherweise arbeitete die Abwehr engagiert, so dass kurzfristig nur der Ausgleich hingekommen werden musste. Den Schlusspunkt zum 12:10 im ersten Durchgang setzte K. Höhne auf der rechten Außenbahn, die von einem druckvollem Aufbau im Angriff und konsequenten Durchstoßen profitierte und dankbar einnetzte.

Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, in dem die Gäste häufiger am Ausgleich kratzen, jedoch dieser von Seiten der SG immer irgendwie verhindert werden konnte. Jedoch wurde umgekehrt andererseits diverse Male verpasst den Sack zuzumachen. Immer wieder ungeduldige Abschlüsse und zu wenig Druck beim Stoßen verhinderten ein Absetzen und ließen den Neuköllnerinnen stets den Glauben doch noch im Sachendamm punkten zu können. Erfreulich war in dieser Phase seitens der SG, dass trotz vielen Durchwechselns kein merklicher Bruch durch die Mannschaft ging und der Rückraum um R. Hinz erfolgreich das Spiel weitergestalten konnte. Die im Rückraum agierenden C. Friedrich und M. Kern schlossen nun sicher ab, was nach eigener Gemütsbeschreibung der einen Akteurin nach den ersten 30 mit „ich hätte im Strahl kotzen können“ nicht unbedingt selbstverständlich war. Kurz vor Ende – in der 55 Minute – wurde es dann unnötiger Weise doch nochmal hektisch. Zwar konnte A. Rauhut den Strafwurf verwandeln und die SG somit mit 22:18 in Führung bringen, jedoch schien das die eigene Abwehr nicht unbedingt zu beflügeln sondern eher auf den Sparmodus herunter zu bringen. Seitens Neukölln roch L. Gäbelein den Braten und schaffte es neben einem Strafwurf zweimal den Ball mittels Durchbruch durch die Mitte im Tor unterzubringen. Der eigene Angriff wurde hierbei mehrfach hintereinander deutlich zu schnell abgeschlossen und trotz guter Wurfposition von außen noch dazu nicht erfolgreich. Folgerichtig stand es plötzlich nicht mehr drei, sondern nur noch ein Tor vor für die Schönebergerinnen. J. Neeb im Tor behielt zum Glück der SG die Nerven und vereitelte mit starker Parade den Wurf zum Ausgleich. Der letze Angriff konnte dann über L. Ackermann noch mit einem Tor und somit mit einem sicherlich verdienten, aber viel zu knappen Sieg abgeschlossen werden.

Kommende Woche geht es mal wieder in den Norden nach Rostock. Mit einer konzentrierten und disziplinierten Leistung  wird man sehen, was dort möglich ist.

Es spielten:

A. Rauhut 6/1; K. Hinz 3/3; A.L. Ackermann, M. Kern je 3; S. Hoffmann, A. Labenski je 2; I. Wiesner, K. Höhne, A.-K. Rehmer, C. Friedrich je 1; R. Hinz, S. Rutschow, J. Neeb (TW), M. Schmidt (TW)

SG OSF Berlin - HSG Neukölln
23:21 (12:10)