Spielbericht
Rostocker Handball Club   vs.   1. Frauen

04.02.2018

Nix zu holen im Norden - Teil 2

Rostocker Handball Club

Rostocker Handball Club

28 - 21
SG OSF Berlin

1. Frauen

Nach einer fehlerbehafteten ersten Halbzeit verlieren die First Ladies der SG OSF verdient mit 21:28 am vergangenen Sonntag bei den Dolphins in Rostock. Zu viele unnötige Ballverluste und eine fahrlässige Chancenverwertung ließen schnell sämtliche Hoffnungen auf Zählbares sterben, wenngleich es Mitte der zweiten Halbzeit kurzzeitig nochmal spannend werden sollte.

Für das Auswärtsspiel in Rostock konnte Coach Waffenschmidt auf fast den gesamten Kader zurückgreifen, schmerzlich musste aber der verletzungsbedingte Ausfall von Torgarantin K. Hinz hingenommen werden. Ein weiterer Ausfall– zumindest für die Hinfahrt nach Rostock –musste ebenfalls kompensiert werden: C. Wodetzki wählte zwar denselben Weg an die Küste, jedoch ein anderes Gefährt, und konnte somit nicht mit dem Rest der Truppe mit den inzwischen gewohnten leidenschaftlichen Gesangseinlagen auf die bevorstehende Aufgabe einstimmen. Schade. Aber wie abgemacht, sorgte sie sich vorbildlich um Ersatz und so übernahm M. Kern diesen Job und meisterte ihn mit Bravour. Trotzdem wurde die Stimmung von manch einer/m als „fokussiert“ wahrgenommen. Möglichweise lag´s auch einfach daran, dass Sonntag war. In Rostock angekommen, blieb noch Zeit fürs Beine vertreten am Hafen, was nach der dreistündigen Fahrt bei Sonnenschein von allen Beteiligten dankbar und ohne Widersprüche angenommen wurde. Aufs obligatorische        „Fichbrötchen“ wurde jedoch von allen Beteiligten ebenso dankbar verzichtet – die Bude hatte eh zu.

In der Halle angekommen bereitete man sich einigermaßen konzentriert auf einen jungen, fitten und dementsprechend laufbereiten Gegner vor. Die ersten Minuten sollten auch schon genau diese Attribute unterstreichen: während die Berlinerinnen mal wieder die ersten Minuten damit zubrachten mit dem klebrigen Spielgerät zu fremdeln, war es einer starken M. Schmidt im Tor zu verdanken, dass eine Vielzahl an zuvor verdaddelten Bällen nicht den Weg ins eigene Tor fanden. Bis zum 5:5 (16. Minute) gestaltete sich das Spiel offen, dann setzten die Gastgeberinnen zum Zwischensprint an und zogen auf 12:5 davon (24. Minute). Ausschlaggebend dafür waren neben den Fehlern im Angriff unzureichende Absprachen in der Abwehr, die den agilen Rostockerinnen immer wieder Lücken ermöglichten, die diese dankbar nutzen. Der eigene Angriff wurde zu selten bis zum finalen Pass zu Ende gespielt und wenn dann doch mal, war das bei am Ende 19 Fehlversuchen (!) wahrlich kein Garant auf Zählbares. Beim Stand von 14:8 ging es in die Pause.

Der zweite Durchgang sollte laut Coach Waffenschmidt konzentrierter im Angriff und konsequenter in der Abwehr gestaltet werden. Wen nun das Gefühl eines Déjà-vu überkommt: an der Stelle liegt nicht das so bezeichnete psychologische Phänomen vor, sondern viel mehr werden die beschriebenen Fehler seit Monaten gemacht und auch die Ansagen des Trainers wiederholen sich. Was soll man auch machen? Irgendwann werden die Ansagen bestimmt in den endlosen Gehirnwindungen der Akteurinnen ankommen, was die Chance erhöht, dass bestimmte Automatismen abgelegt und im Training Erarbeitetes umgesetzt wird. Hoffentlich.

Immerhin gelang den Berlinerinnen durch S. Hoffmann der erste Treffer der zweiten 30 Minuten. Die Rostockerinnen packten in der Abwehr nun insgesamt etwas beherzter zu, häufiger aber auch zu spät, und ernteten dafür eine Reihe an 7-m-Strafwürden gegen sich. Diese konnten durch eine treffsichere A. Rauhut fast ausnahmslos direkt verwandelt werden. Tor um Tor schmolz nun in der Phase des Spiels der 6-Tore-Halbzeitvorsprung, sodass sich die SG in Minute 43 beim Spielstand von 19:16 wieder in Schlagdistanz zum Gegner wähnte. Der eigentlich folgerichtige Ruck blieb bei den Gästen aus, sodass fast symptomatisch die 2 Minuten Überzahl mehr als nicht genutzt werden konnte – sie ging sogar mit 2 Toren verloren. Die Vorentscheidung war damit getroffen und Rostock verwaltete selbstbewusst einen Vorsprung von 5 Toren. Hilfe fanden sie dabei in zahlreichen technischen Fehlern der Berlinerinnen, welche sie dankbar annahmen und verwandelten. Etwas Ergebniskosmetik wurde dann noch insbesondere über die linke Außenbahn von A. Labenski betrieben, die mit drei schönen Treffern zu einem Endstand von 28:21 aus Sicht der Gastgeberinnen beitragen konnte.

Eines bleibt aber unabhängig von verdienter Niederlage, Endstand und Gegner zu sagen: seit einiger Zeit kann beobachtet werden, dass mal wieder das Pfeifen in Mode kommt. Leider nicht in der Form, dass mehr Schiedsrichter ausgebildet werden, sondern dass sich das Publikum (oder wie auch schon erlebt der Betreuer einer gegnerischen Mannschaft) bemüßigt fühlt, wie eben solch einer zu klingen. Pfiffe, die den Schiedsrichterpfiffen zum Verwechseln ähnlich klingen, werden in zum eigenen Vorteil bedachten Situationen abgegeben und führen selbstverständlich zu Irritationen. Kann man machen, ist aber schlicht asozial. Gut, manch einer ist so, wird man nicht ändern können. Schön wäre es aber, dass wenn so etwas passiert und man mehrfach den Schiedsrichter höflich drauf aufmerksam macht, irgendetwas passiert bzw. sich ändert. Beispielsweise kann der Heimverein darauf hingewiesen werden, der dann wiederum die vorhandenen Ordner informieren könnte. Das aber einfach zu ignorieren ist schlicht ebenso asozial. Oder Absicht.

Wie bereits in den Spielen zuvor fällt das Resultat auch diesmal nicht überraschend aus: zu viele Fehler und zu wenig Geduld im Angriff bringen die Damen der SG häufig um knappere oder auch erfolgreichere Spiele. Es liegt an der Mannschaft selbst diese Unzulänglichkeiten abzustellen.

Die nächste Chance gibt es bereits am kommenden Samstag beim Nachholspiel gegen die Füchse im heimischen Sachsendamm. Anpfiff ist um 15:00 Uhr und eine volle Halle gerne gesehen.

Es spielten: A. Rauhut 8/5; S. Hoffmann 4; A. Labenski 3; S. Rutschow 2/2; I. Wiesner, C. Wodetzki, A.-K. Rehmer, M. Kern je 1; K. Höhne, R. Hinz, L. Ackermann, C. Friedrich; J, Neeb (TW), M. Schmidt (TW)

Rostocker Handball Club - SG OSF Berlin
28:21 (14:8)