Spielbericht
VfV Spandau   vs.   1. Frauen

24.02.2018

Das fehlende Quäntchen Glück

VfV Spandau

VfV Spandau

25 - 24
SG OSF Berlin

1. Frauen

In der altbekannten Heimhalle des VfV Spandaus am Falkenseer Damm – oder auch: Grün-Weißen-Von-Außen-Gelben-Halle - ging es am Samstag für die First Ladies aus Schöneberg zum Äquivalent aus Spandau. Nach wie bei den aus früheren Aufeinandertreffen dieser zwei Mannschaften gewohnten spannenden 60 Minuten trennte man sich mit dem besseren Ende für Spandau beim Stand von 25:24. Nach 30 Minuten hatten zwar die SG‘lerinnen die Nase knapp vorne, konnten jedoch mit dezimiertem Kader nicht für eine kleine Überraschung gegen den Tabellendritten sorgen.

Die Spandauerinnen hatten die bisherige Rückrundenspiele vielleicht nicht immer überzeugend, aber dennoch erfolgreich gestalten können und ließen nur gegen den Tabellenersten aus Lankwitz Punkte liegen. Selbstkritisch wird Woche für Woche die Leistung der ersten Auswahl aus Spandau in einem unglaublichen (und im weiblichen Schöneberg für Spielberichtsveröffentlichungen nicht gewöhnlichem) Tempo zu Papier bzw. ins World Wide Web gebracht, dass man andernorts schon munkelt, ob nicht simultan die Ereignisse quasi während der Ereignisse detailverliebt festgehalten werden. Dem Verfasser (und Kollegen im Geiste) wirklich allergrößten Respekt für die stets umfangreichen und fairen Berichte. Chapeau!

Durch diverse Querverbindungen kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass die beiden Teams sich in- und auswendig kennen. Stärken ebenso wie Schwächen sind bekannt und bei den Aufeinandertreffen obliegt es immer den jeweiligen Trainerteams, die aktuelle Achillesferse ausfindig zu machen und schamlos auszunutzen. Häufig steht diese im unmittelbaren Zusammenhang mit der jeweiligen Mannschaftsaufstellung und Verfügbarkeit einzelner Spielerinnen. In diesem Punkt hatten die Schönebergerinnen an diesem Samstag das deutliche Nachsehen. Neben der noch verletzen und auch beruflich verhinderten A. Rauhut fehlten krankheitsbedingt das Urgestein am Kreis in Person von S. Rutschow, Youngster A. Labenski und auch Torgarantin K. Hinz nahm angeschlagen ohne Warm-Up nur auf der Bank Platz. Der Umstand des ausgedünnten Kaders führte zu leichten Irritationen auf der Gegenseite und im Nachgang betrachtet vielleicht auch zu einem gewissen Leichtsinn in der Anfangsphase.

Nach einer kurzen Abtastphase konnten die Schönebergerinnen mittels Strafwurf den ersten Treffer setzen, der kurz darauf aber bereits egalisiert war. Dem Gegner gelang es in den ersten Minuten mehrfach den Ball schnell nach vorne zu bringen, jedoch waren die Pässe zu ungenau und die Rückzugsbewegung der First Ladies deutlich effektiver als in den vergangenen Spielen. Auch die bestens aufgelegte J. Neeb war von Beginn an hellwach und wusste mit einigen Paraden zu glänzen. Das überaus starke und effektive Kreispiel der Spandauerinnen konnte nicht gänzlich unterbunden werden, allerdings sollte es sich das ganze Spiel über auch nicht in gewohnter Stärke entfalten können. Die eher defensive und für OSF-Verhältnisse auch ungewohnt disziplinierte Abwehrreihe stellte den gegnerischen Angriff zunächst vor eine schwierige Aufgabe. Die wurfgewaltige U. Kuhlmey war selbstredend nicht gänzlich aus dem Spielgeschehen rauszuhalten, jedoch brauchte der gegnerische Angriff insgesamt ein wenig länger als sonst, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Im eigenen Angriff wurden die Auslösehandlungen weitestgehend diszipliniert gespielt und gepaart mit ein wenig Glück erspielte man sich nach 18 Minuten einen kleinen Vorsprung von 6:10. Hervorzuheben ist an der Stelle die beherzt am Kreis ackernde C. Wodetzki, die insgesamt eine herausragende Partie spielte. Aus den vielen vergangenen Begegnungen aus der grauen Vorzeit war aber selbstverständlich jeder stets bewusst, dass es gegen diese Spandauerinnen töricht wäre sich in Sicherheit zu wiegen oder anzunehmen, dass der Gegner sich hängen lassen würde. So wie angenommen sollte es dann auch kommen: Spandau besann sich auf die eigenen Stärken und ließ die Schönebergerinnen nicht davonziehen. Kurz vor Ende der 1. Halbzeit setze K. Funk den Anschlusstreffer zum 10:11 und trug somit zur gewohnt knappen Begegnung der zwei Teams bei.

Coach Waffenschmidt war durchaus zufrieden mit dem couragierten Auftritt seiner Damen. Wer bis dato das Spiel mit dem Hinweis auf die eher gelichteten Reihen des OSF-Kaders im Geiste herschenken wollte, rieb sich nun verwundert die Augen. Vielleicht sollte doch noch was Zählbares drin sein? Die Konzentration sollte jedenfalls weiterhin hochgehalten werden und das Tempo wenn möglich auch.

Gesagt, getan. Zu Beginn des zweiten Durchgangs sorgte K. Höhne nach exakt 40 Sekunden für das 12. Tor der Gäste. Die Spandauerinnen kamen aber mindestens ebenso motiviert vom Pausentee  zurück und glichen nach nur gut 2 gespielten Minuten aus. Es folgte eine unterhaltsame Phase, die zunächst eine erneute 3-Tore-Führung für Schöneberg, aber auch den erneuten Ausgleich durch die Spandauerinnen beinhaltete. In Minute 42 befand man sich – wie so häufig zuvor -  beim gedanklichen und möglichweisen auch emotionalen 0:0. In den eigenen Reihen zollte man nun der eher dünner besetzen Bank Tribut und fand insbesondere im Angriff kaum mehr ein Mittel gegen die nun deutlich kompakter stehende Abwehr der Hausherrinnen (komisches Wort, aber „Hausfrauen“ geht ja auch nicht). Diese spielten nun jegliche Routine aus und setzte einen Treffer nach dem anderen. In dieser Phase des Spiels muss man trotz Schöneberger Brille auf die eine oder andere Schiedsrichterentscheidung hinweisen, die aus eigener Sicht nicht immer gerechtfertigter Weise auf Strafwurf vom Punkt ausfiel. In gut zwei Fällen fühlte es sich auch auf der Platte eher nach Konzession als nach Regelwerk an, was die Schönebergerinnen aber nicht davon abhielt, den Vorsprung zu verringern, um den Anschluss zu halten. Trotz zwischenzeitlicher 4-Tore-Führung durch die Gastgeberinnen sollten die letzten Minuten nochmal spannend gestaltet werden. Jedoch reichte die Zeit am Ende nicht mehr und so wurde nach 60 Minuten beim Stand von 25:24 aus Sicht von Spandau abgepfiffen.

Nach dem wirklich aufopferungsvollen Einsatz aller Akteurinnen wäre ein Punkt mitzunehmen sicherlich fair gewesen. Auch wenn es nicht zwangsläufig notwendig ist aus Spandau Punkte zu entführen, hätte man sich nach dem Spielverlauf und die angesichts des geschwächten Kaders gute Leistung gerne belohnt. Das blieb an dieser Stelle nun aus. Dennoch kann auf eben diesem Spiel für den Endspurt in der Liga aufgebaut und die Kräfte nochmal gesammelt werden.

Am 18.03. geht es erneut in fremdem Gefilde gegen einen bekannten Gegner. Anpfiff ist um 16:00 Uhr am Place Moliere, wo die Spreefüxxe zur zweiten Partie in diesem Jahr auf uns warten. Zuschauer, Freunde und Familie sind wie immer sehr gerne gesehen.

Es spielten:

I.Wiesner 8/7; M. Kern 5; K. Höhne, C. Wodetzki je 4; L. Ackermann 2; S. Hoffmann 1; R. Hinz, A.-K. Rehmer, C. Friedrich, J. Neeb (TW), M. Schmidt (TW)

VfV Spandau - SG OSF Berlin
25:24 (10:11)