Spielbericht
SG AC/Eintracht Berlin   vs.   1. männliche A

14.04.2018

Verdienter Lohn bleibt aus: mA gibt Pokalsieg in letzter Minute aus der Hand

SG AC/Eintracht Berlin

SG AC/Eintracht Berlin

26 - 25
SG OSF Berlin

1. männliche A

Oh Mann, auch Tage nach dem Pokalfinale steckt es einem noch in den Knochen. Wo anfangen? Vorne! Wir gratulieren der SG AC Berlin / Eintracht Berlin zum Pokalsieg. Es war ein intensives, faires, sauberes Spiel und die abgeklärtere Mannschaft hat gewonnen. Glückwunsch! Auch zum Double!

Den Pokalsieg verdient hätte aber auch die mA der SG OSF. Die Jungs hatten in der Liga zwei Mal hoch gegen ACB verloren und waren krasser Außenseiter. Aber das war Ihnen am Samstagabend egal und mit einer hervorragenden Leistung hatten sie ACB am Rande einer Niederlage. Mit viel Leidenschaft und Engagement, wenigen technischen Fehlern und einer sensationellen Abwehr haben sie ab der dritten Minute bis zur 59 Minute geführt, teilweise mit vier Toren, es aber leider nicht geschafft, den Sack zuzumachen. Vor allem in der ersten Halbzeit stellte die OSF-Abwehr die spielerisch starke Mannschaft von ACB vor große Aufgaben und es war bei den Hellersdorfern teilweise Ratlosigkeit spürbar. Vorne wurden die OSF-Angriffe konsequent vorgetragen und zwar nicht alles, aber insgesamt doch recht zuverlässig getroffen. 14:11 zur Halbzeit für OSF. Kleine Sensation.

In der zweiten Halbzeit ging es noch eine Zeitlang so weiter. ACB entwickelte zwar durch eine Umstellung im Angriff jetzt mehr Durchschlagskraft an den Schnittstellen, die mA konnte die Führung aber verteidigen. Auch die bei der Bewertung von Spielsituationen und technischen Fehlern schon von Anfang an unverständliche Spielleitung und ein Phantom-Wechselfehler, den alleine das Kampfgericht gesehen hat, konnten die mA nicht aus der Ruhe bringen. Aber dann, so ab der 53 Minute spürte man, dass das Spiel so gaaaanz langsam kippte. Leidenschaft und Engagement und die Ruhe trotz aller äußeren Widrigkeiten (siehe oben) zu bewahren, hatten Kraft gekostet. ACB hatte auf eine 4:2-Abwehr umgestellt, die anfangs noch gut ausgespielt wurde, aber die Umstellung schaffte Unruhe und kostete wieder Kraft und Konzentration. Und dann passierte das, was vorher das ganze Spiel kein Thema war: Drei freie Würfe und ein Siebenmeter werden nicht verwandelt, hinten trifft ACB zuverlässig und eine Minute vor Schluss geht ACB in Führung und gewinnt das Spiel. Tragisch. Dramatisch. Traurig. Leere.

Dennoch: Ein Riesenspiel der mA. Und das vielleicht größte Kompliment war die große Freude und Erleichterung des großen Favoriten ACB, das Spiel gegen den krassen Außenseiter doch gewonnen zu haben. Aber wirklich trösten kann es nicht. Für einige Spieler endet nun die Zeit im Jugendhandball oder aus körperlichen Gründen die Zeit im Handball überhaupt und dann so nah dran an einem Titel…

Über die gesamte Saison hinweg hat sich die mA toll entwickelt, musste dabei aber viele widrige Umstände überwinden, wie langwierige Verletzungen, Auslandswandermonate, recht kurzfristig veränderte Lebensplanungen… Aber mit beharrlicher, konzentrierter Arbeit, außergewöhnlich gutem Zusammenhalt und Unterstützung aus der mB konnte in der Rückrunde die eine oder andere Überraschung erspielt werden bis hin zum Einzug ins Pokalfinale, das leider eine Minute zu lange dauerte..

Es war mir eine Ehre, Euer Trainer sein zu dürfen. Das, was die Mannschaft geleistet hat, ist für mich mehr wert als ein Pokalsieg, auch wenn dieser letztlich hoch verdient gewesen wäre. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht und ich freue mich drauf, auch in der nächsten Saison die mA der SG OSF zu trainieren. Quali für die Oberliga Ostsee Spree ist Anfang Mai, Pokalfinale 2018/2019 wahrscheinlich wieder im April.

SG AC/Eintracht Berlin - SG OSF Berlin
26:25 (11:14)