Spielbericht
BFC Preussen   vs.   1. Männer

02.02.2019

Heimspiel im Adlerhorst!

BFC Preussen

BFC Preussen

24 - 28
SG OSF Berlin

1. Männer

Dieses Derby sollte eine Achterbahn der Gefühle werden, soviel kann man schon mal vorwegnehmen. Fangen wir aber erstmal ganz von vorne an: Hinrunde, Derbyniederlage, feiernde Preußen im heimischen Sachsendome. Diese Szenen waren in den Köpfen der Schöneberger natürlich noch omnipräsent, umso motivierter und heißer war man auf die Revanche im preußischen Adlerhorst. Auf Seiten der Gäste musste man, wie fast schon gewohnt, auf Kapitän Marius „Mikkel“ Wessel und Toptorschütze Robert „Emre“ Kohrs verzichten. Beide hadern seit Wochen mit hartnäckigen Verletzungen und werden wohl auch in den nächsten Spielen noch nicht zum Einsatz kommen können. Bei den Gastgebern fehlte überraschend Ex-OSF’ler Tobias Erdmann, außerdem war es Head-Coach Alexander Schwabe, aufgrund einer Sperre, weiterhin nicht gestattet auf der Trainerbank platznehmen zu dürfen - so viel aus der Personalabteilung. Während es sich die heimischen Fans schon bequem gemacht haben, füllte sich die Gästetribüne kurz vor Anpfiff noch einmal gehörig - es war also angerichtet: Berlin-Derby bei genialer, feuriger Stimmung! Kommen wir aber endlich zum Spiel.

Dieses startete vor allem für die Gäste sehr gut, schnell konnte man mit 2:0 in Führung gehen. Diese währte allerdings nicht lange, die Hausherren rappelten sich und gingen in der 7. Minute das erstmals mit 4:3 in Führung. Nun wurde das Spiel offiziell zu einem Derby. Während uns in der Anfangsphase in der Defensive vor allem das Zusammenspiel von Rückraum und Kreis Probleme bereitete, lief es im Angriff weitestgehend glatt: Tore von Außen, vom Kreis, aus dem Rückraum, aus der 2. Welle - dazu kamen wenig technische Fehler - das Ergebnis: 9:5-Führung nach 15 Minuten. Sollte doch also ein lockeres Spielchen werden - natürlich nicht. Denn dreiviertel des Spiels lag schließlich noch vor uns. Die Gastgeber reagierten, nahmen eine Auszeit und wechselten den Torhüter – ein psychologischer Schachzug? Julien Groenendijk lief immerhin mehrere Jahre für den SG OSF auf und spielte so mit einigen aktiven Spielern zusammen. Prompt zeigten wir eine Reaktion und trafen tatsächlich die nächsten 7 Minuten das Tor nicht mehr. In der Abwehr verlor man den Zugriff und plötzlich wurde aus der 4-Tore-Führung ein mickriges Tor. Nun musste auch Coach „Hotte“ reagieren und nahm entsprechend ein Time-Out. Allerdings sollte dies den Lauf der Lankwitzer auch nicht unterbrechen. Wir verzettelten uns vorne im Angriff, machten immer wieder zu leichte Fehler und es wirkte ein bisschen so, als wenn wir in Panik gerieten. Durch einen Doppelschlag von Tempogegenstößen zum Ende der ersten Halbzeit gerieten wir zum Pausenpfiff sogar mit einem Tor in Rückstand (13:14).

Keine einfache Situation also. In der Kabine hieß es nun Ruhe bewahren, sich nicht verrückt machen lassen - war doch eigentlich nichts passiert. Die gemachten Fehler wurden analysiert und entsprechende Lösungen herausgearbeitet – sollte man meinen. Denn kaum ging es wieder auf die Platte wiederholten sich die Fehler, der inzwischen vorgenommene Torhüterwechsel zahlte sich zwar aus und so können wir uns bei Schlussmann Hagen Wey bedanken, der uns im Spiel hielt. Wahrscheinlich eine entscheidende Szene im Spiel war dann die 3. 2-Minutenstrafe für den Abwehrchef der Adler Thomas Pahlen in der Frühphase der 2. Halbzeit. Vorerst zeigte sie allerdings keine Wirkung, eher eine Trotzreaktion der Hausherren, die jetzt zum ersten mal mit 4 Tore davonzogen. Dennoch hat sich sowohl die Mannschaft als auch die mitgereisten Fans nicht aufgegeben. Angepeitscht von der gefühlt halben OSF-Gemeinde nahmen wir die kleine Aufholjagd auf. Angeführt vor allem von 2 Akteuren: Einem überragenden Nils Moritz Weber auf der Außenbahn, sowie am 7-Meterpunkt und Tizian Stark, der mit seinem 1vs1 an diesem Abend gefühlt gegen jeden weiß-schwarzen die Oberhand behielt und so einen Strafwurf nach dem nächsten herausholte. 9 Minuten vor dem Ende der Partie glichen wir erstmals seit der 1. Halbzeit, natürlich durch 12-Tore-Weber, wieder aus. Das Momentum lag jetzt eindeutig bei den Schönebergern. „Hier regiert der OSF!“ hallte es von der Tribüne, und das im altehrwürdigen Adlerhorst! Getragen von der großartigen Stimmung erspielten wir uns eine 2-Toreführung, welche wir bis zum Ende auf 4 erhöhten und so nach 60 Minuten mit 24:28 die Revanche aus dem Hinspiel perfekt machen konnten. Die Euphorie endete auch nach dem Schlusspfiff nicht, das ein oder andere „uuuuuffta“ ertönte (hier stellt sich die Frage, warum nicht „der Mops“ angestimmt wurde!?).

Welch eine Wichtigkeit dieser Sieg hatte, sah man nach den Strapazen in allen Gesichtern, Fans wie Spielern. Bei aller Euphorie sollte man allerdings weiterhin im Kopf behalten, dass auch ein Derbysieg nur 2 Punkte zur Folge haben. Dennoch ist dieser natürlich von ganz besonderer Bedeutung. Zuletzt geht nochmal ein großes Dankeschön, an die OSF-Gemeinde, die von ganz klein bis ins gehobene Alter lautstark anwesend war. So macht das Handballspielen doch doppelt Spaß.

Für das männliche Flaggschiff steht nun ein spielfreies Wochenende an, ehe es eine Woche drauf im Amateurpokal-Viertelfinale nach Thüringen zum HSV Apolda geht.


Lewin Harries, Hagen Wey, Felix Wald (1), Philipp Cromm, Justus Neeb (3), Till Maximilian Bartels (2), Hannes Werner, Matteo Werth, Tizian Stark (4), Robert Schweitzer, Nils Moritz Weber (12/6), Jeremy Raffegeau (2), Phillip Wieschollek (2), Maximilian von Rumohr (2)

BFC Preussen - SG OSF Berlin
24:28 (14:13)