Spielbericht
Polizei SV   vs.   2. Männer

17.02.2019

Get Rhythm!

Polizei SV

Polizei SV

26 - 28
SG OSF Berlin

2. Männer

Liebe Gemeinde,

am vergangenen Sonntag konnte die 2. Männer der SG OSF im Sportforum Hohenschönhausen zwei weitere Punkte in der Verbandsliga eintüten. Nach zähem Ringen stand für die Schöneberger ein 28:26 gegen die Gastgeber vom Polizei SV zu Buche.

Beiden Mannschaften dürfte im Vorfeld der Partie höchstens ein Blick in die Glaskugel geholfen haben, um ihre Erfolgschancen auszutarieren – schließlich hatte man seit Jahresbeginn erst ein Ligaspiel auf dem Tacho. Dazu kam im Falle der Zweiten Wahl Schönebergs noch ein äußerst mäßiger, letztlich aber erfolgreicher Pokalauftritt bei der Drittvertretung der SG Narva, der im Hinblick auf das Leistungsvermögen mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet hatte.

Die Gastgeber vom Polizei SV – ihrerseits Tabellenschlusslicht – wollten den leichten Aufschwung aus der Jahreswechselzeit konservieren und wussten mit schwer einzuschätzenden Neuzugängen aufzuwarten. Die Schöneberger ihrerseits hatten sich zu Jahresbeginn intern darauf verständigt, das in der Hinrunde Erreichte bestenfalls zu bestätigen, jedoch im darauf folgenden Trainingsbetrieb zu selten dieses gentlemen’s agreement mit Leben zu füllen gewusst.

Konnte man, im Gegensatz zu den Vorjahren, dank des üppigen Kaders im Verlauf der Hinrunde auch bei Ausfällen im Ernstfall quantitativ und qualitativ ordentlich aufmunitionieren, standen Übungsleiter M. Ruch am Sonntag zum Gastspiel bei PSV dennoch gerade mal elf halbwegs durchtrainierte Recken aus den eigenen Reihen zur Verfügung – inkl. zweier Torsteher. Allein im Rückraum fehlten eine Handvoll Leistungsträger, so dass im Vorfeld auch gedanklich heftig experimentiert werden musste.

Glücklicherweise verfügt die SG aus Schöneberg über ein nahezu unerschöpfliches Reservoir an Aktiven, so dass dankenswerter Weise auf die Aushilfsdienste von Eric Meyer (A-Jgd.), Felix Kloss (3. Männer – Stunden vorher auch schon im Einsatz) und Philipp Böttcher (Alte Herren *hihi) zurückgegriffen werden konnte, die Quellen zufolge nur durchschnittlich lang gebeten werden mussten, um den Kader aufzufüllen, bestenfalls überragend zu performen und – genialer Schachzug! – ganz nebenbei ganze 5 Kisten (3 x Einstand, 2 x erstes Tor) für die lieben Mitstreiter zu „erspielen“. #nichtohnemeinteam

Das Spielprotokoll weiß nüchtern von einer engen Partie zu berichten, von einer umkämpften, aber fairen Auseinandersetzung zwischen zwei Teams, die sich nichts schenken sollten. Während der gesamten Partie vermochte es keine der beiden Mannschaften sich mal mit mehr als zwei Toren abzusetzen. Als Gründe dürften hierfür der bis zur Abpfiff von beiden Teams gezeigte Kampfgeist, aber auch die bisweilen zwischen Inkonsequenz und Unvermögen hin und her pendelnden spielerischen Leistungen angeführt werden. Was aus dem Spielprotokoll nämlich nicht hervor geht, sind die vielen Fehler in Abwehr wie Angriff auf beiden Seiten. Auch wenn hier und da der spärlich besetzten Tribüne ein paar Leckerli geboten werden konnten – zusammengefasst lässt sich festhalten: Das Spiel lebte deutlich mehr von seiner Spannung als von der Qualität.

PSV erholte sich von einem frühen Zwei-Tore-Rückstand und konnte sich in der 8. Minute durch einen verwandelten 7-Meter des ewigen M. Berger seinerseits mit zwei Treffern nach vorne katapultieren. Die Antwort der Gäste ließ nicht lange auf sich warten und so verzeichnete die Anzeige bis zur Halbzeit immer wieder wechselnde Führungen (6:5, 9:9, 11:12), wobei es im letzten Drittel auch mal eine knapp vierminütige torlose Phase zu bestaunen gab. Auf Seiten der Gastgeber schoss sich Neuzugang A. L. Dietrich so langsam warm – er sollte am Ende auf 13 Treffer kommen. Wenn ein Spieler so viele Tore in einem Spiel erzielt, kann das nach der bescheidenen Meinung des Verfassers nicht alleine an der Blödheit der Abwehr liegen. Dennoch: Die zweite Wahl Schönebergs ließ in manchen Augenblicken einen Lerneffekt aus sich wiederholenden Spielbewegungen des Opponenten vermissen und lud sprichwörtlich zum Tore-Werfen ein, anstatt die gegnerischen Missetaten entschlossen und clever auf ein erträgliches Maß zu reduzieren.

Beim Pausentee wurden nach bewährter Manier und zu Recht natürlich zunächst die Unzulässigkeiten in der eigenen Leistung defensiv wie offensiv angemahnt, zugleich aber auch festgehalten, dass sich die sprichwörtlichen Trauben hier und heute doch in realistischer Greifweite befänden.

Wir hatten ja bereits vorweg genommen, dass es bis zum Ende eng zugehen sollte. Konkret hatte zu Beginn zunächst der PSV das etwas bessere Momentum erwischt (15:14, 17:16), ehe sich die Gäste aus Schöneberg ab Minute 40 und von da an fast ausschließlich daran versuchen durften eine erspielte Führung zu verteidigen (17:18, 20:21, 22:22, 23:25). Insbesondere Alt-Herren-Spieler (*hihi) P. Böttcher wusste nun seine Farben wirkungsvoll zu vertreten und für die erhoffte Entlastung zu sorgen. Wir notieren offiziell drei Tore sowie gedanklich einige Eins-gegen-Eins-Duelle, die dem Gegner vollste Aufmerksamkeit abverlangten, des Weiteren einen ganz wichtigen, aus der Hüfte abgefeuerten Wirkungstreffer (mit dem Ball ins Tor; Anm. d. Red.) aus einer Null-Situation sowie die obligatorische Hail Mary mit besten Grüßen für den bemitleidenswerten Empfänger.

Generell kam der OSF-Vertretung in der absoluten Crunchtime zu gute, dass nun auch über die ganze Spielfeldbreite Torgefahr entwickelt werden konnte, was ob der zuvor starken Beanspruchung der Rückraumrecken DJ Kupries und Gebrüder Höfer (endlich mal wieder ne Kondi-Einheit!) auch bitter nötig war. Auch aufgrund noch mehr nachlassender Bewegungsfreude seitens der Hausherren konnte der Ball nun über mehrere Stationen transportiert und vornehmlich von den Rechtsaußen T. Brauner (rein sportlich gesehen, der heißt so!; Anm. d. Red.) und F. Kloss verwertet werden. Und auch auf der anderen Seite hatte N. Fest nun sein Objektiv richtig eingestellt und konnte vornehmlich durch überlegene Handlungsschnelligkeit sogar doppelt einnetzen, auch wenn das Spielprotokoll davon nichts wissen will.

Die Mannen vom PSV hielten nun vor allem mit Willen dagegen. Kurz vor Ende wurde dann – es stand 50 Sek. vor Ultimo 26:27 – auf Manndeckung umgestellt. Heidewitzka! Da kann so viel passieren, wenn man sich dämlich anstellt... Allerdings zum Glück auf beiden Seiten: P. Böttcher (wir erinnern uns: eigentlich Alte Herren) dreht sich auf einem bierdeckelgroßen Bereich grazil, zieht gen gegnerische Kiste und wird von hinten so innig umarmt, dass dem Schiedsrichtergespann nichts weiter übrig blieb als 2 Min. zu geben. Damit war die Gefahr des Zeitspiels vorerst gebannt und es war Comebacker T. Brauner vorbehalten durch einen gut abgepassten Einläufer den letzten Ball der Partie zu erhalten und in seiner ihm eigenen Art schön feste zum umjubelten 26:28-Endstand einzuschweißen.

Notiz an den Getränkewart: Die Einstandskiste war nur die halbe Miete.

Damit sind wir am Ende unserer kleinen Erzählung angelangt. Festzuhalten bleiben zwei vor allem moralisch immens wichtige Punkte in einer umkämpften Liga. Perspektivisch sagen die gar nichts aus – die Zusammensetzung der Mannschaft wird sich zum nächsten Spieltag wieder deutlich verändern und es geht wieder bei Null los. Aber definitiv lässt es sich harmonischer arbeiten im Wissen um ein Erfolgserlebnis trotz widriger Umstände. Dass neben allen vermeidbaren Fehlern nicht alles wie am Schnürchen laufen würde, war zuvor eigentlich abzusehen. Vor allem aber im Hinblick auf den gezeigten Einsatz und Teamgeist kann man mit sich absolut im Reinen sein. Erfreulich auch, dass wiederholt die erzielten Treffer auf fast alle Feldspieler verteilt werden konnten.

Abgesehen davon hat ja auch noch ein Gegner mitgespielt. Nicht immer – und diesen Eindruck kann man häufiger beim Lesen von Berichten gewinnen – liegt es immer nur an der eigenen Unzulässigkeit, wenn man selbst keine Tore mehr wirft bzw. der Gegner seinerseits anfängt beständig einzunetzen. Die Mannschaft des PSV hat es mit Sicherheit in diesem Jahr nicht leicht, zeigte aber im Duell mit den Schönebergern, dass mit Ihnen in der Rückrunde durchaus noch zu rechnen ist. Hier bleibt Dank zu sagen für den trotz allen Kampfes gezeigten Sportsgeist sowie die Möglichkeit endlich mal wieder mit Kleber gespielt haben zu dürfen!

Danke auch an die Aushilfsspieler sowie den mitgereisten Anhang!

Nach einem nun weiteren freien Wochenende folgt das nächste Spiel für die Zweite Wahl Schönebergs am Samstag, den 2. März. Dann ist man um 19:00 Uhr zu Gast bei der ebenfalls schwer einzuschätzenden HSG Neukölln.

Bis denni!

M.E.

 

Es spielten:

F. Volz (TW), S. Beulker (TW), F. Kloss (1), E. Meyer, M. Eitner (4/2), P. Böttcher (3), J. Weiß, F. Baumert (2), D. Höfer (2), T. Brauner (4), S. Gramm (2), D. Kupries (5/2), S. Höfer (4), N. Fest (1 + 1 in Gedanken)

Polizei SV - SG OSF Berlin II
26:28 (11:12)