Spielbericht
TSV Rudow II   vs.   3. Männer

20.02.2016

Auswärtssieg erarbeitet

TSV Rudow

TSV Rudow II

26 - 30
SG OSF Berlin

3. Männer

Was los, Hippies?!

Nach erfolgreichem Einzug ins Viertelfinale des Berliner Handballpokals griff die dritte Mannschaft der SG OSF nach vierwöchiger Winterferienpause in den Ligaalltag ein und gastierte im Neuköllner Süden beim TSV Rudow II. Der Bericht zum Sieg im Hinspiel legte den Fokus auf das doch recht fortgeschrittene Alter manch eines Ruchlosen. Auch dieses Mal wurde eine bunte Mischung aufgeboten. Allerdings sorgten Jünglinge wie otto und Hendrik dafür, dass der Altersdurchschnitt unter der Altherrengrenze lag (<32).

Zu Beginn der Partie weilte der Trainer mit den Spielern J.R. & J.B. beim Spiel der Zweiten, weshalb die Ruchlosen die erste Halbzeit trainerlos absolvierten. Für die notwendigen Kommandos und Maßregelungen der Mannschaft während der Abstinenz sorgten Shorty und Swientek Sr. Zumindest Letzterem war trotz all seiner Erfahrung eine ungewohnte Nervosität anzumerken, welche sich durch das Auf- und Abtigern zwischen grüner Karte und dem anderen Ende der Bank bemerkbar machte.

Doch im Grunde machte das Trainergespann gar nicht so viel falsch. Hatte man zunächst eine aggressive Offensivreihe im Deckungsspiel des Gegners vermutet, begann dieser mit einem 6-0 Verbund und die ersten Spielzüge konnten erfolgreich durchgespielt werden. Auf der anderen Seite erwies sich Lehrkörper Cremer als Pechvogel und die ersten Bälle, die auf das von ihm gehütete Tor kamen, rutschten durch seine Finger/Beine. Nach den ersten Minuten stand es 3:3.

Anschließend nutzte der Gastgeber unüberlegte Abschlussentscheidung seitens der Schöneberger und erspielte sich erstmals eine höhere Führung (3:6). Die Befürchtung, dass sich der weitere Spielverlauf als einseitig hätte darstellen können, löste sich jedoch in Luft auf. Die dritte Vertretung stabilisierte sich in der eigenen Abwehr und kämpfte sich mit mühsam erspielten Toren heran. Über ein 6:8 und 9:10 konnten die Guten beim Stand von 13:12 erstmals die Führung für sich verbuchen. Während die Ruchlosen konsequent ihr Offensivspiel nach dem Motto Der Weg ist das Ziel auslegten, brachte das heimische Publikum die ersten fachkompetenten Kommentare des Missfallens gegenüber Gastmannschaft und Schiedsrichter an. Letztgenannter ließ sich auf Zuruf zu einer Berichtigung einer bereits getroffenen Entscheidung bewegen, deswegen vielen Dank an dieser Stelle für die umfangreiche Hilfestellung.

Rudow II nutzte die Schlussphase der ersten Halbzeit aber für sich und vertauschte die Position des Führenden abermals. Mit einem 13:14 ging es in die Katakomben.

Zwar traf der Trainer pünktlich zur Ansprache am Ort des Geschehens ein, jedoch konnte er aus logischen Gründen seinen Spielern nur wenige Tipps mit auf den Weg geben. Auch Shorty wirkte etwas unstrukturiert, was vielleicht daran lag, dass einer der bereits oben genannten Jünglinge unwahrscheinlich viel Mitteilungsbedarf hatte. Letztlich fand der Routinier aber klare Worte und mit neuem Mut ging es auf in die zweite Halbzeit.

Was vielleicht gar nicht mal so viele der Beteiligten auf dem Schirm hatten, war, dass es im Hinspiel einen fast identischen Halbzeitstand gegeben hatte (13:15) und die damalige Altherrentruppe mit all ihrer Erfahrung die zwei Punkten dann doch noch einheimste.

Nun waren ja auch J.B. & J.R. angekommen und besetzten gleich die linke Seite, während Linkshänder Gregor in den rechten Rückraum beordert wurde. Der zweite Abschnitt begann schleppend und es hatte den Anschein, als wären den Süd-Neuköllnern gegen den nun groß gewachsenen Abwehrverbund der Gäste die Ideen ausgegangen. Zwar kamen sie zu ersten Treffern, doch spielerisch war das wenig glanzvoll. Ähnliches lässt sich aber auch über den Angriff der Ruchlosen sagen. Statischer kann Handball eigentlich nicht mehr gehen. Das hatte gleichwohl damit zu tun, dass Rudow nun auf einen Vorgezogenen setzte, der auf Bälle lauerte. Sei‘s drum: Er bekam sie nicht und Gregor nutzte seine Freiheit, um mehrmals wunderschön die Pille im Tor unterzubringen. Beim Stand von 18:18 war der Rückstand egalisiert und mit 20:19 übernahmen die Ruchlosen erneut die Führung in diesem eher schwachen Landesligaspiel.

Der Rest ist schnell erzählt. Rudow fand keine Mittel oder konnte entsprechende nicht aufbringen, um regelmäßig Torerfolge verbuchen zu können. Aufkommende Ungeduld und Frustration über missglückte Aktion ließen die Rudower Köpfe schnell hängen. Die Dritte erspielte sich durch simple 1 vs. 1 Situation hingegen Treffer um Treffer. Nach den Zwischenständen 24:22 und 28:25 beendete der Unparteiische das Spiel. Endstand 30:26 – et voila!

Durch den Auswärtssieg kletterte die dritte Vertretung auf Rang 4 der Tabelle. Das fleißige Punktesammeln geht also weiter. Wettbewerbsübergreifend wurde erneut eine kleine Serie gestartet mit jetzt vier Siegen in Folge, welche in den kommenden Wochen sicherlich noch ausgebaut werden kann. Spielerisch zeigten beide Teams eine mäßige Vorstellung. Es gibt also definitiv Luft nach oben. Im nächsten Heimspiel wird die TMBW II erwartet. Gegen die Tempelhofer konnte bereits zwei Mal in dieser Saison gewonnen werden. Die Schöneberger gehen somit favorisiert in das Spiel. Wer sich das nicht entgehen lassen möchte, taucht am besten pünktlich am Sonntag um 14:30 auf dem Geisberg auf.

Bis dahin, Peace and Love. Tschüss, Ihr Hippies.

Statistik:

Chrsitian Cremer, Markus Swientek, Matthias Kölling (6/2 Tore), Gregor Herdmann (4 Tore), Benni Geckle (4 Tore), Nico Swientek (3 Tore), Jörg Reichwald (3/2 Tore), Hendrik Schmidt (3 Tore), Simon Beckmann (2 Tore), Marco Krause (2 Tore), Tilman Wiesner (2 Tore), Jörg Brieger (1 Tor), Otto Erdmann, Luka Bender

TSV Rudow II - SG OSF Berlin III
26:30 (14:13)