Spielbericht
CHC   vs.   3. Männer

04.03.2016

Nüscht zu holen in Charlottenburg

CHC

CHC

28 - 18
SG OSF Berlin

3. Männer

Was geht, Hippies?!

Vorab: Eure Lieblingsmannschaft hat das letzte Wochenende genossen. Der Grund dafür war der Einsatz der Ruchlosen am Freitagabend beim Charlottenburger HC. Diese eigentlich ungewohnte Anwurfzeit ist bei den Westberlinern Tradition, was ihnen insofern einen Vorteil verschaffte, als dass die Ansetzung mit der Trainingszeit der Schöneberger kollidierte. Sicherlich ließe sich einerseits behaupten, dass die Truppe um Coach Marc Ruch zumindest physisch voll auf Bewegungsmodus hätte getrimmt sein müssen. Andererseits sind die Schöneberger Arbeits- bzw. Uniwochen, welche den Akteuren tief in den Knochen saß, härter als in allen anderen Bezirken.

Indes drehte sich das Personalkarussell munter weiter. Shorty kehrte nach kleinem Päuschen wieder in den Kader zurück, High Tower und Jussi fehlten hingegen, anders als noch in der Woche zuvor gegen TMBW. Gegen das damalige Tabellenschlusslicht blieb die Dritte weit hinter den (eigenen) Erwartungen und ergatterte nach mäßiger Leistung lediglich einen Punkt. Gegen CHC sollte es besser laufen. So hatte man den Bezirksnachbarn drei Wochen zuvor im Pokal bezwingen können.

Die Dritte begann mit vertrauter Aufstellung. Shorty wurde mit der Organisation der Offensive beauftragt, während hinten ein 6-0 Deckungsverband die Defensivarbeit verrichten sollte. Während der Anfangsphase fiel bereits auf, dass sich die Gäste in der rutschigen Halle gegen gut organisierte Charlottenburger extrem schwer taten. Bereits in den ersten Angriffsaktionen konnte nicht genügend Druck auf die Abwehrreihe ausgeübt werden, weshalb den Schiedsrichtern nichts anderes als das Ahnen passiven Spiels übrig blieb. Die daraus resultierenden harmlosen Abschlüsse konnte CHC nutzen, um sich früh mit 1:4 aus Sicht der Guten abzusetzen.

Während sich die Abwehr der Schöneberger mit zunehmendem Spielverlauf etwas stabilisierte und Lehrkörper Christian sich im Tor in guter Verfassung zeigte, mühten sich die Protagonisten im Angriff krampfhaft Torgefahr auszuüben. Hervorzuheben bleibt einzig J.R., der mit seinen Treffern von Linksaußen die Begegnung weitestgehend offen hielt. Der komplette Rückraum erwies sich derweil als Totalausfall. Das eigene Spiel wurde viel zu statisch vorgetragen und nur selten entstanden nutzbare Lücken in der Abwehrriege des Gegners. Sowohl die wenigen Rückraumwürfe als auch das Zusammenspiel mit den Kreisläufern strahlten ungefähr so viel Gefahr wie ein Dreirad mit Stützrädern aus. Irgendwie stellten die Gäste nach einem zwischenzeitlichen 4:8 zum Ende der ersten Halbzeit immerhin den Anschluss her. Mit einem Torerfolg von Mr. Geckle in letzter Sekunde wurde beim Stand von 9:11 der erste Durchgang beendet.

Coach Marc Ruch kam sehr schnell zur Sache. Das ganz große Manko war der eigene Angriff. Viel zu lethargisch wurde der Ball vorgetragen. Die Akteure ließen Bereitschaft und Spannung vermissen. Herausgespielte Chancen waren Mangelware. Folgerichtig forderte der Übungsleiter mehr Kreativität und Einsatz in der zweiten Halbzeit. Bei so viel Gesprächsbedarf über den eigenen Angriff wurden die 11 Gegentreffer fast zur Nebensache. Mit leicht veränderter Aufstellung und frohen Mutes ging es weiter.

Erste Treffer konnten sich die Schöneberger zwar noch erarbeiten, eine wirklich spielerische Verbesserung ließ sich allerdings nicht beobachten. Nach dem 11:14 und begünstigt durch eine zweifelhafte Zeitstrafe gegenüber J.B., nutzte CHC die vielen Schwächen der Gäste fortan gnadenlos aus. Im Angriff ließ man die Charlottenburger nach Belieben schalten und walten, wodurch diese zu einfachen Treffern über ihre Außen oder aus dem Rückraum kamen. Auf der Gegenseite häuften sich aufgrund des spielerisch einfallslosen Auftretens die unüberlegten und überhasteten Abschlüsse. Beste Voraussetzung also, um Charlottenburg auf zahlreiche Tempogegenstöße einladen zu können. Folglich setzten sich die Westberliner weiter ab (14:20).

Kämpferisch und läuferisch stemmte man sich der drohenden Niederlage mit minimalem Aufwand entgegen. Das war natürlich zu wenig. Ein letzte taktische Finesse (zwei Kreisläufer) brachte auch nicht den erwünschten Erfolg. Zu gut organisiert war die Charlottenburger Abwehr. Die dritte Vertretung nutzte den zweiten Durchgang augenscheinlich, um sich vor den wenig mitgereisten Schlachtenbummler_innen bis auf die Knochen zu blamieren. Nach ca. 50 Minuten war Hopfen und Malz letztlich ganz verloren. Am Ende des Spiels stand ein 18:28 auf der Anzeige und die Ruchlosen waren damit noch gut bedient.

Bereits im Spiel gegen TMBW II in der vorherigen Woche ließ Eure Lieblingsmannschaft einiges an Kreativität und Einsatzwillen vermissen. Gegen den stärkeren Gegner Charlottenburg bekam die Dritte nun letztlich die konsequente Rechnung für ihr schwaches Auftreten. Dass der ungewohnte Spieltermin Schuld für das Dargebotene war, wird jetzt mal ausgeschlossen. Faktisch lässt sich der offensichtliche Leistungsabfall sowohl durch mäßige Trainingsbeteiligung als auch -leistung begründen. Kommendes Wochenende geht es zu den Handballfreunden aus Pankow, die sich ihrerseits tapfer gegen den Abstieg wehren und es vor Ort sicherlich alles andere als leicht sein wird, gegen eine derart getriebene Mannschaft zu siegen. Gleichzeitig ist es das letzte Spiel, bevor es zum Saisonhighlight im Pokalviertelfinale gegen TMBW kommt. Die dritte Vertretung hat also noch einiges vor sich und tut gut daran, wenn sie in den folgenden Tagen mal langsam ihr Hinterteil hoch bekommt. Also, auf geht’s Boys, let’s do it.

 

Tschüss Ihr Hippies. Wir sehen uns zum Sonntagsbrunch am 13.03., um 11:30 Uhr in der Seelenbindersporthalle im Velodrom!

 

Statistik:

Christian Cremer, Vincent von Frankenberg, Jörg Reichwald (10/2), Mathias Kölling (2), Otto Erdmann (2), Marco Krause (1), Niels Partey (1), Benjamin Geckle (1), Jörg Brieger (1), Winand Sabelberg, Hendrik Schmidt, Nico Swintek, Luka Bender, Tilman Wiesner

CHC - SG OSF Berlin III
28:18 (11:9)