Spielbericht
3. Männer   vs.   SG TMBW

20.03.2016

Eine Halbzeit ist nicht genug

SG OSF Berlin

3. Männer

24 - 28
SG TMBW Berlin

SG TMBW

Liebe Hippies,

viele von Euch wohnten dem vergangenen Pokalspiel gegen den Verbandsligisten SG TMBW bei, weshalb ein Verzicht auf den obligatorischen Spielbericht zumindest kurzzeitig in Betracht gezogen wurde. Dann hätte sich Eure Lieblingsmannschaft aber gar nicht für Euer Erscheinen und die tolle Unterstützung angemessen bedanken können. Der Mannschaft hat es sichtlich Freude gemacht, mal wieder vor einem größeren Publikum zu spielen und phasenweise für kollektive Begeisterung zu sorgen. Am Ende kam es leider nicht zur erhofften Überraschung, was in Anbetracht des überraschend ausgeglichenen Spielverlaufs in keinster Weise ausgeschlossen war. Das Spiel war sicherlich ein Höhepunkt der Ruchlosen in dieser Saison, woran nicht zuletzt Ihr, die vielen anwesenden Zuschauer_innen, einen großen Anteil hattet. Danke!

 Letzten Sonntag war also nicht nur astronomischer Frühlingsanfang, sondern eben auch Pokalviertelfinale des HVB. Die SG OSF stellte mit den ersten Frauen sowie den ersten und den dritten Männern gleich drei Mannschaften im laufenden Wettbewerb. Den erstgenannten Mannschaften blieb ein Weiterkommen durch teils überraschende, teils derbe Niederlagen gegen ihren jeweiligen Gegner versagt. So hing es an der dritten Vertretung der SG OSF, das Pokalwochenende gegen TMBW zu retten.

 Der Ernst der Lage war beiden Mannschaften durchaus klar, denn sowohl die Pro- als auch die Antagonisten trafen sich bereits 75 Minuten vor Spielbeginn an Ort und Stelle. Während die Heimmannschaft vor allem aus technischen Gründen (Aufbau Kampfgericht, etc.) das frühe Erscheinen begründen konnte, schien der Gast eh nichts Sinnvolleres vorgehabt zu haben. Wie auch immer. Gute eine Stunde vor Spielbeginn spielten sich doch recht skurrile Szenen auf dem Geisberg ab. So standen sich die beiden Teams in voller Montur gegenüber und wussten mit ihrer Zeit nicht so richtig was anzufangen. Die Ruhe vor dem Sturm, könnte man meinen.

 Das Spiel begann auf beiden Seiten fahrig. Der Gast aus Tempelhof erzielte zwar schnell den ersten Treffer, hatte dann aber sichtlich Schwierigkeiten, eine spielerische Linie zu finden. Der dritten Vertretung erging es in ihren ersten Bemühungen ähnlich. Erst im dritten Anlauf gelang über Rechtsaußen ottO der Ausgleichstreffer.

 Die Schöneberger schöpften aus diesem kleinen Erfolgserlebnis Kräfte und entwickelten daran anknüpfend einen mutigen und kämpferischen Vorstoß. Die Abwehrreihe bekam den erstaunlich einfallslosen Angriff der Tempelhofer mit zunehmendem Spielverlauf immer besser unter Kontrolle. Durch freundliche Hilfestellung seitens TMBW in Form technischer Fehlern und schwacher Abschlüssen, erarbeiteten sich die Ruchlosen über ein 4:2, 7:5 und 10:8 eine konstante 2 Tore Führung. Neben dem bereits erwähnten ottO, zeichneten sich „Aushilfstorwart“ Paul sowie die Rückraumspieler Shorty und J.B. in dieser Phase ebenfalls aus. Unterdessen waren erste Anzeichen der Unzufriedenheit im Gästelager sowohl auf als auch neben dem Feld und weiter oben auf der Tribüne zu vernehmen.

 Nach etwa 24 gespielten Minuten legten die Tempelhofer die grüne Karte und verschafften den Ruchlosen uneigennützig eine willkommende Verschnaufpause. Allen voran der inzwischen eingewechselte Mr. Geckle, mit drei sehenswerten Treffern vom Kreis erfolgreich, war schwer mit der Aufnahme wertvollen Sauerstoffs beschäftigt. Obwohl TMBW durch personelle Wechsel eine wesentlich gefährlichere zweite Welle spielte, gelang es ihnen nicht, kontinuierlich erfolgreich abzuschließen. Die Dritte nahm dankend an und schraubte ihre Führung zur Halbzeit auf einen aussichtsreichen Zwischenstand von 16:12 hoch; eine der besten Halbzeiten seit langer Zeit.

 Fast ein wenig euphorisch trafen sich die Akteure zur Besprechung in der Kabine. War man vor der Partie mit dem frechen Schmunzeln des Außenseiters angetreten, mussten sich die Spieler nun damit abfinden, dass ein Einzug ins Final-Four durchaus machbar schien und in den vorangegangen 30 Minuten eine gute Ausgangslage dafür gelegt worden war. Motiviert und mit ein paar warmen Worten des Trainers ging es hinaus zum zweiten Durchgang.

 Zum Wiederanpfiff hielt TMBW eine kleine taktische Überraschung bereit, welche den Guten – im übertragenen Sinn – das Genick brechen sollte. Mit Shorty und J.B. nahm die Gastmannschaft zwei von drei Rückraumspielern in Manndeckung. Der verbliebende Rest bildete eine defensiv stehende und gut verschiebende Abwehrreihe. Die Dritte reagiert ihrerseits mit personellen Wechseln, doch hatten die Akteure merklich Mühe, um zu Torerfolgen zu kommen. Bis zum 19:15 konnte das Spiel offen gehalten werden. Nach etwa 40 Minuten machte sich der Klassenunterschied jedoch bemerkbar. Technische Fehler und resultierende Ballverlusten sowie schwache Abschlüsse sorgten bei den Ruchlosen für eine andauernde Torflaute. Der Antagonist nutzte seine körperliche Überlegenheit seinerseits gnadenlos aus und erspielte sich einen 7-0-Tore-Lauf.*FAIL SOUND*

 Taumelnd wie ein Schwergewichtsboxer, stolperte Eure Lieblingsmannschaft etwas hilflos über die Platte und versuchte tapfer, sich gegen immer sicher werdende Tempelhofer zu wehren. Über die Zwischenstände 20:22 und 21:25 keimte in der Schlussphase erneut Hoffnung auf. Die dritte Vertretung schaffte nun ihrerseits drei Treffer in Folge und verkürzte den Abstand auf 24:25. In den verbleibenden Minuten schaffte sie es jedoch nicht mehr, die nötige Konzentration sowohl im Angriff als auch in der Abwehr aufzubringen. TMBW erzielte zwei weitere Treffer und steht somit im Final-Four. Das letzte Tor wenige Sekunden vor Schluss war nur noch Ergebniskosmetik. Endstand 24:28 aus Sicht der Guten.

 Nach einer tollen ersten Halbzeit brach die dritte Vertretung nach 40 Minuten ein und konnte ihrem Gegner kaum noch etwas entgegensetzten. Im Endeffekt überrascht das Ergebnis nicht und der Favorit wurde seiner Rolle gerecht. Das Alles ist aber dennoch ein wenig ärgerlich, wenn man bedenkt, dass sich TMBW spielerisch wahrlich nicht mit Ru(h)m bekleckerte und Vorteile primär aus der physischen Leistungsfähigkeit zog.

 So flog also auch die Dritte als letzte Mannschaft der SG OSF aus dem Wettbewerb. Bedenkt man, dass die Ruchlosen in den vier absolvierten Pokalspielen gegen keine Mannschaft unterhalb der Landesliga angetreten ist und sich im Viertelfinale achtbar schlug, kann durchaus von einer erfolgreichen Pokalsaison gesprochen werden. Darauf kann die Mannschaft stolz sein. Des Weiteren sollte das Mut für das Saisonfinale in der Liga machen. Denn hat man sich der Abstiegszone gefährlich genähert. In den verbleibenden Spielen müssen weitere Punkte für den Klassenerhalt gesammelt werden. Mit einer Leistung wie gegen TMBW steht dem Nichts im Wege. Jetzt ist aber erst mal Osterpause und fleißiges Konditionstraining beim Ostereiersuchen angesagt.

 Peace and much love as always.

Tschüss, Ihr Hippies.

 

 Statistik:

Christian Cremer, Paul Dabel, Jörg Reichwald (6/4), Otto Erdmann (4), Jörg Brieger (3), Benjamin Geckle (3), Marco Krause (3), Simon Beckmann (3), Tilman Wiesner (2), Winand Sabelberg, Luka Bender, Niels (Oster-)Partey, Nikolai Krewenka, Hendrik Schmidt

SG OSF Männer III - SG TMBW
24:28 (16:12)