Spielbericht
VfL Lichtenrade   vs.   1. Männer

09.04.2016

Hart erkämpfter Erfolg im Derby

VfL Lichtenrade

VfL Lichtenrade

29 - 30
SG OSF Berlin

1. Männer

Wollten die Männer der SG im Kampf um einen Platz auf dem Treppchen weiterhin mitreden, mussten sie zwingend auch in den als schwieriger einzuschätzenden Partien, die noch anstehen, Punkte mitnehmen. Dies gelang am Ende in Lichtenrade mit einem denkbar knappen 29:30, wobei sich die SG allerdings nicht mit Ruhm bekleckerte.

Die SG und der VfL begannen gleich mit einem offenen Schlagabtausch, ein Abtasten war im Matchplan der beiden Mannschaften wohl nicht vorgesehen. Bis zum 6:6 ging es munter hin und her, wobei die Heimmannschaft überraschenderweise oft ihre Kreisläufer ins Spiel brachte, womit erneut wahrlich niemand in der Schöneberger Mannschaft gerechnet hatte, während man sich auf Seiten der SG auf leichte Tore aus dem Rückraum verließ. Nach einer Viertelstunde begann Lichtenrade, das Spiel - auch bedingt durch Zeitstrafen der körperbetont arbeitenden Schöneberger Deckung - an sich zu reißen. Ein zwischenzeitliches 12:9 konnte die SG noch einmal ausgleichen, allerdings spielte sich der VfL im Anschluss in einen kleinen Lauf, an dem auch Marko Nakic mit mehreren Treffern mitwirkte. Anstatt dagegenzuhalten, auch in dem Zeitpunkt nicht, in dem Julien Groenendijk erst einen Kopftreffer von außen kassierte und wenige Momente später bei einem 7-Meter gleich den nächsten, ergaben sich die Schöneberger in ihr Schicksal und gingen mit einem ernüchternden 13:17 in die Halbzeitpause.

So wollte sich die SG eigentlich nicht präsentieren, galt es doch die Liga versöhnlich abzuschließen. Nach einer eindringlichen Ansprache ging es also wieder zurück auf die Platte, und der geneigte Zuschauer konnte gleich erkennen, dass sich die Schöneberger etwas vorgenommen hatten, was den zweiten Durchgang anging.

Binnen weniger Minuten war die komfortable Führung der Randberliner egalisiert, bedingt durch eine nun gewohnt stark stehende Abwehr und einige leichte Tore aus Überzahlsituationen, die sich nun auch für die SG ergaben. Beim 19:19 schien allerdings Lichtenrade das Heft des Handelns wieder in die Hand zu nehmen und konnte seinerseits wieder 2 Tore drauflegen. Ungefähr zehn Minuten nach Wiederanpfiff wurde der Gastgeber dann schwer geschwächt: Jonas Beer verletzte sich bei einem Zusammenprall schwer und musste per Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. Mittlerweile geht man wohl davon aus, dass es sich "nur" um eine schwere Prellung in der Nähe der Wirbelsäule handelt, in den ersten Momenten konnte er wohl seine Beine nicht spüren. Die ganze Mannschaft der SG wünscht an dieser Stelle weiterhin gute Genesung! Nach einer längeren Unterbrechung wurde das Spiel dann fortgesetzt, wobei die SG den besseren Start erwischte und sich beim 22:23 erstmals seit langer Zeit wieder eine Führung erkämpfte. Tendenziell und optisch schien das Spiel nach der Verletzung eines wichtigen Rückraumspielers in Richtung der SG zu kippen, die es aber nie schaffte, sich um mehr als ein bis zwei Tore abzusetzen.

Dazu stand man sich zu sehr selbst im Weg, wenn man etwa von der Mittellinie leider nur die Latte des leeren Tores traf oder in der Phase kurz vor Spielende eine 100%ige und einen 7-Meter liegen ließ. Immerhin war es nun am VfL, dem Rückstand hinterherzulaufen und zu versuchen, dem Spiel noch einmal eine erneute Wendung zu geben. 40 Sekunden vor Ende in Unterzahl agierend zückte Lichtenrade noch einmal die grüne Karte, vertändelte aber nur Sekunden nach Wiederanpiff den Ball. Im Gegenangriff besorgte Maik Clausen nach Sololauf von der Mittellinie das entscheidene 28:30 (Kiste), der Anschlusstreffer war nur noch Ergebniskosmetik.

Am Ende konnte die SG schwerst erkämpfte zwei Punkte einfahren, profitierte dabei von den beiden Niederlagen von Cottbus und Ludwigsfelde und hat nun sogar ein paar Pünktchen mehr Vorsprung als zuvor auf den dritten Platz der Ostsee-Spree-Liga.

Die spielreichen nächsten Wochen muss die Spannung trotzdem bis aufs Letzte hochgehalten werden, um sich mit einem guten Gefühl aus der Liga zu verabschieden.

Nächste Woche gastiert der Grünheider SV bei der SG, welcher gerade erst den Cottbussern zwei Punkte abgenommen hat. Auch hier wird eine sehr starke Leistung vonnöten sein, um die Punkte im Sachsendamm zu behalten.

Zuschauer sind wie immer gerne gesehen!

VfL Lichtenrade - SG OSF Berlin
29:30 (17:13)

Aufstellung:
Julien Groenendijk (TW), Marvin Rothe (TW), Philipp Böttcher (8), Quoc Cuong Le (6/6), Marius Wessel (6), Maik Clausen (4), Manuel Frank (2), Tobias Erdmann (2), Justus Neeb (1/1), Moritz Weber (1), Dorian Schnabel (1), Marcel Buchholz, Robert Kohrs, Fabio Baumert