Spielbericht
Turnsport 11   vs.   3. Männer

16.04.2016

Frühlingsgefühle 2.0

Turnsport 11

Turnsport 11

26 - 36
SG OSF Berlin

3. Männer

Selam Hippies!

Als der letzte Spielbericht etwas verspätet am Samstagvormittag online ging, stand Eure Lieblingsmannschaft bereits kurz vor ihrem nächsten Einsatz. Am Samstagabend gastierte die dritte Vertretung der SG OSF beim Tabellenführer und Landesligameister 2016, dem Berliner Turnsport-Verein 1911. Etwas Ungewöhnliches hatte die Partie schon vor Beginn an sich, da die Begegnung nicht im verkehrsgünstig gelegenen Wedding stattfand, sondern in der nicht wenigen bekannten Peter-Huchel-Straße (Heimspielstätte der SG AC/Eintracht Berlin). Neben erhöhten Reisestrapazen für die Duellanten waren verhältnismäßig leere Zuschauerränge die logische Konsequenz.

 Coach Marc Ruch wohnte dem Spiel ebenfalls nicht bei. Dies hatte jedoch nichts mit der weiten Anfahrt zu tun, sondern mit der vertretungsweisen Ausübung des Traineramts bei der zweiten Mannschaft, welche parallel in Spandau spielte. Seine Stelle übernahm das routinierte Gespann aus Shorty und J.R., die damit beauftragt wurden, die Geschicke der Dritten zu leiten. Bei der Zusammenstellung der ersten Sechs gingen beide zwar nicht ausschließlich nach Sympathie. Dennoch war der recht hohe Altersdurchschnitt auffällig und ein Compagnon meinte von der Tribüne sogar den Kommentar „Des is ja ´ne Altherrentruppe!“ vernommen zu haben.

Während das junge Gemüse also zunächst auf der Bank Platz nahm, begannen bei den Ruchlosen die betagteren Spieler. Diese erwischten zum Anpfiff einen starken Beginn, der sich in einer 4:1 Führung wiederspiegelte. Während die Guten zu ihren Treffern im Kleingruppenspiel mit dem Kreis oder nach 1 vs. 1 Situationen kamen, tat sich der Angriff der Turner schwer. Neben Abschlüssen von den stark besetzten Außenpositionen, versuchten sie es vor allem durch Stemmwürfe aus der zweiten Reihe. Diese brachten jedoch nur mäßigen Erfolg. Begünstig durch eine Zeitstrafe des Gegners, verwalteten die Gäste ihre Führung bis zum Zwischenstand von 8:4 problemlos, bevor der Klassenprimus zu einer Aufholjagd ansetzte (8:7).

Diese heilt aber nicht lange an und durch unwahrscheinlich viele technische Fehler der Turner stellten die Schöneberger mit Tempogegenstößen und standardmäßigem Angriffsspiel den alten Abstand von 3 Treffern (13:10) wieder her. Anschließend verschleppten beide Mannschaften das Tempo in der gut beheizten Halle zunehmend. Dabei konnten die Gäste weiterhin auf die Abschlussschwäche ihrer Antagonisten setzten. In den Schlussminuten erspielten sie sich eine komfortable 16:10 Führung. Ein Höhepunkt dabei war sicherlich der Treffer von J.B., der die Pille bei angezeigtem Zeitspiel aus dem Rückraum in den Winkel setzte. Mit dem Stand von 18:13 wurde der erste Durchgang beendet.

Das Trainerpaar zeigte sich mit der Leistung ihrer Mitspieler zufrieden. Zwar hätte der eine oder andere Gegentreffer mit der nötigen Konzentration in der Abwehr verhindert werden können. Außerdem hatte sich im Angriffspiel zwischenzeitlich der Schlendrian eingeschlichen. Dennoch war es aber eine gut gespielte Halbzeit, überraschenderweise ohne übermäßigen Aufwand.

Um die zwei Punkte auch einzusacken, wurde zum geduldigen Angriffsspiel aufgerufen. Des Weiteren erfolgte der Hinweis auf die unsicher wirkenden Schiedsrichter und die damit verbundene Möglichkeit, sich der verbalen Aufmerksamkeit zu bedienen, falls nach Ansicht des jeweils beteiligten Akteurs ein klares Foulspiel vorlag. In diesen Fällen waren die Herren im schwarzen Dress geneigt, die Situation auch zu ahnden.

Nach Wiederaufnahme des Spiels merkte man der offiziellen Heimmannschaft eine gewisse Unzufriedenheit an. Offensichtlichster Indikator dafür war die Tempoverschärfung durch eine konsequent gespielte zweite Welle. Turnsport nutzte damit vor allem das Angriff-Abwehr-Wechselspielchen zwischen Zachi und Winand, was in der Schöneberger Abwehrreihe für etwas Unordnung sorgte. Im Angriff zeigte Swientek Jr. nach längerer Durststrecke aber all sein Können und nutzte seinen starken Antritt, um sich auf der rechten Rückraumseite mehrmals erfolgreich durchzutanken. Über 21:16 und 26:20 wurde die Führung beibehalten.

Es waren aber nicht ausschließlich die Schöneberger Sängerknaben, die sich mit dezenten Schmerzensschreien der Kategorie „härtestes Foul ever“ einen Vorteil zu verschaffen suchten. Insbesondere ein Turner fiel nun des Öfteren durch Laute in schriller Tonlage auf. Jedoch – und das ist wohl das Wichtige dabei – nahmen es beide Seiten sportlich, so dass trotz der dargebotenen Theatralik die nötige Contenance gewahrt wurde.

Nach dem 30:24 schien Turnsport vollends die Luft auszugehen. Dies nutzte ein weiterer wohlbekannter Comebacker, um sich in die Torschützenliste einzutragen. Denn kein geringerer als Ilse gab nach jahrelanger Abwesenheit sein Pflichtspieldebut. Schön, dass du wieder da bist. In der Schlussphase schafften es die Schöneberger dann durch sehenswerte Treffer (Zachi, otTO) den Vorsprung bis zum Endstand von 36:26 hochzuschrauben.

Die dritte Vertretung gewann im Endeffekt völlig überraschend gegen den Tabellenführer aber verdient und dazu noch symmetrisch beide Halbzeiten mit 18:13. Das ist ein tolles Ergebnis, nachdem gegen Preußen in der Woche zuvor die Punkte noch hart erarbeitet werden musste. Zugleich stellt sich die Frage, ob Turnsport aufgrund des gesicherten Aufstiegs mit voller Spannung in die Partie gegangen war. Letztlich will aber keine Mannschaft und schon gar nicht im „Heimspiel“ mit zehn Dingern verlieren. Zudem merkte man dem Gegner nach Abpfiff eine gewisse Bedrücktheit an. Diese verflog im Zuge der anschließenden Feier an der Halle dann aber schnell.

Die Ruchlosen gratulieren zum Aufstieg und freuen sich ihrerseits über die Punkte. Anzumerken bleibt, dass es nach dem Hinrundenspiel gegen Hellersdorf der zweithöchste Saisonsieg war, so dass die Ruchlosen den Heimweg mit einem zufriedenen Lächeln antraten. Es ist Frühling. Kann es denn noch besser werden?! Nun ist wieder ein bisschen Pause. In zwei Wochen gibt es dann das letzte Heimspiel gegen die Zweite von Polizei. Selbstverständlich seid Ihr alle herzlich eingeladen, diesem Ereignis beizuwohnen. Kommt vorbei: Samstag, den 30. April um 18 Uhr auf dem Geisberg.

Bis dahin: Hugs and kisses to all of you. Tschüss, Ihr Hippies.

Statistik:

Christian Cremer, Jörg Reichwald (7/3), Jörg Brieger (6), Matthias Kölling (5/4), Nico Swientek (5), Benjamin Geckle (3), Fabian Sta… [kann man nicht lesen; Wer hat das Protokoll ausgefüllt??? ...chowiak] (2), otTO Erdmann (2), Niels Partie ey (2) Marco Krause (1), Winand Sabelberg (1), Zacharias Ahmed (1), Tilman Wiesner (1)

Turnsport 11 - SG OSF Berlin III
26:36 (13:18)