Spielbericht
BFC Preussen   vs.   1. Männer

27.04.2016

SG OSF siegt mit Mühe gegen den BFC Preußen

BFC Preussen

BFC Preussen

21 - 26
SG OSF Berlin

1. Männer

Im drittletzten Saisonspiel bekleckert sich die SG „auswärts“ beim BFC Preußen nicht unbedingt mit Ruhm und setzt sich am Ende etwas deutlicher als der Spielverlauf hergibt mit 21:26 (12:14) durch. Diesen Umstand verdanken sie am Ende zwei Ex-Preußen mit sehr starken Leistungen.

Im Gegensatz zu den Spielen in den vorherigen Wochen liefen die Preußen mit einem recht breiten Kader auf, lediglich Patrick Hanisch und damit keine ganz unwichtige Stütze des Rückraums der Preußen fehlte. Bei der SG fehlte nur der erfolgreich operierte Marcel Buchholz, ansonsten standen nominell bis auf den unter der Woche stets abwesenden Manuel Frank zur Verfügung. Nachdem man auf Seiten der SG noch kurzfristig von einem Schiedsrichterwechsel für die bevorstehende Partie erfuhr, schien man sich in Sicherheit zu wiegen, anders ist der Auftritt der Mannschaft vor allem in den ersten 30 Minuten nicht zu erklären.

Der Rückraum der Preußen um Klein, Henckel und vor allem Bachmann konnte schalten und walten wie er wollte, ohne dass die Defensive der Schöneberger – insbesondere der Innenblock - darauf irgendeinen Zugriff fand.Man konnte sich bei Marvin Rothe bedanken, dass man nicht leichter und deutlicher in Rückstand geriet.

Offensiv gelang dazu erneut nicht allzu viel. Da die SG die Schuld nicht auf das Spielgerät schieben kann, welches in etwa dem aus den eigenen Heimspielen gewohnten und heiß geliebten Ball entsprach, muss man die Fehler dort wohl woanders suchen.

Es lag einmal mehr an mangelnder Tiefe im Spiel der Schöneberger, die außerdem den Ball wieder nicht schnell genug laufen ließen und sich zu früh in Halbchancen aufrieben. Zudem stach der Schachzug der Preußen, mit dem jahrelangen drittligaerfahrenen Innenblockspieler Bachmann die rechte Angriffsseite der SG kaltzustellen. Die Gäste ließen auch den ein oder anderen völlig freien Ball zuviel liegen, was zu den ersten Personalwechseln führte. Überdies stellte man zunehmende Beschäftigung mit eben den Unparteiischen fest, über die man sich zu Spielbeginn noch erfreut gezeigt hatte, was sich wiederum ebenfalls nicht positiv auf die Verteilung kritischer Pfiffe wie etwa der meterweiten Verteidigung durch den Kreis auswirkte. Das hätte man sich durchaus denken können, es schien aber neu zu sein. Kurzum: Es lief wenig bis gar nichts zusammen.

Nachdem dann auch der mögliche letzte Angriff zum Ausgleich kurz vor Ende vertändelt und sich noch ein Gegenstoß 3 gegen null gefangen wurde, sah man sich einem 14:12 zur Halbzeitpause gegenüber.

In einer durchaus emotionalen Rede (einige der Spieler inklusive Trainer haben ja eine gewisse Verbundenheit zum Gegner vorzuweisen) wurde eingefordert, sich langsam auf das Wesentliche zu besinnen und den Karren aus dem Dreck zu ziehen. Erneut rotierte das Personalkarussell und so sah sich nun Julien Groenendijk der undankbaren Aufgabe gegenüber, hinter einer mehr schlecht als recht stehenden Deckung zu retten, was eben zu retten war.

Was dann kam, liest sich wie und sah auch ein wenig nach einer Kopie der zweiten Hälfte des Hinspiels aus. Die Abwehr wenigstens in der ersten Viertelstunde weiterhin wenig bis gar nicht existent, konzentrierte sich nun darauf, den Rückraum der Gastgeber vermehrt abzumelden und stattdessen den bekanntermaßen starken gegnerischen Kreis zu Abschlusschancen zu verhelfen. Diese bekam der vermutlich noch leicht angeschlagene Pahlen (Glückwunsch zum Examen an dieser Stelle) auch zuhauf, ließ jedoch – ob bedrängt oder frei zum Abschluss kommend – durchaus Einiges gegen Punktsieger und Spielverderber Groenendijk liegen. Dass die Schöneberger Deckung diesen durchaus hart bearbeiten konnte und nun im Gegenzug für die Preußen der ein oder andere Pfiff ausblieb, ist dann wohl als Entschädigung der Unparteiischen für die Bevorzugung der Preußen aus der ersten Hälfte zu werten.

Im Angriff drehte bei der SG ein weiterer Ex-Preuße Moritz Weber auf und überzeugte mit starken Abschlüssen sowohl aus dem Winkel als auch vom 7-Meter-Punkt. Nur ein Fehlversuch (und die Latte rettet ja bekanntermaßen) stand bei ihm am Ende zu Buche, der offenbar gegen seine Ex-Clubs immer die stärksten Leistungen bringt. Hoffen wir auch in Anbetracht auf das nächste Wochenende auf das Beste.

Da auch Justus „Sniper“ Neeb trotz anfangs der zweiten Halbzeit angetäuschter Schmerzen im Oberschenkel immerhin noch soviel Power hatte, um selbst in den Schlussminuten durch das entschlossene Ziehen in die Lücken, wo es wehtut (ja, richtig gelesen), noch mehrere 7-Meter herausholte und darüber hinaus durch feine Pässe oder Doppelpässe mit Torwart und Gegenspielern die Defensive als auch Fabio Baumert, dem er die entscheidenden Bälle stets vor der Nase wegnahm, entnervte, geriet der letztendlich noch recht klar gewordene Sieg der Schöneberger nicht mehr in Gefahr.

Am Ende hieß es 21:26 und zwei weitere Punkte auf dem Weg zum erklärten Ziel Platz 2 in der Ostsee-Spree-Liga.

Eine Aufgabe ganz anderen Kalibers wartet auf die verbleibenden, einsatzfähigen Schöneberger am kommenden Samstag um 18 Uhr in der Stadtsporthölle Ludwigsfelde beim Viertplatzierten der Tabelle. In den letzten Jahren stets mal mehr, mal weniger unglücklich ohne Punkte die weite Reise in die Hauptstadt zurück angetreten, wäre es durchaus an der Reihe, dort auch einmal wieder zu zeigen, dass man auch schönen, kämpferischen und erfolgreichen Handball spielen kann.

Warum also nicht dieses Mal?

Zuschauer sind wie immer gerne gesehen, wenn die Mannen um Coach Schwabe versuchen wollen, Zählbares aus dem letzten Auswärtsspiel der langen Saison zu entführen. Dazu wird allerdings eine deutlichste Leistungssteigerung benötigt. Pack mas!

BFC Preussen - SG OSF Berlin
21:26 (14:12)

Aufstellung:
Moritz Weber (9/4), Philipp Böttcher (3), Justus Neeb (3), Marius Wessel (3), Philipp Wieschollek (2), Fabio Baumert (2), Robert Kohrs (2), Maik Clausen (1), Quoc Cuong Le (1), Tobias Erdmann