Spielbericht
SG NARVA Berlin II   vs.   3. Männer

08.05.2016

Pieces of Candy

SG NARVA Berlin

SG NARVA Berlin II

28 - 27
SG OSF Berlin

3. Männer

 Liebe Hippies,

in den letzten Monaten haben wir den Spielbetrieb der Ruchlosen regelmäßig und mit größter Sorgfalt schriftlich und teilweise sogar videobasiert garniert, was dem einen oder anderen Konsumenten sogar die komplette Mittagspause gekostet hat. Deshalb möchten wir uns zunächst für den ausgebliebenen Bericht vom Spiel gegen Polizei II entschuldigen; einerseits, weil Regelmäßigkeiten ohne Regelmäßigkeit keine Regelmäßigkeiten sind und andererseits, weil sich schon ein mannschaftsinternes Rumoren aufgrund der ausbleibenden Dokumentation aus den Tiefen der sozialen Medien erhoben hat. Wegen des genialen Wetters der letzten Tage hatte die Redaktion aber leider Hitzefrei und ging draußen spielen. Um der Begegnung gegen das Tabellenschlusslicht dennoch ein wenig Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, beginnen wir mit ein paar Zeilen zu diesem Spiel. Danach widmen wir uns dann dem Saisonabschluss gegen NARVA II.

 

Kühe-Bullen-Schweine:

Gefühlt stand die zweite Betriebsmannschaft des Helfers in blauer Farbe die gesamte Rückrunde im Tabellenkeller bzw. an der Kellerwand ganz hinten in der Ecke und war im vorletzten Saisonspiel gegen die dritte Mannschaft der SG OSF bereits rechnerisch abgestiegen. Personell dünn besetzt – es steht zu vermuten, dass viele der Akteure zum Dienst, d.h. zum Spielen in der Walpurgisnacht abgestellt worden waren – zeigten sich die jungen Spieler von Polizei in der ersten Halbzeit noch kämpferisch. Nach mäßigem Beginn setzten sich die Guten zur Halbzeit mit 13:8 ab. Gut in Form zeigte sich J.R., der im Laufe des Spiels 11 Treffer beisteuerte und mal wieder demonstrierte, dass körperliche Haltbarkeit keine Frage des Alters ist.

 

In der zweiten Halbzeit zeigten die Ordnungshüter dann ihr deutliches Defizit in Sachen konditioneller Grundausstattung. Den Schönebergern reichten 20 gute Minuten, um den Sack zu zumachen. Gegen Ende des Spiels fiel die Spannung dann etwas ab, weshalb Polizei zu einigen weiteren Bonustreffern kam. Am Ende fuhren die Ruchlosen einen ungefährdeten 30:17-Erfolg und zwei weitere Punkte ein. Very Lovely! 

 

 

Ich mag Marc

Es ist (oder war) die Zeit der Feiertage. Nach erstem Mai und Christi Himmelfahrt folgte am vergangenen Sonntag Muttertag. Nicht wenige Akteure schlitterten durch die Ansetzung gegen NARVA II zur besten Mittagszeit (14h) in ein kleines Dilemma: Lieber den sonntäglichen Kater gemütlich im engsten Bekanntenkreis in aller Ruhe aussitzen oder wilde Fahrradtouren mit Mama machen?!? Letztlich entschieden sich erstaunlich viele Spieler der letzten Partie dieser Landesliga-Saison gegen die feschen Boys vom Crystal Palace beizuwohnen. Diesen Umstand könnte man aber auch irgendwie als Liebeserklärung an den ebenso feschen und zudem smarten Coach Marc Ruch deuten. Wie auch immer: Der Übungsleiter konnte auf einen vollen Kader zurückgreifen, was auch für seinen Compagnon auf der Gegenseite galt.

Die Ausgangslage war durchaus interessant: Mit einem Auswärtssieg konnten die Schöneberger sogar noch auf Platz 3 vorrücken. Gleichzeitig hatte NARVA die Möglichkeit, mit zwei weiteren Punkten den vierten Tabellenplatz zu belegen und die Guten auf Platz 5 zu schubsen. Zudem wollte sich die Heimmannschaft zum Saisonausklang bestimmt nicht mit einer Niederlage in eigener Halle begnügen und die Gäste ihren Wochenendausflug wiederum auch nicht mit leeren Händen beenden. Es waren also genug Motivation und Spannung auf beiden Seiten vorhanden, um dem Spiel die nötige Würde zu verleihen. Dass das letztendliche Ergebnis dann leider die unschönere Platzierungsvariante bedeutete, sei schon mal notiert.

NARVA erwischte den deutlich besseren Start und nutzte die Fehler des noch desorientiert wirkenden Mittelblocks der Gäste, um mit 0:3 in Führung zu gehen. Die Ruchlosen zeigten sich davon jedoch wenig beeindruckt und kämpften sich zurück. Die spielerischen Konzepte blieben an jenem Tag zwar weitestgehend erfolglos. Dafür fielen Treffer nach Einzelaktionen, durch das Zusammenspiel mit dem Kreis oder gar nach Tempogegenstößen. Nach einem zwischenzeitlichen Stand von 2:4 war beim 5:5 alles wieder auf Ausgang. Es entwickelte sich eine nicht immer ansehnliche, dennoch intensiv und temporeich geführte Partie.

Die Schöneberger Abwehrreihe bekam nach ein wenig Anfangsmüdigkeit nun besseren Zugriff auf ihre Gegenspieler und NARVA sah sich des Öfteren zum Abschluss aus ungünstigen Positionen gezwungen. Das Torwartduo, bestehend aus Adel V.v.F. und Lehrkröper Christian, hatten in ihren Paraden allerdings häufig Pech und der Ball rutschte unverhofft durch Finger und/oder Beine ins Netz. Auf der anderen Seite waren es Swientek Jr. und J.B., die durch viele 1. vs. 1. Situationen für Tore sorgten. Außerdem hatte man mit J.R. einen bis dato sicheren Schützen vom Strich. Die Gäste gingen beim 7:6 erstmals in Führung, schafften es allerdings nicht, sich weiter abzusetzen (10:10) und mussten zum Halbzeitpfiff beim Stand von 15:16 die Führung wieder abgeben.  

Trainer und Spieler waren mit der bisherigen Darbietung dennoch durchaus zufrieden. Das Tempo von NARVA konnte mitgegangen werden. Trotz fehlendem Haftmittel blieben die sonst obligatorischen technischen Fehler weitestgehend aus. Hinsichtlich der Abschlüsse gab es nur wenig zu bemängeln. Durch das nicht wenig bekannte Abwehr-Angriff-Wechselspielchen mit gleich vier Spielern sollte die Offensive nun mehr Durchschlagskraft erhalten und die Defensive ihren stabilen Verbund nicht einbüßen.

Erneut war es aber die Heimmannschaft, die nach Wiederanpfiff den besseren Start erwischte. NARVA nutzte einige Unkonzentriertheiten des Gegners konsequent aus und setzte sich nach 40 Minuten mit sechs Toren ab (16:22). Coach Marc Ruch unterband den Lauf mittels Timeout und stellte taktisch und personell erneut um.

Zunächst stellten sich die Unparteiischen mit teils doch arg schwierig nachvollziehbaren Entscheidungen auf beiden Seiten aber in den Vordergrund. Dadurch kam nun auch NARVA in gewisser Regelmäßigkeit zu Strafwürfen. Zudem dezimierten sie die Ruchlosen durch Zeitstrafen. Trotz erschwerter Bedingungen steckte die dritte Vertretung nicht auf und zeigte sich weiterhin guten Willens, das Spiel doch noch zu drehen. Große Unterstützung kam dabei vom Lehrkörper Christian, der durch tolle Paraden sein Team zurück ins Spiel brachte. Im Angriff waren es vor allem J.B. und Shorty mit Einzelaktionen sowie One-Hand, der auf der rechten Außenbahn mehrmals toll frei gespielt werden konnte. Der Rest war Formsache. Über die Zwischenstände 18:22 und 20:23 erzielten die Guten beim 23:23 den Ausgleich.

In der Schlussphase gingen die Gäste sogar in Führung, bevor NARVA mit einem Doppelpack zurückschlug (25:26). Der warmen Halle und der rasanten ersten Halbzeit geschuldet, war es aber nicht mehr der ganz große spielerische Schlagabtausch. Immerhin war beiden Mannschaften der Siegeswille anzumerken. Die erfahrenen Spieler des Gastgebers spielten ihren Stiefel herunter und erzielten im Angriff sichere Tore, die umgehend von den nicht weniger routinierten Schönebergern ausgeglichen wurden.

So lautete der Spielstand 30 Sekunde vor Ende 27:28 für NARVA und die Guten waren im Ballbesitz. Der Autor meint sich zu erinnern, dass es J.B. war, der sich einmal mehr auf Halblinks durchtankte und von seinem Gegenspieler nur noch per Foul gestoppt werden konnte. Die Schiedsrichter entschieden auf Strafwurf und Zeitstrafe. J.R., der ebenso wie One-Hand bereits einmal vergeben hatte, trat auf Zuruf von Coach Marc Ruch an. Leider spielten ihm beim nun 8. Strafwurf für die Schöneberger die Nerven einen erneuten Streich. Der gut aufgelegte Torhüter parierte. Der Abpraller wanderte zwar erneut in den Besitz der Ruchlosen. Nach abermaligem Foul wenige Sekunden vor Schluss konnte der Freiwurf auf halbrechter Position von J.B. jedoch nicht verwandelt werden. Es blieb beim 28:27 für die Falschen.

Zum Saisonausklang gelang beiden Mannschaften ein über weite Strecken gutes Landesligaspiel, in welchem sich die Dritte erfreulicherweise immer wieder zurückkämpfen konnte. Leider blieb die Belohnung aus. Dadurch belegen die Ruchlosen am Ende der Spielzeit 2015/16 mit 26 Punkten (Abteilung Recherche: 2 Punkte mehr als vor zwei Jahren!) den fünften Tabellenplatz.

Ein ausführlicher Saisonrückbick mit Fazit soll demnächst noch folgen. Nur so viel schon mal vorab: Die Mannschaft bedankt sich ganz herzlich bei den Menschen, die in den Heimspielen bereitwillig Kampfgericht gemacht haben. Wir wissen, dass es ist nicht immer so ganz ansehnlich ist, was da auf dem Platz passiert. Vielen Dank für Euren Einsatz. Dann noch ein großes Dankeschön an die Schlachtenbummler_innen mit Dauerkarte, sowohl für Heim- als auch für Auswärtsspiele. Es ist immer schön, wenn ein paar bekannte Gesichter auf den Tribünen zu sehen sind. Ebenso vielen Dank an die Leser_innen und die Rückmeldungen. So wissen die Autoren, dass das alles hier nicht ganz für Katz ist. Und zu guter Letzt natürlich schon mal vielen Dank an Marc, der sich trotz des ganzen Kopfschüttelns immer wieder aufgerafft hat, um bei den Einheiten in der Halle zu stehen. Du weißt, wir haben dich lieb!

In diesem Sinne, erst einmal bis gleich. Wir melden uns bei Euch. Jetzt erst mal raus und die Pfingstsonne genießen! Tschüss, Ihr Hippies.

Statistik:

Christian Cremer, Vincent von Frankenberg, Jörg Reichwald (5/5), Jörg Brieger (4), Marco Krause (3), Zacharias Ahmed (3), Matthias Kölling (3/2), Nikolai Krewenka (2), Nico Swientek (2), Gregor Herdmann (2), Hendrik Schmidt (1), Benjamin Geckle (1), Tilman Wiesner (1), Luka Bender

SG NARVA Berlin II - SG OSF Berlin III
28:27 (16:15)