Spielbericht
Z 88   vs.   2. Männer

24.09.2016

Stay positive

Z 88

Z 88

27 - 26
SG OSF Berlin

2. Männer

Liebe Gemeinde,
 
nach zwei Auftaktsiegen mussten die 2. Männer der SG OSF einen Schlag vor den Bug hinnehmen. Bei Z88 in Zehlendorf kassierten die Schöneberger eine knappe 27:26-Niederlage.
 
Die Gastgeber aus Zehlendorf hatten einen unerfreulichen Saisonstart. Zwei denkbar knappe Niederlagen standen auf der Nicht-Haben-Seite. Die zweite Wahl Schönebergs hingegen kam mit weißer Weste in den Südwesten und in dem Bestreben die nackten Zahlen von Haben und Nicht-Haben entsprechend auszubauen. 
 
Problematisch, das war im Vorfeld klar, war für die Schöneberger der Umstand, dass der Kader besser hätte bestückt sein können. Die Sportskameraden Römer, Böttcher weilten im Fronturlaub, während Kollege Höfer wiederum den Macken seiner Wade Tribut zollen musste. Ein Scheißding aber auch. Abgesehen war der Gegner auch nicht zum Spaßen aufgelegt und durchaus mit kampferfahrenen Recken bestückt.
 
Ein enges Spiel, ja eine Charakterfrage wurde angekündigt. Beides sollte sich als zutreffend erweisen. Auch wenn das Protokoll dem Verfasser nicht vorliegt: Eng war es gefühlt die ganze Zeit. Enger hätte es letztlich auch nicht ausgehen können. Mit einem Tor unterlegen. Ein Tor, dass in der letzten Sekunde – noch dazu aus dem Nullwinkel von Außen in die kurze Ecke – gefallen war. Wenn man so will (rhetorische Floskel), war dieses Tor sinnbildlich. Viel zu schwer taten sich die Gäste mit dem Tore werfen im Allgemeinen, viel zu leicht kamen die Zehlendorfer zu Erfolgen. Das hatte insgesamt weniger mit fehlendem Charakter als mit fehlendem Können zu tun. Subjektiv gesehen, versteht sich.
 
Einige ebenso subjektiv zusammengefasste Gründe für die Niederlage im Schnelldurchlauf:
Kaum Zugriff in der Abwehr, insbesondere Konfusion im 5:1-Verhalten, zwar viel Bewegung mit Auslösehandlungen und dementsprechendes Bewegen der Abwehr, aber zu wenig Ertrag: Wurfquote nur durchschnittlich und viel zu wenig Tiefe in Durchgang Zwei, zwar nur ein verworfener Siebenmeter, aber demzufolge immer noch einer zu viel, ein nicht vorhandenes Kreisläufer(zusammen)spiel, ein paar körperliche Probleme bei den ohnehin nicht vielen verbliebenen Aktiven, ein zu dünner Kader, um ordentlich nachladen zu können und Improvisationsnot bei der Positionsfindung. Nachlassende Konzentrationsfähigkeit bei zunehmender Belastung. Und die vielleicht daraus resultierende, fehlende Cleverness ein Unentschieden am Ende zur Not auf Teufel komm raus zu sichern. Zumindest den Angriff, der die Chance auf den Siegtreffer beinhaltet, wirklich so lange zu spielen, bis es nicht mehr geht. Auf gar keinen Fall aber den Ball nochmal dem Gegner überlassen, der dann aus einer Null-Situation den nicht unverdienten Siegtreffer erzielt. Das liegt bitter im Magen. Ist aber auf der anderen Seite schon ganz anderen passiert.
 
Ob und wie diese Gründe ein Einzelphänomen oder Ausdrücke eines Versagens aller Beteiligten oder vielleicht auch gar nichts von beidem sind, kann nicht abschließend beantwortet werden. Auch kann die Perspektive dieser Saison nicht abschließend beantwortet werden.
Der Verfasser ist der bescheidenen Meinung, dass das Spiel – aller ungünstigen Voraussetzungen zum Trotz – in jedem Falle hätte aber sowas von (!) gewonnen hätte werden können.
Mit ein bisschen weniger Murks und ein bisschen mehr Mumm, ein bisschen weniger Hektik und ein bisschen mehr Konzentration, ein bisschen weniger latenter Anti-Stimmung und ein bisschen mehr Spaß am Zuppeln, ein bisschen weniger Doofheit und ein bisschen mehr Cleverness.
Aber hätte, wenn und aber: Alles nur…Genau. Ist ja nun auch nicht so, dass der Gegner perfekt gespielt hätte.
 
Am kommenden Sonntag erwarten die Schöneberger Tabellenprimus Preussen II aufm Geisberg. Spätestens hier wird es nächste Erkenntnisse bzgl. der oben aufgeworfenen Fragen geben. Wenn die Zwote nicht aus dem mentalen Konjunktiv, dem „eigentlich“- und „aber“-Denken herausfindet, dürfte das ziemlich unerfreulich werden.
Sollte sie die richtigen Schlüsse ziehen und mit voller Kapelle auflaufen dürfen, Preussen wegrotzen und danach guten Gewissens wieder freudiger dreinblicken können, wird man wohl im Nachhinein von einem Schuss vor den Bug zur rechten Zeit sprechen dürfen.
 
Anpfiff ist am Sonntag um 18:45 Uhr. Wer nach dieser düster dramatischen Einleitung nicht dabei sein will, ist selbst schuld.
Big Drama. Enjoy. :-)
 
In der Statistik fehlen:
Julian Tiedtke
Hagen Wey (TW)

Z 88 - SG OSF Berlin II
27:26 (16:15)

Aufstellung:
Felix Volz (TW), Martin Eitner (7/2), Hendrik Schmidt (5), Jörg Reichwald (4), Manuel Manteuffel (4), Benjamin Noichl (4), Zacharias Zawierucha (2), Steffen Giebeler