Spielbericht
SCC   vs.   3. Männer

24.09.2016

Der grätschende Landwirt

SCC

SCC

19 - 27
SG OSF Berlin

3. Männer

Mazel Tov Ihr Hippies,

der dritte Spieltag der Stadtliga B hielt bereits ein erstes kleines Spitzenspiel bereit. Die dritte Mannschaft der SG OSF gastierte beim Bezirksnachbarn SC Charlottenburg. Beide Teams starteten erfolgreich mit zwei Siegen in die Saison und rangierten zusammen mit Eintracht Berlin an der Tabellenspitze.

Vor Spielbeginn zeigte sich einmal mehr der personell gut und tief aufgestellte Kader der Schöneberger. Denn obwohl Shorty, CoGo und Jussi urlaubsbedingt abwesend waren, konnte Coach Marc Ruch auf eine volle Mannschaft zurückgreifen, rotierte gar den angeschlagenen Gregor H. sowie Niels (bis-fünf-Uhr-morgens) Partey aus. Letzterer half in der vierten Mannschaft der SG aus und erhielt dort weitere Spielpraxis. Sein Saisondebut durfte dafür Winand am Kreis feiern, Allzweckwaffe Mr. Geckle rutschte in den linken Rückraum und J.B. besetzte die fehlende Mitteposition. Die Frage, wie und warum es so viele von den Ruchlosen gibt, ist schnell beantwortet: Ist halt einfach eine geile Mannschaft!

Aber zum Spiel: Die dritte Vertretung begann zunächst mit der vermeintlich besser funktionierenden 6-0-Abwehrformation und J.B. leitete die Geschicke im Angriff von Beginn an. Die ersten Treffer fielen auch gleich für die Guten. Jedoch zeigten sich die Charlottenburger von der 2:0 Führung nur wenig beeindruckt und glichen zunächst zum 3:3 aus, um dann selber mit 3:5 nach zehn gespielten Minuten in Front zu liegen. Eine kleine Randnotiz: In der Anfangsphase überrempelte der eifrige Felle den allein pfeifenden Schiedsrichter auf der rechten Außenbahn. Im Anschluss musste sich der Akteur recht unfreundliche Aussagen des Referees anhören. Ein wenig komisch, da solche Zwischenfälle sicherlich nicht ganz schön sind und ggf. auch etwas weh tun können, allerdings im Eifer des Gefechtes nun einmal geschehen können. Wie jeder Spieler sollte auch der richtende Spielleiter auf das Gesamtgeschehen achten - was im Grunde ja seine Hauptaufgabe ist. Just saying!

Nach der SCC -Führung riss beim Übungsleiter Marc Ruch der ohnehin nicht lange Geduldsfaden und der Gentleman an der Seite zog die Grüne Karte, um seinen Schützlingen ins Gewissen zu reden. Mit veränderten Abwehr, fortan als 5-1-Formation agierend, und einem personellen Wechsel mit Ilse auf der Mitte ging es weiter. In Folge spielten die Ruchlosen ihre zahlreichen Spielkonzepte erfolgreich durch und ein 5-Tore-Lauf sicherte die zwischenzeitliche Führung (9:6). Aus dem Spiel heraus trafen, teils recht sehenswert, Two-Times auf Außen und Mr. Geckle aus dem Rückraum, allerdings verwarf letztgenannter einen Strafwurf und setzt die Pille gleich neben das Tor. Ähnliches war bereits einen Spieltag zuvor passiert und die Ruchlosen würden in Zukunft gut daran tun für eine erhöhte Sicherheit vom Punkt zu sorgen (die Ergebnisse eines mannschaftsinternen Shootouts wurden noch nicht berücksichtigt).

SCC hatte wiederum sichtlich Probleme im eigenen Angriffsspiel und konnte ihren einzigen gefährlichen Schützen aus dem Rückraum nur selten in aussichtsreiche Position bringen. Zwar kamen sie bis auf einen Treffer heran, die letzten Minuten der ersten Hälfte gehörten jedoch den Gästen und die Guten sicherten sich eine 13:10 Halbzeitführung.

Die kurz gehaltene Kabinenansprache beinhaltet vor allem das Eruieren von etwaigen Möglichkeiten zur Besserung des eigenen Angriffsspiels. Denn nach Umstellung der Abwehr und weiteren 5 Gegentoren innerhalb von 20 Minuten zeigte sich der Übungsleiter mit der Defensivarbeit seiner Crew recht zufrieden. Die 13 Treffer auf der Habenseite hingegen legte Coach Marc Ruch als eine zu geringe Ausbeute aus und forderte von seinen Spielern erhöhte Konzentration und die nötige Konsequenz im Torabschluss. Zu viele gute Möglichkeiten wurden im ersten Durchgang ausgelassen, zudem sollte weiterhin viel auf die vorhandenen Spielkonzepte gesetzt werden.

Zu Beginn der zweiten Hälfte durften sich dann zunächst Swientek Jr. und High Tower auf den Halbpositionen probieren. Die personellen Veränderungen verfehlten ihre Wirkung nicht. Während die Abwehr weiterhin sicher stand und SCC nur wenig Torgefahr ausstrahlte, fand Swientek Jr. Spaß am Tore schmeißen und steuerte insgesamt fünf Treffer zum Endergebnis bei. Zwar gestalteten sich die ersten Minuten bis zum 15:12 noch ausgeglichen, doch anschließend bauten die Schöneberger ihre Führung konsequent aus. 19:13 und 23:16 waren weitere Zwischenstände.

Nach ca. 45 gespielten Minuten kam es dann zu einer unschönen Szene. SCC ergatterte sich in der Abwehr den Ball und einer der Protagonisten – der bereits in den vorherigen Spielminuten für ein paar unnötige Szenen gesorgt hatte – lief den resultierenden Tempogegenstoß frei auf das von Lehrkörper Cremer gehütete Tor zu. Ob der Wurf nun absichtlich oder aus schierer Unfähigkeit den Kopf des Torhüters traf, sei mal dahingestellt. Der Goalie ließ nach dem Kopftreffer jedoch seine Contenance vergessen und attackierte den Gegenspieler sowohl verbal als auch physisch in Form von Wegschubsen. Dieser war ebenfalls ganz schnell auf 180 und mit der sicherlich nicht ganz korrekten Form des Feedbacks einverstanden, weshalb er sich ebenfalls per Schubse revanchierte. Ehe die Streithähne sich gänzlich in die Wolle bekamen, waren bereits erste Spieler beider Mannschaften an Ort und Stelle, um die Situation zu beruhigen. Besten Kumpels werden die beiden wohl trotzdem nicht mehr. Stattdessen verlagerten sie ihren Disput auf die Zuschauertribüne, wo der SCCler noch einmal seine ganze Klasse als Sportsmann der schlechteren Art darbot. Egal: Schnittchen u.a.!!!

Nach der obligatorischen Hinausstellung beider Teilnehmer entschied der Schiedsrichter das Spiel mit einem Strafwurf für SCC wieder aufzunehmen. Eine doch etwas merkwürdige Entscheidung, wenn man bedenkt, dass der Spieler weder im TG noch bei dessen Abschluss regelwidrig behindert worden ist. Es war bei Weitem nicht die einzige, zumindest diskussionswürdige Entscheidung an diesem Abend. Umso unaufgeregter wurde die Schlussphase nun heruntergespielt und die Ruchlosen erfreuten sich bei einem Endstand von 27:19 an zwei weiteren Punkten.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben sich die Ruchlosen im Verlauf des Spiel gefangen und einen sicheren Sieg eingefahren. Die Abwehr stand über weite Strecken sicher, fünf der 19 Gegentore resultierten aus Strafwürfen. Wenn man die teilweise unnötigen Fouls unterbindet, kann in der eigenen Defense richtig Beton angerührt werden. Weniger als 15 geworfene Tore pro Halbzeit sind sicherlich ausbaufähig. Etwas mehr Zug zum Tor und die letzte Konsequenz im Abschluss würde diesbezüglich Abhilfe schaffen. Insgesamt war es aber ein solider Auftritt der Schöneberger.

Die derzeitige Tabellenkonstellation hält für den kommenden Spieltag bereits das nächste Spitzenspiel bereit, denn dann gastiert der Klassenprimus auf dem Geisberg. SC Eintracht Berlin gewann ebenfalls die ersten drei Spiele deutlich und wird mit viel Selbstvertrauen anreisen. Beim Spiel beste Abwehr gegen bester Angriff können die Ruchlosen ganz gut Unterstützung gebrauchen. Also, schaut vorbei am kommenden Samstag um 19:30 Uhr.

Ansonsten gilt: Genießt den Herbst! Tschüss Ihr Hippies.

Statistik:

Christian Cremer, Markus Swientek, Nico Swientek (5 Tore), Felix Menge (5), Jörg Brieger (4), Benjamin Geckle (4), Matthias Kölling (3), Luka Bender (2), Stefan Meyer (1), Fabian Stachowiak (1), Simon Beckmann (1 und drei Döner!), Winand Sabelberg, Tilman Wiesner

SCC - SG OSF Berlin III
19:27 (10:13)