Spielbericht
Rostocker Handball Club   vs.   1. Frauen

16.10.2016

Maximal unter die Räder gekommen

Rostocker Handball Club

Rostocker Handball Club

34 - 25
SG OSF Berlin

1. Frauen

Vergangenen Sonntag mussten die First Ladies um Trainer Jens Dannies beim Rostocker HC eine herbe Niederlage hinnehmen. Nach katastrophalen 10 Minuten Ende der ersten Halbzeit konnte der daraus resultierende Abstand nicht mehr aufgeholt werden. Das Spiel endete 34:25 (21:12).

Nach einem ordentlichen Spiel eine Woche zuvor gegen den Berliner Konkurrenten aus Hermsdorf war die Stimmung in der Trainingswoche – zurecht – gut, die Trainingsbeteiligung zufriedenstellend und das Team zuversichtlich ob der folgenden Aufgabe. Ausgeschlafen und mit fast voller Kapelle ging es um 12:00 Uhr mit dem Bus vom Sachsendamm aus Richtung Norden, eine Protagonistin stieß noch vor Ort dazu. Verzichtet werden musste nur auf J. Eisold, dafür standen D. Juda und C. Friedrich wieder zur Verfügung und komplettierten den Rückraum um E. Gerspach und K. Hinz.

Ungewohnt wach und engagiert gelang der Start in den ersten Durchgang. Die Stärke der Damen aus Rostock, der Gegenstoß, sollte nicht ins Rollen kommen, sodass das Hauptaugenmerk auf dem Umkehrverhalten lag. Durch gute Kombinationen und energische Einzelleistungen konnte ein Vorsprung über 3:5 auf 5:10 herausgespielt werden. Ein erstes Gefühl der Sicherheit stellte sich auf der Bank ein, wir sollten aber eines besseren belehrt werden: die im Durchschnitt deutlich jüngeren Damen des HC ließen sich nicht sonderlich beeindrucken und holten nach einer deutlichen Ansage im Team-Time-Out Tor für Tor durch clevere Angriffe und eben das für uns gefährliche Tempospiel auf. Technische Fehler wurden humorlos bestraft und innerhalb kürzester Zeit war der Vorsprung egalisiert – die Zuversicht schwand. Die folgerichtig genommene, einminütige Pause unserseits brachte leider nicht die gewünschte Initialzündung, wie sie unsere Gastgeber uns kurz vorher eindrucksvoll demonstriert hatten, sondern degradierte uns im weiteren Verlauf des Spiels zum passiven Mitspieler oder auch Zuschauer. Hinzu kam noch eine folgeschwere Verletzung von Rückraumgarantin K. Hinz, für die der Spieltag damit gelaufen war. An dieser Stelle gute Besserung und schnellstmögliche Genesung! Nach einem Zwischenspurt der Rostockerinnen, den wir durch einfache Ballverluste und vielen individuellen Fehlern umfangreich unterstützen und der uns einen Rückstand von 9 Toren bescherte, waren wir auch nochmal erfolgreich. Schlussendlich stand beim Pfiff der Unparteiischen zur Pause ein unverständliches und bitteres 21:12 zu Buche.

Die Aufgabe für den zweiten Durchgang wurde deutlich kommuniziert. Der Schock saß zwar tief, sollte aber für die kommenden 30 Minuten überwunden und vergessen werden. Gesagt, fast getan. Der erste Treffer gelang Rostock, bevor wir mit drei Zählern in Folge nachlegen konnten. In den folgenden Minuten wurden einige Chancen im Angriff herausgespielt und von diesen zu viele fahrlässig liegengelassen. Die kurz vorher gegebenen Anweisungen konnten nicht hinreichend umgesetzt werden, sodass Rostock nahezu mühelos den Abstand von 9 Toren wieder herstellen konnten. Für Kuriosität sorgte Mitte der zweiten Halbzeit noch die dritte Herausstellung von E. Gerspach mit der folgerichtigen roten Karte. Bestraft wurden in dieser Situation beide Akteurinnen, beide Strafen waren völlig unverständlich und konnten auch beim  freundlichen Nachfragen nicht erklärt werden, zumindest nicht hinreichend. Schade, kann nämlich helfen! Sicherlich ist es müßig bei deutlichem Spielausgang Schiedsrichterentscheidungen zu kritisieren, jedoch war diese Entscheidung so absurd, dass sie zumindest eine kurze Erwähnung verdient. In den letzten Minuten des Spiels konnten die Rostockerinnen nochmal von individuellen Fehlern unsererseits und gut umgesetzte Gegenstöße ihrerseits profitieren, sodass ein Endstand von 34:25 zustande kam.

Fazit. Sicherlich kann man sich in jetziger Situation damit trösten, dass nun die Spiele gegen amtierenden Meister, Aufstiegsaspirant und Absteiger bereits durch sind. Jedoch ändert das nichts an der Art und Weise, wie die Spiele verloren wurden. Die Dominanz der Anfangsminuten muss konserviert und ausgebaut werden. Individuelle Fehler müssen deutlich reduziert und die Sicherheit beim Abschluss wieder hergestellt werden. In schwierigen Phasen im Spiel muss clever und überlegt agiert werden um den Ball nicht leichtfertig herzugeben. Die First Ladies müssen in der jetzigen Situation weiter zusammenrücken – auf und neben der Platte – und  sich auf die vorhandenen Stärken besinnen, um zukünftig wieder erfolgreich zu sein. Wer uns dabei unterstützen möchte, komme doch gerne nächsten Samstag um 18:00 in den Sachsendamm, wo es gegen Aufsteiger TSV Rudow ans Eingemachte geht.

Die Tore wurden den Spielberichtsbogen entnommen, nach dem J. Neeb (TW) ein Tor gemacht hat…

Es spielten: S. Rutschow (9/5); C. Friedrich 6; A. Labenski; I. Wiesner; A. Wiesner (je 2); K. Höhne; K. Hinz; R. Viol; J. Neeb (TW) (je 1); J. Homann; E. Gerspach; J. Vergin; D. Juda, M. Schmidt (TW)

 

 

Rostocker Handball Club - SG OSF Berlin
34:25 (21:12)