Spielbericht
TSV Rudow   vs.   2. Männer

07.12.2019

Keine Punkte, gute Laune (?), OSF!

TSV Rudow

TSV Rudow

27 - 21
SG OSF Berlin

2. Männer

Mit einsetzender Abenddämmerung am Samstagnachmittag des zweiten Adventwochenendes in der besinnlich einsetzenden Weihnachtszeit ging es für die Truppe attraktiver Männer der Schöneberger Zweitvertretung nach angenehmer Kaffeefahrt in den vom Bodenfrost leicht starr wirkenden Berliner Sünden Namens Rudow.

Präsent war noch der letzte Ausflug mit bitterem Ende in der vergangenen Spielzeit. Man nahm sich also ein Herz, eroberte die Halle, die damit verbundenen zwei Punkte, ging wohlbehaglich duschen und verabschiedete sich gut gelaunt in die wohlbekannten nördlicheren Sphären der Stadt.

In bester Erinnerung an X-Factor lässt sich nun die Frage stellen: „Können Sie die Wahrheit von der Lüge unterscheiden?“

Was bleibt also zu sagen, zu diesem weiteren erfolglosen Auswärtsspiel aus Schöneberger Sicht?

Hatte man zuvor einen Blick auf die Tabelle riskiert, konnte man sich auf einen schönen Verbandsligaklassiker in berühmtberüchtigter Halle vor feurigem Publikum einstellen.

Folgte man vor Ort bereits der Erwärmung, folgte schnell die Feststellung, dass jedoch beide Seiten bei den wohligen Temperaturen in der Neuhofer Str. nicht die volle Kapelle zum Adventsmarsch geladen hatten und insbesondere Leistungsträger verletztungs- bzw. krankheitsbedingt dem Spektakel nicht aktiv beiwohnen konnten. Aber da zeigt sich die Stärke der SG und unter Umständen ebenfalls die positiven Bemühungen des HVB bei der Ansetzung der laufenden Spielzeit: Die III. konnte bereits im Vorfeld ihre Punkte knapp sichern, zwei flinke Akteure abstellen und Dank der Zwangspause in der OSL half erstmals Abdou den Kader fast zu komplettieren – voll lieb von euch!

Auch Rudow konnte ergänzen, womit sich die Verhältnisse wieder ausgeglichen darstellten und nach anfänglicher Verzögerung aufgrund bürokratischer Hürden am Kampfgericht, wofür wir uns nochmals in aller Form entschuldigen möchten – Kiste, kostet! – konnte die Partie starten.

Was daraufhin folgte, bot durchaus einen hohen Unterhaltungswert für das Publikum, hatte mit der Attraktivität eines Verbandligaspiels auf beiden Seiten jedoch wenig gemein.

Abgesehen von teilweise ansehnlichen Aktionen über die gesamte Spielzeit, bestimmten vor allem technische Fehler, unpräzise Abschlüsse, unvorbereitete Einzelaktionen und die allseits vermisste Tiefe das Geschehen. Insbesondere den letzten beiden Punkten ist es zu verdanken, dass der Zwischenstand von 4:8 bis zur Pause in ein 13:11 umgewandelt werden konnte.

Der zu diesem Zeitpunkt herbeigesehnte Halbzeittee fiel nach einer hektischen Schlussphase der ersten 30 Minuten recht kurz aus und man war bemüht, die Fehler der letzten Minuten für heute hinter sich zu lassen und das emotionale Hoch der Gastgeber getragen durch den Rudower Block direkt zu unterbinden – aber wie heißt es in so manchen Zeugnissen: stets bemüht.

Es gibt nun viele Erklärungsversuche, die man als valide Grundlage heranführen kann, um den fehlgeschlagenen Versuch, den knappen Rückstand in eine nachhaltige Führung in den zweiten 30 Minuten umzuwandeln, zu beschreiben:

„Wir spielten ja die zweite Halbzeit nur in Unterzahl“ – Tatsächlich wechselte die Verteilung der Zeitstrafen im Verhältnis zu Halbzeit eins deutlich, jedoch gab es dafür triftige Gründe und den ihrer Linie treu gebliebenen Fiedler/Lompa ist in keiner Weise ein Vorwurf zu machen.

„Hätten wir mal in voller Besetzung antreten können…“ – Auch das ist faktisch richtig, aber sollte basierend auf den Erfahrungen der vergangenen Wochen das Selbstverständnis derartig gestickt sein, mit der leider gewohnten Situation der wechselnden Zusammensetzung ein optimales Ergebnis erzielen zu können. Das wäre durchaus möglich gewesen!
Die noch länger gebeutelten Rudower konnten sich vielleicht besser daran gewöhnen und einspielen? Wer weiß…

„Hätte man das eine Ding da noch reingemacht!“ – Und hier kommt so langsam Musik ins Spiel. Bis zu 49. Minute war das Spiel offen. Die Differenz von zwei Buden plätscherte so vor sich hin. Doch genau in dieser Zeit schlichen sie die Fehler ein.
Konnte anschließend auf die guten Aktionen im Tor und teilweise auch in der Abwehr im Angriff nicht der erfolgreiche Abschluss erzielt werden, war die Belohnung und damit die Bemühung dahin.
Anstatt sich auf die vor Urzeiten ins Gedächtnis gebrannten „Basics“ zu konzentrieren, folgten überhastete Aktionen auf Fehlpässe, die entsprechend der schwachen Quote in ungenügenden Abschlüssen mündeten.

Ende vom Lied, 27:21 nach 60 Min.

Wer das so liest, erkennt wahrscheinlich schnell die herbe Enttäuschung, die mit dieser Niederlage einher geht. Aber nun kommt der Teil, den man glücklicher Weise im Amateursport so schnell nicht vernachlässigt: die gute Laune.

Rückblickend kann man mit dem Tabellenplatz 6 nach der Hinrunde durchaus zufrieden sein. Spannende Spiele pflasterten den Weg und das derzeitige Podest der Liga konnte geschlagen werden. Dass es gerade gegen die Aufsteiger nicht immer optimal lief, ist genau unser Ansporn für die Rückrunde: Die Siege nicht nur bestätigen, sondern einige Ergebnisse ebenfalls korrigieren.

Start ist bereits am kommenden Samstag (18h) in der sich immer mehr zu einer Festung entwickelnden Geisberghölle gegen Polizei SV.
Die Vorzeichen stehen gut, denn im Anschluss startet die legendäre Weihnachtsfeier der 2. Männer und eins können wir euch versichern, vor diesem Ereignis verlieren wir nicht!

 

Es spielten

Volz (TW), Kaiser (TW); Manteuffel (7/3),

Belhadi (4), Kupries, Kirchner (jeweils 3),

Brauner, Sachs, Seeger, Weiß (jeweils 1),

Müller, Beck, Riege

 

 

TSV Rudow - SG OSF Berlin II
27:21 (13:11)