Spielbericht
HV Oberlausitz Cunewalde   vs.   1. Männer

22.02.2020

Hamburg, wir kommen!

HV Oberlausitz Cunewalde

HV Oberlausitz Cunewalde

25 - 26
SG OSF Berlin

1. Männer

Vergangenen Samstag ging es für das männliche Flaggschiff nach Sachsen, genauer gesagt nach Bautzen zum HV Oberlausitz Cunewalde. Ungewohntes Terrain also für die Westberliner - aber um das schon mal Vorweg zu nehmen: Dieses Spiel wird so schnell nicht aus den Köpfen der Spieler beider Mannschaften verschwinden. In der Vorwoche vom Trainerteam auf die außergewöhnliche Partie eingestellt, musste man in diesem K.-o.-Spiel sowohl auf Trainer Sven Liesegang als auch auf Co-Trainer Christoph „Hotte“ Pöhl verzichten. Sportsfreund Schnabel und Torwarttrainer Oliver „Olleisen Small“ Klein übernahmen. Erschwerend hinzu kam, dass man sich ohne etatmäßigen Rechtsaußen an die tschechische Grenze begab. An der eigentlichen Situation änderte sich aber natürlich nichts: Man wollte unbedingt nach Hamburg!

Kommen wir zum Spielgeschehen: Beiden Mannschaften war die Nervosität deutlich anzumerken. In der Anfangsphase wurde die Partie von technischen Fehlern bestimmt. Es war aber der Gastgeber, der den besseren Start in das Spiel hatte und somit in der 10. Minute mit 4:1 Führung ging. Richtig gelesen, nach zehn gespielten Minuten stand lediglich ein Tor für die SG zu Buche. Anschließend entwickelte sich aber ein ausgeglichenes Spiel, es war also bereits abzusehen, dass das Spiel womöglich im letzten Angriff entschieden werden könnte. Was ebenfalls schnell klar wurde: Das Wort „Videostudium“ wird in Cunewalde großgeschrieben. Sehr groß. Auf nahezu jede Auslösehandlung wurde von der Trainerbank mit „Kennen wa“ oder „Ihr wisst was kommt“ reagiert und Mittelmann Marius Wessel durfte sich über einen stetigen Begleiter im Aufbauspiel freuen. Trotz dessen schaffte man es, regelmäßig zu Lösungen zu kommen, die sich in Tore ummünzen ließen. Gerade in der Abwehr ließ man das Team aus der Sachsenliga aber noch viel zu oft zu einfachen Abschlüssen aus dem Rückraum kommen, so dass beide Mannschaften sich mit einem Unentschieden zur Pause trennten. (13:13)

Im zweiten Spielabschnitt entwickelte sich dann eine Achterbahnfahrt, die in der jüngeren Geschichte, auf jeden Fall seines Gleichen sucht. Aus dem ersten Durchgang wurde klar, dass die Hausherren vor allem aus dem Rückraum enorme Gefahr ausstrahlten. Hier wollte man mit einer offensiven Deckungsvariante entgegenwirken und den Spielfluss der Gastgeber unterbrechen. Leider war dieses Unterfangen von wenig Erfolg gekrönt. Nicht nur, dass man durchgehend einem Rückstand hinterherlief, dieser sollte bis Minute 50 auch noch auf fünf Tore anwachsen. Selbstverständlich stand die Halle Kopf, hatte doch der selbsternannte Außenseiter den Favoriten aus Berlin am Rande einer Niederlage. Was aber nun passierte, ist schwer in Worte zu fassen. Hier aber mal ein Versuch: Den Anfang machte Sportsfreund Harries, der einen 7-Meter hielt und damit den Gästen wieder Hoffnung und Auftrieb gab. Im Angriff wurde plötzlich wieder das Tor getroffen und so holte man den Rückstand sukzessive wieder auf. 5 Minuten vor dem Schlusspfiff kam Hagen Wey in den Kasten. Ein entscheidender Geniestreich des frisch geborenen Trainer Duos, wie sich kurz darauf herausstellen sollte. Wey hielt einen komplett freien Wurf der Heimmannschaft und zwei weitere 7-Meter. Einen davon mit seinem zarten, noch so jungen Gesicht und hielt die Berliner damit weiterhin im Spiel. 7-Meter-Schütze und Spielmacher Michael Naimann durfte allerdings nicht mehr am Spiel teilnehmen und musste mit glatt Rot auf der Tribüne Platz nehmen. Die Schöneberger konnten im Gegenzug durch die Sportsfreunde Werth, von Rumohr, Neeb und erneut Werth den Ausgleich erzielen. Cunewalde-Coach John nahm folgerichtig die Auszeit. Gespielt waren zu diesem Zeitpunkt 58:45. Erschwerend für die Hauptstädter kam hinzu, dass man sich in der restlichen Spielzeit in Unterzahl befand. Vieles deutete also auf ein glückliches Ende für die Heimmannschaft hin. Allerdings führte ein Fehlpass der Oberlausitzer zu einem Ballverlust. Philipp Wieschollek war der Akteur, der am schnellsten reagierte und so die Riesenchance hatte, mit einem Tempogegenstoß das männliche Flaggschiff der SG OSF zum ersten und einzigen mal in diesem Spiel in Führung zu bringen. Hatte er doch Minuten zuvor bereits die nahezu identische Situation vergeben, traf er diesen entscheidenden und so wichtigen Wurf! „Nicht wie oft, sondern wann!“ sagte „Wieschi“ nach dem Spiel ganz trocken – ist wohl so’n Spruch von ihm. Gleichzeitig sollte dies auch das letzte Tor in einer verrückten Schlussphase gewesen sein. In den letzten Sekunden hatte der Cunewalder Haupttorschütze Israel noch einmal die Chance auszugleichen, setzte den Ball aber übers Tor. Danach war Schluss und die Emotionen schier unaufhaltsam. Das Etappenziel Hamburg war erreicht! Auch, wenn es handballerisch keine Augenweide war, war es definitiv eines der kämpferisch besten Spiele der laufenden Saison!

Das Halbfinale findet übrigens am 04.04.2020 gegen die SG VTB/Altjührden in der Sporthalle Wandsbek, Rüterstraße 75 in Hamburg statt. Das eventuelle Finale am Tag darauf. Weitere Infos folgen in nächster Zeit über sämtliche Kanäle. Lasst uns dieses Highlight zu einem Blau Orangenen Fest machen!

Bis dahin!

Lewin Harries, Patrick Petersen, Hagen Wey, Jonas Paté, Justus Neeb (8), Nils Galys (1), Marius Wessel (1), Matteo Werth (4/1), Robert Schweitzer (4), Jérémy Raffegeau, Philipp Wieschollek (3), Belhadi Abderrahmane (3), Maximilian von Rumohr (2)

HV Oberlausitz Cunewalde - SG OSF Berlin
25:26 (13:13)