Spielbericht
BFC Preussen   vs.   1. Männer

02.10.2021

Dramatisches Ende ohne Happy End: Erste Saisonniederlage

BFC Preussen

BFC Preussen

22 - 21
SG OSF Berlin

1. Männer

Die bislang verlustpunktfreie Saison des männlichen Flaggschiffs sollte am vergangenen Wochenende ein dramatisches Ende nehmen. Gegner war kein geringerer als der BFC Preußen, ihresgleichen auch mit einem tadellosen Saisonstart. In preußischen Trikots tummeln sich seit einigen Jahren so einige Ex-OSF'ler, unter anderem der langjährige Kapitän Marius 'Mikkel' Wessel.  Angerichtet war es also - nicht nur ein packendes Derby, sondern auch ein echtes Spitzenspiel in der Ostsee-Spree-Liga. Die Halle war picke packe voll gefüllt, stand für die Heimmannschaft doch eine Oktoberfest-Feier im Anschluss an die Partie an, die die Schöneberger natürlich den Lankwitzern nur allzu gerne vermiest hätten. Aber kommen wir zum Wesentlichen, dem Spielverlauf:

Die Partie begann relativ schleppend, das erste Tor der Partie fiel erst nach knapp 4 Minuten - ein klassischer OSF-Start eben. In der Halle spürte man von Anfang an, dass dies kein gewöhnliches Ligaspiel war, es herrschte eine gewisse Grundspannung bei allen Beteiligten: Spielern, Trainern, Schiris und auch den Fans. Was auch schnell klar war: Dieses Spiel wird von den Abwehrreihen dominiert, standen sich doch die wohl beiden besten Abwehrreihen der bisherigen Saison gegenüber. Dementsprechend wurde jedes Tor auf beiden Seiten zelebriert. Es ging hin und her in der 1. Halbzeit - nach zwischenzeitlicher 2-Tore-Führung der Hausherren (10. Minute), stand nach einer Viertelstunde die erste Führung der Gäste auf der Anzeigetafel.
Die direkte Folge war eine Auszeit des Übungsleiters der Heimmannschaft, welche sich im Laufe der nächsten Minuten auszahlte. Denn der BFC Preußen drehte die Partie in den nächsten 10 Minuten. Die bisher in Ruhe vorgetragenen Angriffe im Positionsspiel und die dementsprechend gut herausgespielten Tore, wurden mit zunehmender Spieldauer durch zu einfache technische Fehler eiskalt bestraft. Somit musste man einen 3-Tore-Rückstand zur Pause hinnehmen, der eigentlich zu hoch war, für den bisherigen Spielverlauf. Den Gästen war klar, dass es hauptsächlich die eigenen Fehler waren, die diesen Halbzeitstand so zuließen. Entsprechend eindeutig war auch die Halbzeitansprache des Trainergespanns Liesegang/Pöhl: Weitermachen, sich nicht durch leichte Fehler verunsichern lassen und über die erneut gut stehende Abwehr zu leichten und schnellen Toren aus der 1. und 2. Welle kommen. Soweit so gut für die Theorie.

Auf der Platte sah es dann, wie so oft, doch ein wenig anders aus. Obwohl die Abwehr weiterhin gut stand, schaffte man es nicht das Tempo in den Angriff zu bekommen und so musste man sich im Positionsspiel gegen die massive Abwehr der Lankwitzer jedes Tor regelrecht erkämpfen. Kurz nach Wiederanpfiff erzielte einer der zahlreichen Ex-OSF’ler, Nils Moritz Weber, die höchste Führung des Abends und stellte auf ein 13:9. So manch einer in der Halle hatte sich nun gedacht “das Ding wird jetzt eindeutig” oder “nun rächt sich die Unerfahrenheit der Gäste”. Wenn das männliche Flaggschiff aber eines in der bisherigen Spielzeit gezeigt hatte, dann war es der unbändige Wille und das zu-keiner-Zeit-Aufgeben. So auch in diesem Spiel: Auch wenn das erste Tor im 2. Durchgang wieder erst nach 4 Minuten erzielt wurde, war man ab diesem Zeitpunkt wieder voll im Spiel. Es folgten 2 weitere Tore der Gäste, die sich dadurch erneut auf ein Tor heranpirschten. Die Gastgeber hatten allerdings auch hierauf immer wieder eine Antwort und schafften es sich erneut mit 3 Toren abzusetzen. Mitverantwortlich in der Phase war sicherlich auch die 3. Zeitstrafe für M. v. Rumohr, einen der Anker im Innenblock für die Männer aus Schöneberg, der sich nach knapp 40 Minuten für den Rest des Abends auf die Tribüne verabschiedete. Es war eine regelrechte Achterbahnfahrt, die mit dem Übergang in die letzte Viertelstunde des Spiel nicht weniger kurios wurde. 16:16 stand es, als in der KBH die letzten 15 Minuten eingeläutet wurden.
Es war also alles angerichtet für einen heißen Tanz, der, soviel sei gesagt, erst in der letzten Sekunde entschieden werden sollte. Mit zunehmender Zeit taten sich beide Mannschaften immer schwerer einfache Tore zu erzielen, aber es schien, als wenn die Gastgeber immer einen Ticken die Nase vorn hatten. Es schwankte durchgehend um eine 2,- bzw. 1 Tore-Führung, richtig absetzen konnten sich die Hausherren allerdings nicht. Das lag in erster Linie an der hervorragenden kämpferischen Leistung, die das männliche Flaggschiff an diesem Abend an den Tag legte. Auch zwei mehr als vermeidbare Zeitstrafen in den letzten 6 Minuten des Spiels, jeweils aufgrund von Wechselfehlern (ganz zur Freude der Mannschaftskasse), konnten die Männer vom Ex-OSF-Coach nicht nutzen, um sich entscheidend abzusetzen. Als dann auch noch Gäste-Schlussmann Lewin Harries im Tor 2-3 nahezu 100%ige parieren konnte - in ständiger Unterzahl wohlgemerkt - schien sogar ein Punkt noch drin. Diese Paraden zum Ende des Spiels, gaben den Gästen überhaupt erst die Chance im letzten Angriff des Spiels doch noch einen Punkt aus der altehrwürdigen KBH zu entführen. Und obwohl eine sehr aussichtsreiche Wurfposition in den letzten Sekunden herausgespielt wurde, konnte diese Möglichkeit leider nicht genutzt werden. Jan Heinze, der gut aufgelegte Torhüter der Adler, parierte den letzten Wurf des Spiels und hielt somit den Sieg für die Heimmannschaft fest. Des einen großer Freud, des anderen Leid.

Die Enttäuschung war natürlich allen OSF’lern ins Gesicht geschrieben. 60 Minuten Kampf, Leidenschaft und Willen wurden leider nicht belohnt. Mit etwas Abstand ist die erbrachte Leistung aber dennoch sehr respektabel. Hatte man doch den vermeintlichen Favoriten fast einen Punkt abgeluchst. Zudem lässt sich durch solch ein Spiel, gerade für eine so junge Mannschaft, einiges lernen. Natürlich darf man auch nicht die OSF-Fans vergessen, die, obwohl in glasklarer Unterzahl, lärm- und stimmungsmäßig mindestens auf dem Niveau der Heimfans agiert haben. Nach jedem Tor sprang der Blau-Orangene OSF-Block auf, um ihre Mannschaft von der Tribüne aus zu unterstützen: Vielen Dank dafür, ihr wart nicht nur der sprichwörtliche 8. Mann!

Viel Zeit, um dieses emotionale Spiel zu verarbeiten, bleibt allerdings nicht. Am kommenden Samstag steht bereits die nächste schwierige Aufgabe bevor. Der Ludwigsfelder HC ist zu Gast im Sachsendamm, Anpfiff ist um 17:30 Uhr. Die Brandenburger haben nach ihrer Heimspielniederlage gegen den MTV Altlandsberg einiges wieder gut zu machen und werden nach ihrem halbwegs missglückten Saisonstart (2:4 Punkte) entsprechend motiviert sein. Wir hoffen auf zahlreiche Unterstützung, (höchstwahrscheinlich) auch aufgrund der Größe der Halle, ganz ohne Beschränkungen der Zuschaueranzahl!

Bis dahin!

Euer männliches Flaggschiff, die 1. Männer

 

Es spielten: Lewin Harries (GK), Karl Lederer (GK), Justus Neeb (5), Robert Kohrs (5/3) Till Bartels (4), Tizian Stark (2), Jonas Beer (2), Robert Schweitzer (1), Jonas Paté (1/1), Matteo Werth, Maximilian von Rumohr, Calvin Rygliszyn, Ole Rosenbusch, Til Gerock

BFC Preussen - SG OSF Berlin
22:21 (12:9)